Deutsche Tageszeitung - Lagebild: Rassistische Diskriminierungen in Deutschland nehmen zu

Lagebild: Rassistische Diskriminierungen in Deutschland nehmen zu


Lagebild: Rassistische Diskriminierungen in Deutschland nehmen zu
Lagebild: Rassistische Diskriminierungen in Deutschland nehmen zu / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Minderheiten in Deutschland sind immer häufiger mit rassistischen Diskriminierungen konfrontiert. Die Zahl der von Beratungsstellen registrierten Fälle habe im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht, heißt es in einem am Mittwoch vorgestellten Lagebild des Antidiskriminierungsverbands Deutschland (advd). Besonders betroffen seien muslimische und dunkelhäutige Menschen. Vor allem in der Schule oder bei der Arbeit erführen die Betroffenen Diskriminierung.

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"Rassistische Diskriminierung nimmt erneut deutlich zu und erreicht Höchstwerte", erklärte Natalie Pawlik, die Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus. Sie setze sich unter anderem dafür ein, schulische und außerschulische Akteure im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen zu stärken.

Eva Maria Andrades, die Geschäftsführerin des advd, erklärte: "Diskriminierung kostet Vertrauen, Gesundheit und Teilhabe - und sie untergräbt die Grundlagen einer offenen und gerechten Gesellschaft." Antidiskriminierungsberatungsstellen leisteten hier "wichtige Arbeit", stießen aber immer wieder an Grenzen, "weil strukturelle Förderung und politische Rückendeckung fehlen".

Für das Lagebild hat der Verband Falldaten aus 28 Beratungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet ausgewertet. Hier wurden 3332 neue Fälle gemeldet - das entspricht dem Verband zufolge einem durchschnittlichen Anstieg von 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rassistische Diskriminierungen erreichten mit 62,6 Prozent aller dokumentierten Fälle einen neuen Höchststand.

Der Projektleitung für Dokumentation und Monitoring des Verbands, Bartek Pytlas, erklärte, das Lagebild Antidiskriminierung mache sichtbar, was im Alltag oft übersehen werde: "Diskriminierung ist kein Einzelfall, sondern strukturelle Realität." Die Daten zeigten klar, wo Handlungsbedarf besteht - und sie seien "ein Auftrag an Politik und Gesellschaft, den Schutz vor Diskriminierung endlich wirksam zu gestalten".

Der Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) ist ein Dachverband unabhängiger Antidiskriminierungsberatungsstellen. Seine aktuell 38 Mitgliedsorganisationen verfügen nach eigenen Angaben über langjährige Erfahrungen in der Antidiskriminierungsarbeit.

(O.Tatarinov--DTZ)

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