Deutsche Tageszeitung - Französischer Glashersteller Arc meldet Insolvenz an

Französischer Glashersteller Arc meldet Insolvenz an


Französischer Glashersteller Arc meldet Insolvenz an
Französischer Glashersteller Arc meldet Insolvenz an / Foto: © AFP/Archiv

Der französische Traditions-Glashersteller Arc mit Marken wie Arcoroc oder Luminarc hat seine Insolvenz erklärt. Das Unternehmen mit aktuell 3500 Beschäftigten im nordfranzösischen Arques nannte am Mittwoch eine "schwere und anhaltende Verschlechterung" seines Marktumfelds als Grund. Arc - 1825 gegründet - produziert Gläser und Geschirr für Haushalte und Gastronomie; seit Jahren erhält das Unternehmen staatliche Hilfe. Die Insolvenz soll nun bei einer Umstrukturierung helfen.

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"Unser Geschäftsmodell muss sich tiefgreifend ändern", erklärte Unternehmenschef Nick Hodler. Dazu gehöre auch ein Personalabbau. Die Gewerkschaft CGT fürchtet die Streichung von bis zu 500 Stellen.

CGT-Vertreter Frédéric Specque sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Markt sei tatsächlich schwierig: "Konsum und Kaufkraft sind gesunken", dazu komme die Konkurrenz aus Asien. "Wir werden von chinesischen Produkten überschwemmt, die unsere Produkte ohne Qualität kopieren, aber vier- bis fünfmal billiger sind."

Arc erklärte, dass ein Mitglied der langjährigen Eigentümerfamilie ein Konzept für einen Neustart vorgelegt habe: Timothée Durand. Er hatte Arc 2024 nach 20 Jahren im Unternehmen verlassen. Das Unternehmen nannte das Konzept am Mittwoch "seriös" und "realistisch". Vize-Industrieminister Sébastien Martin teilte mit, er werde sich am Donnerstag mit Durand treffen; der Staat werde aber mögliche Übernahmeangebote prüfen.

Arc produziert für die Eigenmarken Arcoroc, Luminarc, Cristal d'Arques Paris sowie Chef&Sommelier, aber auch für Ikea. Das Unternehmen kämpft seit Anfang des Jahrtausends mit Schwierigkeiten. In den vergangenen 20 Jahren schrumpfte das Personal fast auf ein Drittel. Der Staat gab Arc im April 2025 einen Kredit von 30 Millionen Euro und verzichtete auf einen Teil der 138 Millionen Euro, die bereits 2020 bis 2023 geflossen waren.

(M.Dorokhin--DTZ)

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