Deutsche Tageszeitung - Kfz-Gewerbe: Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern verdecken E-Auto-Flaute

Kfz-Gewerbe: Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern verdecken E-Auto-Flaute


Kfz-Gewerbe: Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern verdecken E-Auto-Flaute
Kfz-Gewerbe: Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern verdecken E-Auto-Flaute / Foto: © AFP

Eigenzulassungen von Autoherstellern und -händlern täuschen nach Angaben des Zentralverbands des Kfz-Gewerbes (ZDK) über eine maue Nachfrage nach Elektroautos hinweg. Seit zwei Jahren schrumpfe die Nachfrage nach E-Autos bei Privatkäufern, die gewerblichen Zulassungen stagnierten, erklärte der ZDK am Montag. Einzig die Eigenzulassungen "stimulieren die Zulassungsstatistik".

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Hersteller, Importeure oder Händler lassen Fahrzeuge selbst zu, etwa um Verkaufsstatistiken zu schönen oder bestimmte Verkaufsziele zu erreichen. Die Autos werden dann oft mit hohen Rabatten verkauft, weil sie als Tageszulassungen oder Vorführwagen gelten.

Im ersten Halbjahr 2025 hätten sich die Eigenzulassungen batterieelektrischer Autos durch Hersteller und Handel im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2023 mehr als verdoppelt - auf 65.401 Fahrzeuge, erklärte der ZDK. Allein die Eigenzulassungen der Hersteller hätten sich in zwei Jahren vervierfacht.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn machte die "nach wie vor bestehende politische Unsicherheit in Sachen E-Mobilität, aber auch die Zurückhaltung der Kundinnen und Kunden in wirtschaftlich unsicheren Zeiten" verantwortlich.

Entsprechend schlecht sei die Stimmung bei Deutschlands Autohändlern, so das Ergebnis einer Umfrage des ZDK unter rund 500 Autohäusern und Kfz-Betrieben. Fast die Hälfte (44 Prozent) blickten pessimistisch auf die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr - bei den größeren mit mehr als 50 Beschäftigten sind es 54 Prozent, bei den mittleren 44 Prozent, bei den kleineren mit bis zu 15 Beschäftigten 38 Prozent.

Peckruhn forderte die Politik zu einer "breit angelegten Förderung insbesondere privater Elektroautos" auf. "Das wäre mindestens die versprochene Senkung der Stromsteuer und der Netzentgelte für alle Konsumenten. Die aktuellen Maßnahmen der Koalition sind unzureichend und einseitig nur auf hochpreisige E-Dienstwagen ausgerichtet."

Die Kfz-Betriebe investierten seit über zehn Jahren in Ausbildung und Ausrüstung für E-Mobilität. "Wir geraten ökologisch, technologisch und wirtschaftlich ins Hintertreffen, wenn diese Technologie jetzt nicht hochläuft", warnte Peckruhn.

(M.Travkina--DTZ)

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