Deutsche Tageszeitung - USA stimmen Antrag Brasiliens auf WTO-Konsultationen wegen hohen US-Zöllen zu

USA stimmen Antrag Brasiliens auf WTO-Konsultationen wegen hohen US-Zöllen zu


USA stimmen Antrag Brasiliens auf WTO-Konsultationen wegen hohen US-Zöllen zu
USA stimmen Antrag Brasiliens auf WTO-Konsultationen wegen hohen US-Zöllen zu / Foto: © AFP/Archiv

Die USA haben einem Antrag Brasiliens zugestimmt, Konsultationen mit der Welthandelsorganisation (WTO) über die gegen Brasilien verhängten US-Zölle in Höhe von 50 Prozent aufzunehmen. "Die Vereinigten Staaten akzeptieren den Antrag Brasiliens, Konsultationen aufzunehmen", heißt es in einem Schreiben der WTO-Delegation in Washington vom 15. August, das auf der WTO-Website veröffentlicht wurde.

Textgröße ändern:

In dem Schreiben wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass einige der von Brasilien angesprochenen Themen "Fragen der nationalen Sicherheit" berührten, die "nicht Gegenstand einer Überprüfung" durch die WTO sein könnten. Das Konsultationsverfahren der WTO sieht vor, dass zunächst eine Verhandlungslösung angestrebt wird, bevor es zu einem Schlichtungsverfahren kommt.

Brasilien hatte im Zollstreit mit US-Präsident Donald Trump Anfang August die Welthandelsorganisation (WTO) eingeschaltet, nachdem die USA Importzölle in Höhe von 50 Prozent auf viele Produkte eingeführt hatten. Die Zölle zählen zu den höchsten, die Trump bislang verhängt hat. Das südamerikanische Land exportiert große Mengen Kaffee, Rindfleisch und Zucker in die USA.

Zugleich sind die Zölle auf Einfuhren aus Brasilien offen politisch motiviert. Anders als etwa mit der EU haben die USA im Warenhandel mit Brasilien kein Defizit, das Trump in der Regel zur Begründung seiner Zollpolitik heranzieht. Stattdessen will er erreichen, dass der Oberste Gerichtshof Brasiliens ein Verfahren wegen eines Putsch-Versuchs gegen den früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro fallen lässt.

Die US-Regierung verhängte zudem Sanktionen gegen den zuständigen Richter am Obersten Gericht, Alexandre de Moraes. Dieser hatte Bolsonaro unter Hausarrest gestellt, nachdem der ehemalige Präsident ein Verbot der Nutzung von Onlineplattformen missachtet hatte. Moraes habe "sich selbst zum Richter und Geschworenen in einer rechtswidrigen Hexenjagd gemacht", hieß es aus Washington. Bolsonaro drohen in dem Verfahren bis zu 40 Jahre Haft.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Hohe Spritpreise: Klingbeil pocht trotz Absage des Kanzlers auf Markteingriffe

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) pocht trotz der Absage von Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf Markteingriffe in der Spritpreiskrise. "Das Wirksamste ist gerade der Eingriff in den Markt. Das sehen wir in anderen europäischen Ländern", sagte Klingbeil in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe). "Und ich finde, wir sollten diesen Mut auch haben."

Iran-Krieg: US-Inflation springt im März auf 3,3 Prozent

Im Iran-Krieg ist die Inflation in den USA sprunghaft gestiegen. Die Verbraucherpreise legten im März um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das waren 0,9 Prozentpunkte mehr als im Februar. Hauptgrund sind die durch den Krieg massiv erhöhten Öl- und Gaspreise.

Reiche für Direktzahlung zur Unterstützung von Pendlern in der Spritpreiskrise

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hält direkte Finanzhilfen für Pendlerinnen und Pendler zur Entlastung von den stark gestiegenen Kraftstoffpreisen für möglich. Der frühere Finanzminister Jörg Kukies (SPD) habe es geschafft, einen Direktzahlungsmechanismus über eine App einzurichten, dort seien rund 14 Millionen Kontodaten von Bürgerinnen und Bürgern hinterlegt. "Diesen Mechanismus kann man sehr wohl nutzen, um Pendler, die ganz besonders lange Strecken zu fahren haben, direkt zu entlasten und Geld zuzuweisen", sagte Reiche am Freitag den Sendern RTL und ntv.

"Arbeitsgespräch" bei Klingbeil: "Wertvoller Input" für Koalitionsausschuss

Beim Treffen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) mit Vertreterinnen und Vertretern von Gewerkschaften und Unternehmensverbänden sind laut einer Ministeriumssprecherin Maßnahmen in der aktuellen Energiepreiskrise erörtert worden. Außerdem ging es um die generelle Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland, wie die Sprecherin am Freitag mitteilte. Über die Inhalte des Gesprächs sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Der Finanzminister werde die diskutierten Punkte als "wertvollen Input" mit in die weiteren Gespräche innerhalb der Bundesregierung nehmen.

Textgröße ändern: