Deutsche Tageszeitung - Empörung in Ukraine über Äußerung von Rheinmetall-Chef - Unternehmen beschwichtigt

Empörung in Ukraine über Äußerung von Rheinmetall-Chef - Unternehmen beschwichtigt


Empörung in Ukraine über Äußerung von Rheinmetall-Chef - Unternehmen beschwichtigt
Empörung in Ukraine über Äußerung von Rheinmetall-Chef - Unternehmen beschwichtigt / Foto: © AFP/Archiv

Mit der Gleichsetzung ukrainischer Drohnenhersteller mit "Hausfrauen" hat Rheinmetall-Chef Armin Papperger Empörung in der Ukraine ausgelöst. Das Rüstungsunternehmen aus Düsseldorf versuchte am Sonntag zu beschwichtigen und lobte den Beitrag "jeder einzelnen Frau und jedes Mannes in der Ukraine" zur Verteidigung des Landes.

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In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem US-Magazin "The Atlantic" hatte Papperger auf eine Frage zur Entwicklung von Drohnentechnologie in der Ukraine gesagt, dies sei "wie mit Lego zu spielen". Der Rheinmetall-Chef verglich zudem wichtige ukrainische Drohnenbauer mit "Hausfrauen": "Sie haben 3-D-Drucker in der Küche, und sie stellen Drohnenteile her. Das ist keine Innovation."

Die Äußerung löste eine scharfe Reaktion des ukrainischen Präsidentenberaters Alexander Kamyschin aus, der im Onlinedienst X die Erfolge ukrainischer Drohnen gegen russische Panzer hervorhob. Bei seinen Besuchen in Waffenfabriken habe er häufig ukrainische Frauen gesehen, die genauso arbeiteten wie Männer: "Sie sind großartige Hausfrauen, und doch müssen sie hart in den Militärfabriken arbeiten", schrieb Kamyschin. An Rheinmetall gewandt fügte er hinzu: "Sie verdienen Respekt."

Am Sonntag antwortete das Rüstungsunternehmen ebenfalls bei X und betonte, Rheinmetall habe "höchsten Respekt für die immensen Bemühungen der ukrainischen Bevölkerung, sich zu verteidigen". Jede Frau und jeder Mann in der Ukraine leiste dabei einen "unermesslichen Beitrag". Es sei der Ukraine besonders anzurechnen, dass das Land "sogar mit begrenzten Ressourcen hoch effektiv kämpft".

Pappergers Äußerung löste auch im Internet zahlreiche Reaktionen aus; unter dem Hashtag MadeByHousewives hagelte es Memes und Anspielungen auf die Effektivität ukrainischer Drohnen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befindet sich derzeit auf einer Reise durch mehrere Golfstaaten. Dabei vereinbarte er mit Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung.

Die Ukraine verfügt vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs über viel Erfahrung beim Einsatz von Drohnen sowie bei der Abwehr iranischer Schahed-Drohnen. Russland greift das Nachbarland unter anderem mit Schahed-Drohnen iranischer Bauart an, die Russland inzwischen unter der Bezeichnung Geran-2 selbst herstellt. Der Iran wiederum attackiert seit Beginn des Iran-Krieges mit den USA verbündete Golfstaaten. Ende Februar wurden ukrainische Experten in die Region entsandt, um bei der Abwehr von iranischen Drohnenangriffen zu helfen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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