Deutsche Tageszeitung - Russische Zentralbank korrigiert Inflationsprognose stark nach oben

Russische Zentralbank korrigiert Inflationsprognose stark nach oben


Russische Zentralbank korrigiert Inflationsprognose stark nach oben
Russische Zentralbank korrigiert Inflationsprognose stark nach oben / Foto: © AFP

Die russische Zentralbank rechnet in diesem Jahr mit deutlich stärkeren Preissteigerungen als in ihrer vorherigen Prognose. Die Notenbank korrigierte am Freitag ihre bisherige Inflationsprognose für 2025 von 4,5 bis fünf Prozent auf nun sieben bis acht Prozent. Entgegen Forderungen aus der Wirtschaft hielt die Zentralbank zudem ihre Leitzinsen auf dem sehr hohen Niveau von 21 Prozent.

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"Der Preisdruck ist nach wie vor beträchtlich", sagte die Gouverneurin der Zentralbank, Elvira Nabjullina. Sie warnte, dass der schnelle Preisanstieg trotz einer "leichten Verlangsamung" der Inflationsdaten von Januar und Februar anhalten werde. "Wir sprechen noch nicht von einer Trendwende."

Der anhaltend starke Preisanstieg ist eine direkte Konsequenz der massiv gestiegenen Staatsausgaben für das Militär, der westlichen Sanktionen sowie des Arbeitskräftemangels - hunderttausende Männer sind wegen der russischen Offensive in der Ukraine an der Front oder haben sich ins Ausland abgesetzt. Die Unternehmen müssen deshalb attraktive Gehälter anbieten, um Personal zu finden, was die Inflation anheizt.

Der Leitzinssatz von 21 Prozent ist der höchste seit 2003. Doch Zinserhöhungen sind angesichts des hohen Niveaus der Staatsausgaben für das Militär nach Ansicht von Analysten möglicherweise kein wirksames Mittel zur Senkung der Inflation. Denn die Idee einer restriktiven Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung ist, dass sich die Wirtschaft abkühlt und die Nachfrage sinkt. Der Staat reagiert aber deutlich weniger stark auf höhere Kreditkosten als die Privatwirtschaft.

(V.Sørensen--DTZ)

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