Deutsche Tageszeitung - Klingbeil dringt auf Reformen: "Sonst kommen die mit der Kettensäge"

Klingbeil dringt auf Reformen: "Sonst kommen die mit der Kettensäge"


Klingbeil dringt auf Reformen: "Sonst kommen die mit der Kettensäge"
Klingbeil dringt auf Reformen: "Sonst kommen die mit der Kettensäge" / Foto: © AFP/Archiv

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat mit drastischen Worten auf Reformen in Deutschland gedrängt. "Wir müssen das Leben für die Unternehmen und die Menschen in diesem Land wieder einfacher machen", sagte Klingbeil am Dienstag auf dem ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow. Gelinge dies nicht, "dann kommen die mit der Kettensäge und der Axt, die vielleicht auch den Rechtsstaat in Frage stellen", warnte er.

Textgröße ändern:

"Es muss der Regierung gelingen, in der demokratischen Mitte unseres Landes Brücken zu bauen", betonte Klingbeil. Union und SPD sei dies in den Koalitionsverhandlungen gelungen, "das muss auch in der ganzen Gesellschaft gelingen", sagte er weiter, denn "am schlimmsten wäre es, wenn wir im Status Quo verharren".

Klingbeil bekräftigte, die Regierung wolle noch vor der Sommerpause "einen Investitionsbooster" auf den Weg bringen. Konkret nannte er die Senkung der Stromsteuer sowie niedrigere Netzentgelte, günstigere Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen und die Senkung der Körperschaftsteuer. Das klare Signal müsse sein: "Es lohnt sich, in Deutschland zu investieren", sagte der Finanzminister. Es gehe darum, "das Land wieder auf Wachstumskurs zu bringen".

Nachdrücklich mahnte Klingbeil zudem zur Sparsamkeit bei staatlichen Ausgaben. Zwar stehe dank des vereinbarten Sondervermögens mehr Geld zur Verfügung, "aber wir müssen auch konsolidieren". Dabei werde er "keinen meiner Amtskollegen und Amtskolleginnen aus der Pflicht entlassen". Es werde notwendig sein, "hart zu priorisieren". Der Minister erinnerte daran, dass für die meisten Vorhaben im Koalitionsvertrag von Union und SPD ein Finanzierungsvorbehalt gelte.

Mit Blick auf den Zollstreit mit den USA warb Klingbeil für das Ringen um eine Verhandlungslösung. "Unsere Hand ist immer ausgestreckt", sagte der SPD-Politiker. Es sei wichtig, die Verhandlungen voranzutreiben, denn die US-Zölle gefährdeten Arbeitsplätze in Deutschland. Wenn Einigungen mit China und Großbritannien möglich seien, "dann sollte man sie auch mit dem wichtigsten Handelspartner Deutschlands finden", mit den USA.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Zahl der Beziehenden von Asylbewerberleistungen 2025 um 15 Prozent gesunken

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland weniger Menschen Asylbewerberleistungen bezogen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, erhielten Ende 2025 rund 390.000 Menschen Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz, das waren 15 Prozent oder 71.400 Bezieher und Bezieherinnen weniger als im Jahr zuvor. Mit einem Anteil von 17 Prozent war Syrien das am häufigsten vertretene Herkunftsland.

Weinbaubetriebe in Rheinland-Pfalz können Prämie für dauerhafte Rodung bekommen

Die Prämie soll Weinbaubetrieben helfen und den Weinmarkt entlasten: Das Land Rheinland-Pfalz zahlt 5000 Euro pro Hektar, den ein Betrieb dauerhaft rodet. Das Geld stammt aus EU-Mitteln, wie das rheinland-pfälzische Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten am Mittwoch mitteilte. Auch Bayern will demnach für das kommende Jahr ein Rodungsprogramm anbieten.

EZB gibt Leitzinsentscheidung bekannt - Weitere Erhöhung erwartet

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt am Donnerstag bei ihrer auswärtigen Ratssitzung in Berlin ihre neue Leitzinsentscheidung bekannt (14.15 Uhr). Erwartet wird, dass die EZB ihre Zinssätze erneut anheben dürfte, um die durch steigende Energiepreise angefachte Inflation abzuschwächen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erläutert die Entscheidung im Anschluss auf einer Pressekonferenz (14.45 Uhr).

Falscher Alarm: Autobahn in die Schweiz nach mehrstündiger Sperrung wieder freigegeben

Weil Sprengstoffspürhunde Alarm geschlagen hatten, ist die von Baden-Württemberg in die Schweiz führende Autobahn A861 am Mittwoch nach einem Polizei-Einsatz mehrere Stunden lang vollständig gesperrt gewesen. Gegen Mittag habe sich bei der Kontrolle eines Fahrzeugs am Grenzübergang Rheinfelden-Autobahn "der Verdacht einer Gefahrenlage" ergeben, teilte das Polizeipräsidium Freiburg mit. Zwei Männer wurden vorläufig festgenommen. Nachdem keine gefährlichen Stoffe gefunden wurden, konnte die Sperrung gegen 20.00 Uhr wieder aufgehoben werden.

Textgröße ändern: