Deutsche Tageszeitung - Gutachter: Deutschlandticket nutzt Umwelt, Wirtschaft und Verbrauchern

Gutachter: Deutschlandticket nutzt Umwelt, Wirtschaft und Verbrauchern


Gutachter: Deutschlandticket nutzt Umwelt, Wirtschaft und Verbrauchern
Gutachter: Deutschlandticket nutzt Umwelt, Wirtschaft und Verbrauchern / Foto: © AFP/Archiv

Ein wissenschaftliches Gutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministerium zum Deutschlandticket hat dem staatlich geförderten Angebot ein durchweg gutes Zeugnis ausgestellt. Das Ticket sei gut für die Umwelt und habe auch "positive volkswirtschaftliche Effekte", erklärten die Gutachter am Dienstag. Die Mobilität insbesondere von Menschen mit geringerem Einkommen werde dadurch zudem verbessert und ihr gesellschaftliche Teilhabe gestärkt.

Textgröße ändern:

Das Ticket, das derzeit 63 Euro pro Monat kostet und zur Nutzung des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland berechtigt, wird dem Gutachten zufolge sehr gut genutzt. Derzeit gibt es demnach 14,5 Millionen Abonnenten - "das entspricht etwa einem Fünftel der Bevölkerung". Das Ticket sei besonders in den Metropolen stark nachgefragt, zugleich spiele es "auch in ländlicheren Räumen eine relevante Rolle".

Die starke Nutzung des Angebots führt laut Schätzungen der Gutachter zu CO2-Einsparungen von rund 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr. "Dies entspricht einer Reduktion der Emissionen des privaten Pkw-Verkehrs um etwa drei Prozent."

Wirtschaftlichen Effekte ergeben sich den Angaben nach etwa dadurch, dass Menschen durch das Angebot Geld sparen, das sie an anderer Stelle ausgeben können. Auch sei eine höhere Auslastung des öffentlichen Nahverkehrs grundsätzlich ökonomisch positiv zu bewerten. Ersten Abschätzungen zufolge liegen diese Effekte "in der Summe über dem aktuellen Niveau der Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern".

Ebenfalls positiv wirkte sich das Deutschlandticket dem Gutachten zufolge auf die Digitalisierung im Vertrieb der Verkehrsunternehmen aus. Allerdings bestehe hier "weiterhin Entwicklungsbedarf".

Die Analysen ergaben, dass weitere 5,8 Millionen Menschen das Deutschlandticket nutzen könnten, wenn das Angebot und das Marketing verbessert werden. Für den nachhaltigen Erfolg seien zudem insbesondere mehr Verlässlichkeit von Bussen und Bahnen sowie eine "moderate Preisentwicklung" vonnöten.

Das Verkehrsministerium hat das Institut für angewandte Sozialwissenschaft mit der Untersuchung der Wirkung des Deutschlandtickets beauftragt. Das nun vorgestellte Gutachten, erstellt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen, der TU Dresden sowie der Unternehmensberatung mobilité, ist der dritte Zwischenbericht. Die Evaluierung läuft seit Spätsommer 2024 bis 2027.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Märkte rechnen mit Kriegsende in Nahost - Ölpreis sinkt

Die Aktienmärkte weltweit rechnen offenbar mit einem baldigen Ende des Krieges in Nahost. Die Kurse waren am Dienstag vielerorts im Aufwind und der Ölpreis gab deutlich nach. "Der Markt ist ein zukunftsorientierter Mechanismus, und derzeit preist er ein, dass der Krieg vorbei ist", erklärte Adam Sarhan, Analyst bei 50 Park Investments.

Konkurrenz für Starlink: Amazon kündigt Kauf von Globalstar an

Der US-Konzern Amazon hat den Kauf des US-Satellitenbetreibers Globalstar angekündigt. Amazon habe ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet und werde den Aktionären von Globalstar ein Angebot von 90 Dollar pro Anteilsschein machen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Globalstar hat Medienberichten zufolge einen Marktwert von rund neun Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro).

Selenskyj verspricht Reparatur von Druschba-Pipeline bis "Ende April"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Reparatur der für Ungarn wichtigen Druschba-Ölpipeline bis "Ende April" zugesagt. Bis dahin werde die Leitung so weit instandgesetzt, dass sie wieder funktioniere, sagte Selenskyj am Dienstag bei den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin. Nach dem Wahlsieg der Opposition in Ungarn zeigte sich Selenskyj zuversichtlich, dass die neue Regierung in Budapest im Gegenzug den Widerstand gegen die Freigabe eines 90 Milliarden Euro schweren EU-Darlehens aufgibt.

Preise an den Zapfsäulen wieder gestiegen - aber nur geringfügig

Die Preise an den Zapfsäulen in Deutschland sind zuletzt wieder gestiegen. Am Montag kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 2,300 Euro und damit 0,7 Cent mehr als am Vortag, wie der ADAC am Dienstag mitteilte. Super E10 verteuerte sich demnach ebenfalls um 0,7 Cent, der Preis lag damit am Montag bei 2,107 Euro.

Textgröße ändern: