Deutsche Tageszeitung - Regierung plant Aufklärungskampagne über Gefahren von Social Media

Regierung plant Aufklärungskampagne über Gefahren von Social Media


Regierung plant Aufklärungskampagne über Gefahren von Social Media
Regierung plant Aufklärungskampagne über Gefahren von Social Media / Foto: © AFP

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat eine Aufklärungskampagne des Bundes über die Gefahren von sozialen Medien angekündigt. "Wir werden als Bund flankierend zur Einführung der Altersgrenze eine große Aufklärungskampagne starten, die auf die Gefahren und Risiken der Social-Media-Nutzung hinweist – ähnlich wie das bei den Themen Alkohol- oder Nikotinkonsum gemacht wurde", sagte die CDU-Vizevorsitzende dem "FOCUS".

Textgröße ändern:

Zudem prüft die Regierung, auch Kinderärzte stärker in die Aufklärung einzubeziehen. "Dann können sie bei den U-Untersuchungen die Eltern auf die Gefahren hinweisen", sagte Prien weiter. Dazu sei sie mit dem Bundesgesundheitsministerium im Gespräch.

Die Familienministerin warnte zugleich vor frauenfeindlicher Radikalisierung von jungen Männern im Netz. "Das ist ein massives Problem, wie auch Verfassungsschutzberichte zeigen", sagte die CDU-Politikerin. Dabei gehe es "Spontanradikalisierungen", die es in den Bereichen Frauenhass, Rechtsextremismus und Islamismus gibt. "Diese Art der Radikalisierung geht so rasend schnell, da kommen wir mit klassischer politischer Bildung in der Schule gar nicht hinterher."

Auf Social Media seien Kinder de facto völlig unreguliert etwa mit Gewalt und Pornografie konfrontiert, sagte Prien. "Es macht etwas mit Heranwachsenden, wenn sie Darstellungen sehen, in denen Frauen gedemütigt und als Objekte missbraucht werden."

Die Akteure seien extrem geschickt darin, "Kinder emotional zu manipulieren", sagte Prien. Das passiere auch im Gaming-Bereich und in Chatgruppen. "Die Kinder merken gar nicht, was mit ihnen passiert und welche Weltbilder ihnen vermittelt werden." Eltern und Lehrer spürten oft zu spät, "dass etwas nicht stimmt".

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Iran-Krieg: Trump-Forderung an Kongress könnte Ukraine-Kosten übersteigen

Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump könnte seine Regierung den Kongress um deutlich mehr Geld bitten als der Iran-Krieg kostet. Der Finanzbedarf gehe "über das hinaus, worüber wir im Zusammenhang mit dem Iran sprechen, denn wir leben in einer äußerst instabilen Welt", sagte Trump am Donnerstag in Washington. Die "Washington Post" hatte berichtet, seine Regierung wolle vom Kongress 200 Milliarden Dollar (rund 174 Milliarden Euro) fordern. Das wäre mehr als die gesamten bisherigen Ukraine-Hilfen der USA.

Erste Hürde für US-Handelsdeal genommen: EU-Parlament stimmt für Zollabschaffungen

Eine Handelsvereinbarung zwischen der EU und den USA aus dem vergangenen Jahr hat nach mehreren Monaten die erste Hürde im Europaparlament genommen. Die Abgeordneten im Handelsausschuss des Parlaments stimmten am Donnerstag dafür, die europäischen Zölle auf US-Industrieprodukte abzuschaffen. Die Abgeordneten stellten dafür aber eine Reihe von Bedingungen, über die sie in den kommenden Monaten mit den 27 EU-Ländern verhandeln müssen. US-Vertreter begrüßten den Schritt.

Weiterer Energiepreisschock nach Angriffen auf Energieinfrastruktur in Nahost

Der Öl- und insbesondere der Gaspreis sind infolge iranischer Angriffe auf Energieinfrastruktur in den Golfstaaten massiv angestiegen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte am Donnerstag zeitweise um mehr als zehn Prozent zu. Der europäische Erdgaspreis stieg zeitweise um mehr als 35 Prozent. Israel hatte am Mittwoch iranische Gasanlagen angegriffen. Teheran nahm daraufhin Öl- und Gasanlagen in Katar, Saudi-Arabien und Kuwait ins Visier.

UN-Schifffahrtsorganisation fordert Evakuierungskorridor für Schiffe im Persischen Golf

Die Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (IMO) fordert einen Evakuierungskorridor für die zahlreichen Schiffe, die wegen der Sperrung der Straße von Hormus im Persischen Golf festsitzen. IMO-Generalsekräter Arsenio Dominguez sprach am Donnerstag beim Abschluss einer zweitägigen Krisensitzung der Organisation in London von einem "humanitären Korridor", der dringend nötig sei. Nach Angaben der IMO sitzen rund 20.000 Seeleute infolge des Iran-Krieges auf rund 3200 Schiffen im Persischen Golf fest.

Textgröße ändern: