Deutsche Tageszeitung - Stagnation: Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose für 2025 auf 0,0 Prozent

Stagnation: Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose für 2025 auf 0,0 Prozent


Stagnation: Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose für 2025 auf 0,0 Prozent
Stagnation: Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose für 2025 auf 0,0 Prozent / Foto: © AFP

Das wirtschaftliche Beratergremium der Bundesregierung hat seine Konjunkturprognose für dieses Jahr erneut nach unten geschraubt. Die sogenannten Wirtschaftsweisen gehen in diesem Jahr von einer Stagnation aus, im Herbst hatten sie noch ein leichtes Wachstum um 0,4 Prozent prognostiziert. In ihrem am Mittwoch vorgestellten Frühjahrsgutachten verweisen die drei Ökonominnen und zwei Ökonomen vor allem auf die Auswirkungen der US-Zollpolitik.

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"Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter in einer ausgeprägten Schwächephase und profitierte zuletzt nur wenig vom Wachstum der Weltkonjunktur", erklärten die Wirtschaftsweisen. Als maßgebliche "inländische Hemmnisse" nennen sie etwa "umfangreiche bürokratische Anforderungen" und "lange Genehmigungsverfahren". Zugleich stehe die Wirtschaft vor Herausforderungen wie der Abwendung von fossilen Brennstoffen, der Alterung der Gesellschaft und der zunehmenden Verbreitung Künstlicher Intelligenz.

Dies entspricht im Wesentlichen der Lage im vergangenen Herbst, als die Wirtschaftsweisen ihr vorheriges Gutachten vorstellten. Hinzu kämen nun die Zölle von US-Präsident Donald Trump, führten sie aus. Der Prognose lägen die zu Anfang Mai geltenden Zölle und Gegenmaßnahmen anderer Länder zugrunde, betonte die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Es gebe insgesamt eine "hohe Unsicherheit über die weitere Ausrichtung der US-Handelspolitik".

Hoffnung gibt den Experten das Finanzpaket der neuen Bundesregierung. Die schuldenbasierten zusätzlichen Mittel für Investitionen eröffneten "unserer Meinung nach große Chancen", sagte der Wirtschaftsweise Achim Truger. Es komme aber auf die Verwendung an. Zudem erwarten die Experten in diesem Jahr kaum Auswirkungen, erst im Jahr 2026 sind demnach "expansive Impulse" etwa für die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen und den Staatskonsum möglich.

(P.Tomczyk--DTZ)

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