Deutsche Tageszeitung - Prognose: Schon 2050 könnten die meisten Lkw- und Busfahrer überflüssig sein

Prognose: Schon 2050 könnten die meisten Lkw- und Busfahrer überflüssig sein


Prognose: Schon 2050 könnten die meisten Lkw- und Busfahrer überflüssig sein
Prognose: Schon 2050 könnten die meisten Lkw- und Busfahrer überflüssig sein / Foto: ©

Die meisten Autofahrer in Deutschland werden einer neuen Studie zufolge noch auf Jahrzehnte selbst am Steuer sitzen. Laut der am Donnerstag veröffentlichten Prognose des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) werden selbstfahrende Autos im Jahr 2050 nur einen Marktanteil von sieben Prozent haben. Existenzbedrohend werden die Folgen aber für Lkw- und Busfahrer sein: In 30 Jahren sollen 90 Prozent der schweren Lkw und 75 Prozent der Busse keine Menschen am Lenkrad mehr brauchen.

Textgröße ändern:

Für ihre Prognose untersuchten die Wissenschaftler anhand vorliegender Studien und Gesprächen mit Experten und Betroffenen die technische Machbarkeit der Automatisierung. Sie leiteten daraus ab, wie sich die Produktionskosten und Nutzerpreise der Technologie entwickeln werden, wie schnell Käufer Roboterautos akzeptieren und was sie dafür mehr zu zahlen bereit wären. Der Analyse zufolge werden vor allem reiche Menschen und Unternehmen als erstes Roboterfahrzeuge kaufen.

So sollen 2050 von den Oberklasseautos 21 Prozent komplett ohne Fahrer und 57 Prozent vollautomatisiert, aber immer noch mit Pedalen und Lenkrad unterwegs sein. Dem Projektleiter Michael Krail zufolge wird der Aufpreis für fahrerlose Autos bei der Markteinführung bei 11.000 Euro liegen und später auf im Minimum 5000 Euro sinken. "Damit bewegen sich die Preise für Käuferinnen und Käufer von Klein- oder Kompaktwagen aber immer noch in einem Bereich, den nur wenige zu investieren bereit sind".

Für Busse und Lkw sollen die Systeme zu Beginn zwar 24.000 Euro kosten - die Kosten für Fahrer, Versicherungen und Kraftstoffe sänken aber deutlich. Möglich seien bis zu 33 Prozent Kosteneinsparungen pro gefahrenem Kilometer.

Das ist laut Krail auch gut für das Klima. Fahrerlose Systeme ermöglichen demnach effizientere Fahrweisen durch weniger Brems- und Beschleunigungsvorgänge, eine optimierte Routenwahl sowie einen flüssigeren Verkehr. Feldversuche mit Testfahrzeugen hätten das bereits gezeigt. "Kraftstoffeinsparungen bis zu 17 Prozent bei schweren Lkw gegenüber nicht automatisierten Fahrzeugen scheinen daher nicht nur theoretisch möglich zu sein."

Unter der Annahme, dass auch der Anteil von Elektrofahrzeugen weiter zunimmt, könnten durch die Vernetzung und Automatisierung der Flotte bis 2050 etwa 7,6 Prozent Treibhausgase eingespart werden. Das entspräche den Berechnungen zufolge 7,8 Millionen Tonnen CO2.

Der Einsatz fahrerloser Autos wird wahrscheinlich die Fahrleistung insgesamt steigen lassen. Deshalb ist es laut den Studienautoren wichtig, dass die Menschen künftig mehr auf Carsharing und Robo-Taxis setzen und weniger eigene Autos kaufen - nur so kann die effizientere Fahrweise der Autos die gestiegene Kilometerzahl ausgleichen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Pilotengewerkschaft kritisiert Ryanair wegen Flügen nach Tel Aviv

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Billig-Fluggesellschaft Ryanair für ihren Umgang mit Flügen nach Israel kritisiert. Ryanair erlaube seinen Piloten nicht, Flüge nach Tel Aviv aus Sicherheitsgründen abzulehnen, erklärte VC am Montag. "Ob ein Einsatz nach Tel Aviv angenommen wird, sollte aufgrund der Lage im Nahen Osten und daraus resultierender Beschränkungen und mentaler Belastung von den Pilotinnen und Piloten selbst beurteilt werden", erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro.

Habeck warnt vor Krieg als Folge von Verschlechterung von China-Beziehungen

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat mit eindringlichen Worten vor einer drastischen Verschlechterung der Beziehungen zu China gewarnt. "Das wäre gegen unsere Interessen und zwar nicht nur ökonomisch", sagte Habeck am Montag beim Tag der Industrie in Berlin. "Dann würden wir nicht über Handelskriege oder bedrohliche Handelskriege reden, sondern da können wir 'Handel' auch weglassen."

Urteil gegen Reiseanbieter: 1,3 Kilometer zum Strand sind nicht "wenige Gehminuten"

Ein Hotel in Entfernung von rund 1,3 Kilometern zum Strand kann einem Gerichtsurteil zufolge nicht als "nur wenige Gehminuten von wunderschönen Stränden" beworben werden. Das Münchener Amtsgericht verurteilte den in dem Fall belangten Reiseanbieter am Montag zur Erstattung von Kosten eines Ersatzhotels und zu Schadenersatz für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit. Entscheidend war für das Gericht allerdings auch, dass die Reise als "Luxusreise" angepriesen worden war.

China: Habeck warnt vor Krieg als Folge von Scheitern von Handelsgesprächen

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat mit eindringlichen Worten vor einer Eskalation des Handelskonflikts mit China gewarnt. "Das wäre gegen unsere Interessen und zwar nicht nur ökonomisch", sagte Habeck am Montag beim Tag der Industrie in Berlin. "Dann würden wir nicht über Handelskriege oder bedrohliche Handelskriege reden, sondern da können wir 'Handel' auch weglassen."

Textgröße ändern: