Deutsche Tageszeitung - Trump-Zölle: US-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 3,0 Prozent

Trump-Zölle: US-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 3,0 Prozent


Trump-Zölle: US-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 3,0 Prozent
Trump-Zölle: US-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 3,0 Prozent / Foto: © AFP

Die US-Wirtschaft ist zwischen April und Juni stärker gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal um 3,0 Prozent auf das Jahr hochgerechnet, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington in einer ersten Schätzung mitteilte. Experten hatten einen Zuwachs um 2,5 Prozent erwartet. US-Präsident Donald Trump rief die Zentralbank Fed umgehend zur Senkung des Leitzinses auf.

Textgröße ändern:

Die US-Wirtschaft machte das Minus vom Jahresbeginn damit mehr als wett. Zwischen Januar und März war das BIP noch um 0,5 Prozent geschrumpft. Dafür hatte Trump seinen Vorgänger Joe Biden verantwortlich gemacht. Experten sprachen dagegen von "Bremsspuren" durch Trumps Zollpolitik, da zahlreiche US-Unternehmen Importe in Erwartung der Zollaufschläge vorzogen.

Der deutliche BIP-Anstieg im zweiten Quartal ist ebenfalls den im April verkündeten Trump-Zöllen geschuldet, wie das Handelsministerium betont: "Der Anstieg des realen BIP im zweiten Quartal spiegelt hauptsächlich einen Rückgang der Importe wider, die bei der Berechnung des BIP als Abzug berücksichtigt werden," heißt es in der Erklärung.

Trump schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social, die Notenbank müsse nun umgehend den Leitzins senken. "Lasst die Leute kaufen und ihre Häuser refinanzieren", appellierte er an die Fed und ihren Vorsitzenden Jerome Powell. Er hatte wiederholt einen Zinsschnitt von drei Prozentpunkten gefordert und drohte Powell zwischenzeitlich sogar mit seiner Entlassung.

Powell verkündet am Mittwochnachmittag (Ortszeit) nach zweitägigen Beratungen die Leitzinsentscheidung. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Notenbank den Leitzins unverändert in der Spanne zwischen 4,25 und 4,5 Prozent belassen wird. Die Fed begründet ihre Zurückhaltung bisher mit Risiken durch Trumps Zollpolitik, sie warnt vor deutlich steigenden Verbraucherpreisen und höheren Arbeitslosenzahlen.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Pilotengewerkschaft VC ruft für Montag und Dienstag zu Streiks bei Lufthansa auf

Nach dem Streik des Kabinenpersonal ereilt die Lufthansa gleich der nächste Ausstand: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Pilotinnen und Piloten für kommenden Montag und Dienstag zu "umfassenden Arbeitskampfmaßnahmen" bei der größten deutschen Fluggesellschaft aufgerufen. Der Streik beginnt am Montag um 00.01 Uhr und endet am Dienstag um 23.59 Uhr, wie die Gewerkschaft am Samstag mitteilte.

ICE nach Riss von Oberleitung in Sachsen-Anhalt gestoppt - Zwei Verletzte

Auf der vielbefahrenen Bahnstrecke zwischen Berlin und München ist am Samstag eine Oberleitung gerissen und auf einen ICE gestürzt. Wie die Bahn mitteilte, kam der betroffene Zug daraufhin in Höhe Zahna in Sachsen-Anhalt außerhalb eines Bahnhofs zum Stehen. Zwei Fahrgäste wurden leicht verletzt, weil durch die gerissene Leitung an einer Stelle im Zug Scheiben zu Bruch gingen.

Noch keine Einigung im Streit um Entlastungen bei Energiepreiskrise in Sicht

Im Streit um Entlastungen von den hohen Energiepreisen ist noch keine Einigung in Sicht. In Berlin berieten am Samstag die Spitzen der Regierungskoalition über einen Ausweg aus der Krise und weitere Themen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) pochte im Vorfeld trotz der Absage von Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf Markteingriffe in der Spritpreiskrise - Wirtschaftsexperten rieten davon ab. Die Grünen warfen Merz ein schlechtes Krisenmanagement vor.

Klingbeil lehnt Übernahme von Versicherungskosten für Bürgergeld-Beziehende ab

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat dem Reformvorschlag, die Gesundheitskosten von Bürgergeld-Beziehenden vollständig aus Steuermitteln statt über Sozialbeiträge zu bezahlen, eine Absage erteilt. Das sei keine echte Entlastung, sondern eine Milchmädchenrechnung, sagte er der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag. Kritik daran kam vom Spitzenverband der gesetzlichen Kassen (GKV) sowie von Patientenschützern, die den Staat hier in die Pflicht nahmen.

Textgröße ändern: