Deutsche Tageszeitung - Niedriger Füllstand in Gasspeichern: Grünen-Politiker besorgt - Regierung beruhigt

Niedriger Füllstand in Gasspeichern: Grünen-Politiker besorgt - Regierung beruhigt


Niedriger Füllstand in Gasspeichern: Grünen-Politiker besorgt - Regierung beruhigt
Niedriger Füllstand in Gasspeichern: Grünen-Politiker besorgt - Regierung beruhigt / Foto: © AFP

Die Gasspeicher in Deutschland sind aktuell vergleichsweise schlecht gefüllt - der Grünen-Abgeordnete Michael Kellner kritisierte, Deutschland sei im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn nicht gut auf den kommenden Winter vorbereitet. Er warf der Bundesregierung vor, sie "erschöpft sich im Abwarten". Das Bundeswirtschaftsministerium wies die Bedenken am Freitag zurück.

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Am Stichtag 21. August waren die Speicher in Deutschland laut der europäischen Plattform zur Gasspeicherung (Agsi) zu 67,66 Prozent befüllt. In der gesamten EU betrug der Füllstand demnach 74,76 Prozent - Staaten wie Österreich (knapp 80 Prozent), Belgien (89 Prozent), Polen (85 Prozent) oder Frankreich (83 Prozent) wiesen hohe Füllstände auf.

Die Initiative Energien Speichern (Ines) hatte im Juli bei einem Füllstand von rund 70 Prozent gewarnt, für eine sichere Versorgung auch bei sehr kalten Temperaturen reiche ein solcher Füllstand nicht aus. Eine vollständige Befüllung der Gasspeicher bis zum 1. November 2025 zu Beginn der Heizsaison sei "bereits heute technisch nicht mehr möglich", erklärten die Experten. Bei einem "extrem kalten Winter" würden die Speicher bis Ende Januar vollständig entleert sein.

Ines ist ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher. Nach eigenen Angaben repräsentiert der Verband über 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten und etwa 25 Prozent aller Gasspeicherkapazitäten in der EU.

Kellner erklärte, angesichts des weiter tobenden Kriegs in der Ukraine und der unklaren Weltlage sollte die Regierung "alles dafür tun, die Speicher gefüllt zu haben". Sie dürfe nicht einfach abwarten.

Das Bundeswirtschaftsministerium versicherte am Freitag, es bestehe keine Gefahr einer Gasmangellage. Die Versorgung mit Pipelinegas aus Norwegen und Flüssiggas sei gesichert. "Anders als in den Vorjahren stehen uns derzeit vier schwimmende Flüssiggasterminals für die Versorgung zur Verfügung." Die Terminals gewährleisteten das ganze Jahr über eine sehr flexible Möglichkeit, Gas zu importieren. "Das führt dazu, dass Gasspeicher relativ gesehen an Attraktivität verloren haben zur Sicherstellung der Gasversorgungssicherheit."

(A.Stefanowych--DTZ)

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