Deutsche Tageszeitung - Video-Streamer in Frankreich während Liveübertragung gestorben

Video-Streamer in Frankreich während Liveübertragung gestorben


Video-Streamer in Frankreich während Liveübertragung  gestorben
Video-Streamer in Frankreich während Liveübertragung gestorben / Foto: © AFP/Archiv

In Frankreich ist ein Video-Streamer während einer Liveübertragung im Internet gestorben. Wie die Staatsanwaltschaft in Nizza am Dienstag bestätigte, wurden Ermittlungen zur Todesursache des 46-Jährigen eingeleitet. Sein Tod sei am Montag im Ort Contes nördlich von Nizza während der Übertragung eines Livestreams festgestellt worden. Der Mann trat französischen Medien zufolge in Internet-Videos unter dem Pseudonym "Jean Pormanove" alias "JP" auf.

Textgröße ändern:

In den Videos ließ er sich von zwei weiteren Männern auf verschiedene Art und Weise Schmerzen zufügen. In einigen noch verfügbaren Filmen ist zu sehen, wie er sich ohne Schutzausrüstung mit Farbkugeln beschießen oder schlagen ließ. Die Videos wurden auf mehreren Plattformen veröffentlicht, hauptsächlich jedoch auf der australischen Plattform Kick. "JP" hatte dort zehntausende Abonnenten.

In dem Video, das den toten Streamer zeigt, war zu sehen, wie er unbeweglich unter einer Decke auf einem Bett liegt, berichteten Internetnutzer, die den Clip gesehen hatten. Im Raum sind demnach zwei weitere Männer, von denen einer mit einer kleinen Wasserflasche nach "JP" wirft. Einer der beiden weiteren Streamer verkündete am Montag den Tod seines "Mitstreiters" und "Partners" und rief dazu auf, das Video, das die Leiche zeigt, nicht zu verbreiten. Der Film war am Dienstag auf Kick nicht mehr verfügbar.

Frankreichs Digitalministerin Clara Chappaz bezeichnete den Fall des verstorbenen Streamers am Dienstag im Onlinedienst X als "absoluten Horror". Sie habe die Aufsichtsbehörden eingeschaltet und Kick um eine Stellungnahme gebeten.

Kick erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, das Unternehmen sei "tief bestürzt" über den Tod des Streamers. Die Umstände würden untersucht. Das Unternehmen setze sich entschieden für den Schutz der Streamer ein. Die australische Plattform ist für ihre relativ schwache Moderation von Inhalten bekannt. Streamer erhalten dort einen deutlich höheren Anteil der Einnahmen als bei Konkurrenzplattformen.

Die Videos von "JP" und seinem Mitstreitern waren einem breiteren Publikum durch einen Artikel in der französischen Enthüllungsplattform "Mediapart" bekannt geworden. Nach dem Bericht hatte die Polizei im Januar Ermittlungen eingeleitet, unter anderem wegen "vorsätzlicher Gewalt gegen schutzbedürftige Personen". Sowohl die Verdächtigen als auch das mutmaßliche Opfer hätten bestritten, das Straftaten begangen worden sein, teilte die Staatsanwaltschaft damals mit, ohne die Namen von "JP" und seinen Streaming-Partnern zu nennen.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Umstrittene deutsch-russische Atom-Zusammenarbeit genehmigt - unter Auflagen

In der Atomfabrik im niedersächsischen Lingen können künftig in Zusammenarbeit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom Brennelemente russischer Bauart hergestellt werden. Das niedersächsische Umweltministerium erteilte für das umstrittene Vorhaben am Mittwoch trotz ablehnender Haltung von Ressortchef Christian Meyer (Grüne) im Auftrag der Bundesregierung die erforderliche Genehmigung. Allerdings gab es Auflagen hinsichtlich der Einbeziehung von Rosatom.

Spritpreise klettern weiter - Diesel verteuert sich um fast zehn Cent je Liter

Bei den Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen hat sich der deutliche Aufwärtstrend nach dem Auslaufen des staatlichen Tankrabatts weiter fortgesetzt. Wie der ADAC am Mittwoch in München mitteilte, verteuerte sich vor allem Diesel im Vergleich zur Vorwoche stark und legte um fast zehn Cent pro Liter zu. Ungeachtet dessen plant die Bundesregierung nach Angaben von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) derzeit keine neuen Maßnahmen wegen der hohen Spritpreise.

Neue Startup-Strategie der Regierung legt Fokus auf Militär-Technolgie

Die neue Startup-Strategie soll unter anderem bessere Wachstumsbedingungen für junge Unternehmen im Militärbereich bringen. Geplant ist unter anderem ein Finanzierungsinstrument, mit dem sich der Bund direkt an derartigen Startups beteiligen kann, wie aus der am Mittwoch vorgelegten Strategie von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hervorgeht. Zudem sollen insgesamt der Fokus nicht mehr nur auf Startups, sondern auch auf dem Wachstum etablierter, junger Unternehmen, sogenannter Scaleups, liegen.

Berlin schreibt nun Vermietende bei zu hohen Angebotsmieten an

Das Land Berlin schreibt nun Briefe an Vermietende, wenn sie ihre Wohnungen mit einer zu hohen Miete angeboten haben. Im Juni seien mit einer automatisierten Analyse von Wohnungsportalen erstmalig 2102 öffentlich zugängliche Inserate festgestellt worden, bei denen "ein Verdacht auf Verstoß gegen die Mietenbegrenzungsregelungen" bestehe, teilte die Senatsverwaltung für Wohnen am Mittwoch mit. Die Vermietenden bekommen nun Post.

Textgröße ändern: