Deutsche Tageszeitung - Studie: Deutsche Autobauer bei reinen Elektroautos bislang wenig innovativ

Studie: Deutsche Autobauer bei reinen Elektroautos bislang wenig innovativ


Studie: Deutsche Autobauer bei reinen Elektroautos bislang wenig innovativ
Studie: Deutsche Autobauer bei reinen Elektroautos bislang wenig innovativ / Foto: ©

Die deutschen Autobauer haben nach Einschätzung von Experten bei reinen Elektroautos immer noch Aufholbedarf. Wie das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach am Donnerstag mitteilte, liegt Volkswagen bei der Innovationskraft von 30 Herstellern in diesem Bereich auf dem vierten Platz - Daimler und BMW belegen demnach die Plätze 15 und 17. Bei Hybridfahrzeugen führen die deutschen Hersteller das Innovationsranking dagegen an.

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Das CAM untersuchte insgesamt 212 "Serien-Innovationen der Elektromobilität" von 2014 bis 2018 anhand von etwa 50 Kriterien. Bei reinen Elektrofahrzeugen ist der US-Hersteller Tesla demnach "mit weitem Abstand bei der Innovationsstärke führend, gefolgt von den chinesischen Herstellern BYD und BAIC". Chinesische Firmen setzen die etablierten Hersteller demnach "unter enormen Innovationsdruck". Dem Volkswagen Konzern gelang in der unter anderem durch den Audi E-tron der Sprung von Platz elf auf Platz vier.

Bei Daimler und BMW dagegen "fehlt derzeit noch ein breiteres Angebot mit konkurrenzfähigen Reichweiten und Preispositionen in verschiedenen Segmenten", erklärte das Institut. Das solle sich nach Angaben der Hersteller aber in den kommenden beiden Jahren ändern. Bei sogenannten Plug-In-Hybriden, also Autos mit Verbrennungsmotor und aufladbarer Batterie, führt BMW die Liste der innovativsten Autobauer vor Volkswagen und Daimler an.

Laut CAM beträgt der Normverbrauch neuer Hybridfahrzeuge in diesem Jahr durchschnittlich nur 1,8 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Der tatsächliche Verbrauch hänge jedoch "erheblich vom Nutzungsprofil des Fahrers" sowie von dessen Bereitschaft "zum ständigen Nachladen der kleinen Batterie" ab und sei meist "eklatant" höher.

Es bestehe "eine hohe Diskrepanz zwischen den Prüfstandswerten und der CO2-Bilanz auf der Straße", sagte CAM-Direktor Stefan Bratzel. Aufgrund des derzeit real kaum existierenden Klimavorteils lasse sich die bestehende hohe steuerliche Begünstigung von Plug-In-Hybriden nicht rechtfertigen.

(Y.Ignatiev--DTZ)