Deutsche Tageszeitung - Junge Frauen und Einwanderer im Job häufiger überqualifiziert

Junge Frauen und Einwanderer im Job häufiger überqualifiziert


Junge Frauen und Einwanderer im Job häufiger überqualifiziert
Junge Frauen und Einwanderer im Job häufiger überqualifiziert / Foto: © AFP

Unter jungen Erwerbstätigen sind Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und insbesondere selbst Eingewanderte in ihrer Anstellung überdurchschnittlich häufig überqualifiziert. Von den Frauen unter 35 Jahren gaben 16 Prozent an, einen höheren Bildungsabschluss als für ihre aktuelle Tätigkeit erforderlich zu haben, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Bei Männern liegt der Anteil nur bei 13 Prozent.

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Unter jungen Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind sogar 18 Prozent der Erwerbstätigen für ihren Job überqualifiziert, unter Gleichaltrigen ohne Einwanderungsgeschichte hingegen nur 14 Prozent. Noch mehr formal Überqualifizierte gibt es mit 19 Prozent unter den Menschen, die selbst eingewandert sind. Im Schnitt aller 15 bis 34 Jährigen liegt der Anteil bei 15 Prozent.

Männer sind zudem häufiger unterqualifiziert als Frauen, arbeiten also in Berufen, für die eigentlich ein höherer Berufsabschluss erforderlich wäre. Bei neun Prozent der Männer ist dies der Fall und nur bei fünf Prozent der Frauen.

Bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist dies allerdings anders: Mit elf Prozent sind deutlich überdurchschnittlich viele von ihnen für ihren Job unterqualifiziert. Bei selbst Zugewanderten steigt dieser Anteil sogar auf 14 Prozent.

"Offensichtlich nutzen Arbeitgeber*innen vor allem das Potenzial von jungen Frauen und von Menschen mit Einwanderungsgeschichte auf dem Arbeitsmarkt nicht so, wie sie es könnten", erklärte Bettina Kohlrausch, die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. "Dieses Thema anzugehen, wäre mit Sicherheit Erfolg versprechender im Kampf gegen den Fachkräftemangel als die aktuell diskutierte Einschränkung des Rechts auf Teilzeit."

Die Daten des Statistischen Bundesamtes wurden 2024 im Rahmen des Mikrozensus erhoben. Die Angaben beruhen demnach auf Selbstauskünften der Befragten. Als Menschen mit Einwanderungsgeschichte gelten diejenigen, die entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 in das heutige Gebiet Deutschlands eingewandert sind.

(P.Tomczyk--DTZ)

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