Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Über die Hälfte der Bus- und Bahnfahrer in Deutschland sind Quereinsteiger

Umfrage: Über die Hälfte der Bus- und Bahnfahrer in Deutschland sind Quereinsteiger


Umfrage: Über die Hälfte der Bus- und Bahnfahrer in Deutschland sind Quereinsteiger
Umfrage: Über die Hälfte der Bus- und Bahnfahrer in Deutschland sind Quereinsteiger / Foto: © AFP/Archiv

Über die Hälfte der Bus- und Bahnfahrerinnen und -fahrer in Deutschland sind einer Umfrage zufolge als Quereinsteiger zu ihrem Beruf gekommen. Wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Donnerstag in Berlin mitteilte, haben 44 Prozent vorher eine andere Ausbildung abgeschlossen, 10,1 Prozent sind ohne Berufsausbildung Bus- oder Bahnfahrer geworden. Entscheidend war demnach in vielen Fälle die Freude am Fahren und ein sicherer Arbeitsplatz.

Textgröße ändern:

100.000 Busfahrerinnen und -fahrer gibt es laut VDV in Deutschland, doch es fehlen demnach bereits 20.000 allein im öffentlichen Nahverkehr. Hinzu kommen 40.000 Bahnfahrerinnen und -fahrer. Dort gibt es den Angaben nach eine Lücke von 3000. "Wir sind vor allem beim Fahrpersonal aus demografischen Gründen mit großen Herausforderungen bei der Personalgewinnung konfrontiert", erklärte der Vorsitzende des VDV-Personalausschusses, Harald Kraus.

Dabei sind verbesserte Arbeitsbedingungen, ein "wertschätzenderer Umgang" durch die Fahrgäste aus Sicht der Beschäftigten zentrale Faktoren, um ihren Beruf attraktiver zu machen. Rund 30 Prozent finden laut Umfrage ihre Dienstpläne teils nur schwer mit dem Privatleben vereinbar. Auch der zunehmende Stress im Verkehr wird oft als belastend empfunden.

51 Prozent der Befragten bewerten das gesellschaftliche Image ihres Berufs als schlecht oder sehr schlecht. Ungünstige Arbeitszeiten und niedrige Bezahlung spielten dabei eine Rolle.

Mehr als zwei Drittel (68,6 Prozent) entschieden sich dennoch für den Beruf als Bus- oder Bahnfahrer, weil ihnen das Fahren Freude macht. Für 57,3 Prozent war auch die Arbeitsplatzsicherheit entscheidend und bei 47,3 Prozent spielte die Wohnortnähe eine wichtige Rolle.

Für die Untersuchung befragte der VDV gemeinsam mit der Digitalberatung Nexum 1425 Beschäftigte der Branche.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Tödlicher Schusswaffenangriff bei Paris: Verdächtiger bestreitet rassistisches Motiv

Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff in zwei Pariser Vorstädten hat der mutmaßliche Täter ein rassistisches Motiv bestritten. Der 39-jährige Kevin T. bestreite nicht die Tat selbst, wohl aber deren rassistischen Charakter, sagte der französische Anti-Terror-Staatsanwalt Olivier Christen am Montag. Nach einer vorübergehenden Einweisung in die Psychiatrie wurde der Verdächtige erneut in Polizeigewahrsam genommen.

Microsoft bietet jedem vierten Mitarbeiter eine Abfindung an

Der Microsoft-Konzern hat 60.000 Mitarbeitern Abfindungen angeboten - gut einem Viertel der weltweiten Belegschaft. Berechtigt seien Beschäftigte in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien, erklärte Personalchefin Amy Coleman am Montag. Es ist bereits das zweite Abfindungsprogramm bei Microsoft in diesem Jahr.

Trotz Fangverboten: Deutsche Ostseefischer dürfen 2027 weiter Hering fischen

Trotz weitreichender Fangverbote dürfen deutsche Ostseefischer im kommenden Jahr weiter geringe Mengen Hering fischen. Die EU-Agrarminister einigten sich am Montag in Luxemburg darauf, die bisherige Ausnahme für kleine Küstenfischer beizubehalten. Die Fischbestände sind seit Jahren stark bedroht, insbesondere im für Deutschland relevanten westlichen Teil der Ostsee schränkt die EU die Fischerei deshalb ein.

"Peinlich" und "Skandal": Kritik an Auftritt von Audi-Chef in den USA reißt nicht ab

Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump schlägt weiter hohe Wellen: Arbeitnehmervertreterinnen sowie und Politik übten am Montag scharfe Kritik. IG-Metall-Chefin Christiane Benner bezeichnete den Auftritt als "politisch inakzeptabel". Döllner habe "eklatant" die eigenen Unternehmensregeln verletzt, die ausdrücklich politische Neutralität im Vorfeld von Wahlen verordneten. Das Unternehmen hingegen wies eine parteipolitische Positionierung von sich.

Textgröße ändern: