Deutsche Tageszeitung - Deutlicher Anstieg der Reallöhne im dritten Quartal

Deutlicher Anstieg der Reallöhne im dritten Quartal


Deutlicher Anstieg der Reallöhne im dritten Quartal
Deutlicher Anstieg der Reallöhne im dritten Quartal / Foto: © AFP

Die Reallöhne sind im dritten Quartal deutlich gestiegen. Nominal stiegen die Löhne um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal - bei einer Inflationsrate von 2,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Bereinigt um den Anstieg der Verbraucherpreise stiegen die Löhne demnach um 2,7 Prozent - der bislang höchste Anstieg in diesem Jahr. Im ersten Quartal hatten die Reallöhne um 1,2 Prozent zugelegt, im zweiten Quartal um 1,9 Prozent.

Textgröße ändern:

Wie die Statistiker weiter mitteilten, legten die Nominallöhne von Geringverdienern wie schon in den Vorquartalen überdurchschnittlich stark zu. Demnach verzeichnete das Fünftel der Vollzeitkräfte mit den geringsten Verdiensten von Juli bis September eine Steigerung von 7,2 Prozent. Für das obere Fünftel mit den höchsten Verdiensten lag der Zuwachs bei 4,9 Prozent und damit so hoch wie im Durchschnitt.

Bezogen auf die unterschiedlichen Branchen waren laut Bundesamt im dritten Quartal insbesondere im Bereich Unterricht und Erziehung "überdurchschnittliche Steigerungen der Nominallöhne" festzustellen - mit einem Plus von 7,3 Prozent. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen gab es demnach einen Anstieg um 7,2 Prozent. Mit 6,1 Prozent stiegen auch die Löhne in der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen sowie im Bereich Information und Kommunikation überdurchschnittlich.

Demgegenüber verzeichneten die Wirtschaftsabschnitte Baugewerbe (plus 3,5 Prozent), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (2,9 Prozent) und Gastgewerbe (2,8 Prozent) die niedrigsten Nominallohnzuwächse.

"Es geht mit den Löhnen wieder aufwärts, das ist eine gute Nachricht - für die Beschäftigten, die Binnennachfrage und die Konjunktur", erklärte Malte Lübker vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. "Aber insgesamt haben die Reallöhne gerade einmal die herben Kaufkraftverluste der letzten Jahre aufgeholt und sind jetzt wieder auf dem Stand vom dritten Quartal 2019."

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Kabinenpersonal bei der Lufthansa am Freitag zu Streik aufgerufen

Bei der Lufthansa ist das Kabinenpersonal für Freitag zum Streik aufgerufen. Bestreikt werden sollten zwischen 00.01 und 22:00 Uhr Abflüge der Lufthansa AG von den Flughäfen Frankfurt am Main und München, teilte die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Mittwoch mit. Grund seien die gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag.

Experten rechnen trotz Iran-Waffenruhe noch monatelang mit wirtschaftlichen Folgen

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges gegen den Iran werden voraussichtlich noch monatelang zu spüren sein. Der Chef der Internationalen Energie-Agentur, Fatih Birol, sprach von "vielen Monaten, wenn nicht Jahren", die eine Normalisierung dauern werde. Energieanalysten hoben die Lage bei Flüssigerdgas (LNG) hervor: Viele Produktionsanlagen in Nahost seien beschädigt. Der Reeder Hapag-Lloyd, kündigte an, die Straße von Hormus vorerst weiter zu meiden.

Nach Feuerpausen-Einigung: Sofortige Preissenkungen an Tankstellen bleiben aus

Nach der Einigung auf eine Feuerpause im Iran-Krieg sind Hoffnungen auf sofortige Preissenkungen an den deutschen Tankstellen enttäuscht worden. Am Mittag stiegen die Diesel- und Benzinpreise am Mittwoch erneut um gut fünf und knapp sechs Cent, wie der ADAC mitteilte. Die Bundesregierung mahnte "Realismus" an: Die Lage auf den Weltmärkten für Energie sei weiterhin unsicher. Die Debatte um mögliche Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher lief weiter.

Allianz-Handelsexperten: Deutsche Exporteure vergleichsweise optimistisch

Außenhandelsexperten bescheinigen der Exportwirtschaft und besonders den deutschen Unternehmen vor dem Hintergrund anhaltender weltweiter Krisen eine gute Resilienz. "Die weltweiten und insbesondere die deutschen Exporteure bleiben trotz einem Jahr Handelskrieg, einer veränderten Risikolandschaft und Nahostkonflikt relativ widerstandsfähig", erklärte der Kreditversicherer Allianz Trade am Mittwoch. Die Experten verweisen auf Befragungen von rund 6000 Unternehmen weltweit.

Textgröße ändern: