Deutsche Tageszeitung - Hohe Kosten: Dänischer Örsted-Konzern stoppt Windpark-Projekt vor britischer Küste

Hohe Kosten: Dänischer Örsted-Konzern stoppt Windpark-Projekt vor britischer Küste


Hohe Kosten: Dänischer Örsted-Konzern stoppt Windpark-Projekt vor britischer Küste
Hohe Kosten: Dänischer Örsted-Konzern stoppt Windpark-Projekt vor britischer Küste / Foto: © Ritzau Scanpix/AFP/Archiv

Der auf erneuerbare Energien spezialisierte dänische Energiekonzern Örsted hat sein Vorhaben für den Bau eines großen Offshore-Windparks vor der britischen Küste einkassiert. Das Unternehmen nannte am Mittwoch unter anderem gestiegene Kosten, hohe Zinsen und die Gefahr von Verzögerungen beim Bau als Gründe. "Wir haben beschlossen, die Entwicklung des Projekts Hornsea 4 in seiner derzeitigen Form einzustellen", erklärte Örsted-Chef Rasmus Errboe.

Textgröße ändern:

Der dänische Konzern betreibt bereits zwei Windparks bei Hornsea an der englischen Westküste. Ein dritter, genannt Hornsea 3, befindet sich im Bau. Zusammengenommen haben die drei Windparks eine Kapazität von mehr als fünf Gigawatt. Hornsea 4 sollte noch einmal 2,4 Gigawatt hinzusteuern. Das Projektende kostet den Konzern nach eigenen Angaben 3,5 bis 4,5 Milliarden Kronen (470 bis 603 Millionen Euro).

Örsted schließt nicht aus, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu realisieren. "Ich möchte betonen, dass Örsted weiterhin fest an die langfristigen Grundlagen und Wertperspektiven der Offshore-Windenergie in Großbritannien glaubt", erklärte Errboe. "Wir werden die Projektrechte für das Projekt Hornsea 4 in unserem Entwicklungsportfolio behalten und uns bemühen, das Projekt später auf eine Weise zu entwickeln, die für uns und unsere Aktionäre wertsteigernd ist".

Das britische Energieministerium will sich nach eigenen Angaben dafür einsetzen. "Wir sind uns der Auswirkungen bewusst, die die weltweit hohe Inflation und die Engpässe in der Lieferkette auf die Industrie in ganz Europa haben", sagte ein Ministeriumssprecher. "Wir werden mit Örsted zusammenarbeiten, um Hornsea 4 wieder auf Kurs zu bringen."

Der ursprüngliche Öl- und Gaskonzern Örsted hat gänzlich auf erneuerbare Energien umgesattelt und ist Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie. In den vergangenen Jahren lief es jedoch nicht rund; 2023 musste der Konzern mehrere Milliarden wegen abgesagter Projekte in den USA abschreiben. Der US-Markt hat für Örsted große Bedeutung - und steht mit US-Präsident Donald Trump und dessen ablehnender Haltung gegenüber den Erneuerbaren grundsätzlich in Frage.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Leiharbeitsverbot in Fleischindustrie: Beschwerde scheitert in Karlsruhe

Das Verbot von Leiharbeit und Fremdpersonal in der Fleischindustrie bleibt bestehen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wies nach Angaben vom Mittwoch die Verfassungsbeschwerde eines Zerlegungsbetriebs zurück. Dieser sah seine Berufsfreiheit verletzt. (Az. 1 BvR 2637/21)

Chipknappheit durch KI bremst stärkere weltweite Internetverbreitung aus

Die durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) verursachten Engpässe bei Mikrochips bremsen nach Angaben der Mobilfunkvereinigung GSMA Bemühungen aus, weltweit mehr Menschen Zugang zum Internet zu verschaffen. Durch den Chipmangel ausgelöste höhere Smartphonepreise seien "ein echter Rückschlag" für diese Bestrebungen, sagte GSMA-Generaldirektor Vivek Badrinath der Nachrichtenagentur AFP.

EU-Erweiterungskommissarin: Orbans Niederlage ist Schub für EU-Beitritt der Ukraine

Die EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sieht in der Wahlniederlage des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban einen "neuen Schub" für einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine. "Ich persönlich erwarte, dass sich das positiv auf den Beitrittsprozess auswirken wird", sagte Kos am Dienstag (Ortszeit) am Rande der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington. Das Ergebnis der Parlamentswahl in Ungarn am Sonntag bezeichnete sie als "großen Sieg für Europa".

Zweitägiger Streik des Kabinenpersonals der Lufthansa hat begonnen

Nach dem Ende des zweitägigen Pilotenstreiks hat bei der Lufthansa ein zweitägiger Streik des Kabinenpersonals begonnen. Am Flughafen Frankfurt am Main wurden am Mittwochmorgen mehrere Flüge annulliert, wie auf der Website des Flughafens zu sehen war. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat bis Donnerstag (23.59 Uhr) erneut zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Textgröße ändern: