Deutsche Tageszeitung - Rheinmetall eröffnet Europas größtes Munitionswerk - Klingbeil: Signal an Ukraine

Rheinmetall eröffnet Europas größtes Munitionswerk - Klingbeil: Signal an Ukraine


Rheinmetall eröffnet Europas größtes Munitionswerk - Klingbeil: Signal an Ukraine
Rheinmetall eröffnet Europas größtes Munitionswerk - Klingbeil: Signal an Ukraine / Foto: © AFP

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat am Mittwoch in Niedersachsen Europas größte Munitionsfabrik eröffnet. In dem Werk in Unterlüß sollen jährlich etwa 360.000 Artilleriegranaten hergestellt werden, wenn es im Jahr 2027 seine volle Kapazität erreicht hat. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bezeichnete die Eröffnung als ein "wichtiges Signal auch an die Menschen in der Ukraine", deren Verteidigung gegen Russland mit Granaten von Rheinmetall unterstützt werden soll.

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"Dieser Krieg ist real, das ist keine theoretische Debatte", sagte Klingbeil. Die Ukraine müsse deshalb auch mit militärischem Material unterstützt werden. "Dieses Werk in Unterlüß zeigt: Wir handeln." Der Vizekanzler fügte hinzu: "Wir investieren in unsere Sicherheit, das ist ein wichtiges Zeichen."

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte bei der Eröffnungsfeier, dass Granaten vom Kaliber 155 Millimeter bei der Verteidigung der Ukraine eine "Schlüsselrolle" spielten. Die Granaten "werden täglich in höchster Zahl verschossen, mehrere tausend pro Tag, der Bedarf ist immens", betonte Pistorius. "Die Ukraine muss versorgt bleiben, die Bundeswehr muss ihre Bestände auffüllen."

Für die Bundeswehr sei die Munitionsbeschaffung eine "zentrale Aufgabe", sagte der Verteidigungsminister. "Ohne ausreichende Munition kann die Bundeswehr weder ausreichend abschrecken noch wirksam kämpfen." Dass das Werk in Unterlüß in nur 14 Monaten errichtet worden sei, sei auch ein Erfolg der Zusammenarbeit von Politik und Rüstungsindustrie.

"Wir brauchen die Industrie als Partner", sagte Pistorius an die Rheinmetall-Vertreter gerichtet. "Wir wollen, dass Sie erfolgreich sind, denn Ihr Erfolg bedeutet Sicherheit für unser Land." Die Leistungsfähigkeit der deutschen Rüstungsindustrie solle in den kommenden Jahren noch weiter ausgebaut werden.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte wies in seiner Rede in Unterlüß auf die massive Aufrüstung Russlands hin. "Russland produziert Rüstungsgüter in einem unglaublichen Tempo", sagte Rutte. "Der militärische Aufwuchs zeigt: Man bereitet sich auf eine langfristige Konfrontation mit uns vor."

Die Nato müsse aus eigener Produktion dagegenhalten, wobei Rheinmetall eine "äußerst wichtige Rolle" spiele, betonte der Nato-Generalsekretär. Er sei dankbar, dass Deutschland bei der Sicherheit der Nato eine "Führungsrolle" einnehme.

Den Nato-Ländern sei es gelungen, ihre Produktion an Artilleriegranaten deutlich zu stärken, sagte Rutte. Dies müsse nun auch für andere Waffensysteme wie etwa Panzer und Raketen gelingen. "Es ist keine Zeit, sich auszuruhen", fügte er hinzu. "Das ist eine Schlacht, die wir gewinnen müssen und die wir gewinnen werden."

(U.Stolizkaya--DTZ)

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