Deutsche Tageszeitung - "Ruinöse Importschwemme": Thyssenkrupp fährt Spezialstahlproduktion weiter zurück

"Ruinöse Importschwemme": Thyssenkrupp fährt Spezialstahlproduktion weiter zurück


"Ruinöse Importschwemme": Thyssenkrupp fährt Spezialstahlproduktion weiter zurück
"Ruinöse Importschwemme": Thyssenkrupp fährt Spezialstahlproduktion weiter zurück / Foto: © AFP

Der Stahlhersteller Thyssenkrupp hat angekündigt, die Produktion von sogenanntem kornorientiertem Elektroband, das für Stromnetze benötigt wird, weiter zurückzufahren. Das Werk in Isbergues in Frankreich werde über den Sommer erneut stillgelegt, erklärte das Duisburger Unternehmen am Donnerstag. Grund sei eine "ruinöse Importschwemme". 1200 qualifizierte Arbeitsplätze in Isbergues sowie in Gelsenkirchen stünden auf dem Spiel.

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Die Produktion in den Werken in diesen beiden Städten war bereits über den Jahreswechsel einige Wochen lang eingestellt worden, bevor es im Januar weiter ging. In Isbergues lief sie allerdings mit deutlich reduzierter Kapazität wieder an und wird nun erneut von Juni bis September komplett eingestellt.

Thyssenkrupp Electrical Steel ist nach eigenen Angaben einer von zwei verbliebenen europäischen Herstellern von kornorientiertem Elektroband. Das Material wird für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen benötigt und generell für den Transport von Strom.

Doch der europäische Markt für diese wichtigen Produkte "steht derzeit unter starkem Druck". Die Importmengen von Billigprodukten stiegen "ungebremst". Sie hätten sich seit 2022 verdreifacht und seien in 2025 nochmals um 50 Prozent angestiegen, erklärte Thyssenkrupp.

"Wir sehen uns mit Importpreisen konfrontiert, die teilweise weit unterhalb der Produktionskosten in der EU liegen", erklärte der Angelo Di Martino, Chef von Thyssenkrupp Electrical Steel, der auf den Spezialstahl spezialisierten Tochterfirma. Gleichzeitig bleibe der Markt für kornorientiertes Elektroband attraktiv: Marktstudien zufolge verdreifacht sich der globale Bedarf bis 2050.

"Wir brauchen daher dringend einen wirksamen Handelsschutz, um faire Wettbewerbsbedingungen für dieses strategisch wichtige Produkt herzustellen", forderte Di Martino. "Wir sind dazu in einem intensiven und guten Dialog mit der EU-Kommission und hoffen auf eine zeitnahe Einführung effektiver Safeguards."

(A.Stefanowych--DTZ)

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