Deutsche Tageszeitung - Hohe Spritpreise: Bahn verzeichnet zu Ostern höhere Nachfrage

Hohe Spritpreise: Bahn verzeichnet zu Ostern höhere Nachfrage


Hohe Spritpreise: Bahn verzeichnet zu Ostern höhere Nachfrage
Hohe Spritpreise: Bahn verzeichnet zu Ostern höhere Nachfrage / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Hintergrund hoher Benzinpreise wegen des Iran-Kriegs verzeichnet die Deutsche Bahn zu Ostern eine steigende Nachfrage. Wie eine Bahn-Sprecherin der "Bild am Sonntag" sagte, liegen die Buchungen im Fernverkehr an einzelnen Tagen im "zweistelligen Prozentbereich über den Erwartungen". Besonders gefragt seien die Verbindungen Berlin–Köln, Berlin–München sowie Frankfurt–Köln.

Textgröße ändern:

"Ich freue mich, dass mehr gebucht wird als erwartet - sicher auch wegen der hohen Spritpreise", sagte Bahnchefin Evelyn Palla der "Bild am Sonntag". Demnach setzt die Bahn ab diesem Wochenende bereit zusätzliche Züge "Richtung Sylt, Schwarzwald und bis zum Bodensee" ein.

Die Bahn konnte auf AFP-Anfrage nicht mitteilen, ob die Nachfrage zu Ostern voraussichtlich auch höher liegen wird als im Vorjahr. "Da die Ostertage in jedem Jahr anders liegen, sind Vergleiche zu den Vorjahren schwierig", erklärte eine Sprecherin.

Das Unternehmen verweist schon seit Anfang März auf eine höhere Nachfrage, die demnach mutmaßlich auf die die gestiegenen Spritpreise zurückgeht. Für den Fernverkehr wurde dabei an einzelnen Tagen von einem Anstieg der Buchungen um zehn Prozent berichtet.

Trotz des nun zu Ostern erweiterten Zusatzangebots warnte die Bahn vor Engpässen. Gründonnerstag, Karfreitag und Ostermontag gelten als "fast dicht", hieß es laut "Bild am Sonntag". Palla zufolge gibt es aber "außerhalb der Stoßzeiten" aber noch "freie Plätze und günstige Tickets, zum Beispiel am Karsamstag oder Ostersonntag".

Allerdings wird auch an Ostern laut Bahn gebaut, was in der Vergangenheit immer wieder zu Verzögerungen geführt hat. Betroffen sind den Angaben zufolge Strecken unter anderen zwischen Leipzig und Halle, rund um Hannover und zwischen Frankfurt und Fulda. Busse statt Bahn verkehren zudem zwischen Baden-Baden und Freiburg.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der "Bild am Sonntag" wollen mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten ihre Osterreise wegen der hohen Spritkosten einschränken. 23 Prozent halten an ihren Reiseplänen fest. Insa befragte dabei 1003 Personen am 26. und 27. März. Die mögliche Fehlerquote liegt bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

US-Exportdefizit vergrößert sich im Juli stark

Die USA haben im Juli mehr importiert und weniger exportiert. Das Exportdefizit des Landes vergrößerte sich somit stark und erreicht mit 88,6 Milliarden Euro den höchsten Wert seit über einem Jahr, wie das Handelsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Die aggressive Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hat eigentlich zum Ziel, die Außenhandelsbilanz mehr ins Gleichgewicht zu bringen.

Aufsichtsratssitzung bei Volkswagen: Kein Kompromiss zu Sparplan in Sicht

Der Sparkurs bei Volkswagen ist am Freitag erneut Thema im Aufsichtsrat - ein Kompromiss zwischen Management, Arbeitnehmervertretung und dem Land Niedersachsen war kurz davor aber nicht in Sicht. Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verlangte am Donnerstag vom VW-Vorstand ein Konzept, "das Auslastung der Standorte und damit den Erhalt der Industriearbeitsplätze am Standort Deutschland als Ziel hat".

Entwurf für Beschlussvorlage: SPD-Fraktion erwägt Zerschlagung von Öl-Konzernen

Die SPD-Fraktion im Bundestag will den Mineralölmarkt neu ordnen und erwägt auch die Zerschlagung von Konzernen mit großer Marktmacht. "Es gibt klare Hinweise, dass der Mineralölmarkt in Deutschland nicht richtig funktioniert", heißt es im Entwurf einer Beschlussvorlage für die derzeit stattfindende SPD-Klausur, der AFP am Donnerstag vorlag. "Wir werden deshalb in den kommenden Wochen weitere Änderungen des Kartellrechts beschließen, die die Preistransparenz erhöhen und dem Kartellamt zusätzliche Möglichkeiten geben, den Markt zu ordnen".

Verbesserte Konjunktur: Wirtschaftsinstitute heben Wachstumsprognosen deutlich

Die Konjunktur zieht wieder an: Weitere Wirtschaftsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich nach oben korrigiert. Das Kiel Institut (IfW) und das Leibniz-Institut aus Essen (RWI) erwarten nun eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent, das Münchener Ifo-Institut sogar um 1,4 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilten. Im Vergleich zur vorherigen Prognose hoben die Institute ihre Erwartungen damit um 0,5 bis 0,6 Prozentpunkte an. Die Chemieindustrie und der Maschinenbau meldeten verbesserte Geschäftssituationen.

Textgröße ändern: