Deutsche Tageszeitung - Bericht: Zeitplan für Start des staatlichen Vorsorgedepots wackelt

Bericht: Zeitplan für Start des staatlichen Vorsorgedepots wackelt


Bericht: Zeitplan für Start des staatlichen Vorsorgedepots wackelt
Bericht: Zeitplan für Start des staatlichen Vorsorgedepots wackelt / Foto: © AFP

Die Bundesregierung gerät nach einem Zeitungsbericht bei der Reform der privaten Altersvorsorge in Zeitnot. Wie das "Handelsblatt" vorab aus der Freitagsausgabe berichtete, wird das geplante staatliche Standarddepot wahrscheinlich nicht bereitstehen, wenn am 1. Januar 2027 zahlreiche private Anbieter ihre Versionen des Altersvorsorgedepots auf den Markt bringen. Demnach sind offenbar viele Fragen offen – etwa, welche staatliche Stelle das eingezahlte Kapital anlegen soll und welche Behörde die Verträge verwalten soll.

Textgröße ändern:

Die bisherige Riester-Rente soll ab 2027 durch ein neues, staatlich gefördertes Vorsorgemodell abgelöst werden. Die Neuregelung soll mehr Menschen ermuntern, privat Geld für die Rente zurückzulegen. Dazu sollen Anbieter wie Banken, Sparkassen und Versicherungen künftig ein leicht verständliches Standardprodukt im Portfolio haben, das den Einsteig in die private Vorsorge erleichtern soll.

In Regierungskreisen wird laut "Handelsblatt" inzwischen damit gerechnet, dass der Starttermin 1. Januar nicht zu halten sein wird. Jeder Kunde benötige ein eigenes Depot und wünsche sich Informationen und Kontaktmöglichkeiten. Der öffentliche Träger müsse für hunderttausende Kundenkontakte gewappnet sein. Das seien weder die Bundesbank noch der Staatsfonds Kenfo. Für einen solchen Auftrag wäre eine europarechtliche Ausschreibung notwendig, hieß es der Zeitung zufolge aus Kenfo-Kreisen. Schon allein diese Ausschreibung würde demnach Monate dauern.

Das Finanzministerium hält derweil am Zeitplan fest. "Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot startet zum 1. Januar 2027", betonte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage der Zeitung. "Ab diesem Zeitpunkt sind alle Anbieter verpflichtet, auch ein kostengünstiges Standarddepot mit einem Effektivkostendeckel von einem Prozent pro Jahr anzubieten." Diese Aussage lässt allerdings offen, ob auch das staatliche Standarddepot am 1. Januar startet.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Zahl der Wohnungen in Deutschland steigt um knapp 200.000

Die Zahl der Wohnungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 196.000 oder 0,4 Prozent angestiegen. Zum Jahresende 2025 gab es rund 44,0 Millionen Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Demnach setzte sich der Trend hin zu größeren Wohnungen und mehr Wohnfläche pro Einwohner weiter fort.

Essenslieferdienst Delivery Hero einigt sich mit Uber auf Übernahme

Der deutsche Essenslieferdienst Delivery Hero hat sich mit dem US-Fahrdienstvermittler Uber auf eine milliardenschwere Übernahme geeinigt. Die beiden Unternehmen trafen dafür eine Zusammenschlussvereinbarung, wie Delivery Hero am Donnerstag mitteilte. Demnach macht der US-Konzern den Aktionären der deutschen Firma ein Barangebot von 41,5 Euro pro Aktie, was einer Unternehmensbewertung von 13 Milliarden Euro entspreche.

Schwesig bekräftigt Kritik an Einschnitten bei Unterhaltsvorschuss

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat ihre Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur Kürzung beim Unterhaltsvorschuss bekräftigt. Die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz und von Bundesministerin Karin Prien (beide CDU) zeigten, "dass sie die Lebenssituation von Alleinerziehenden und ihren Kindern nicht verstanden haben", sagte Schwesig dem "Spiegel". Viele Alleinerziehende arbeiteten und seien trotzdem auf den Unterhaltsvorschuss angewiesen.

Chiphersteller TSMC aus Taiwan verzeichnet Gewinnplus von 77,4 Prozent

Der Boom bei der Künstlichen Intelligenz (KI) hat dem Chiphersteller TSMC im zweiten Quartal ein Gewinnplus von 77,4 Prozent beschert. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf einen neuen Rekordstand von 706,6 Milliarden Neue Taiwan-Dollar (19,2 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit übertraf der Konzern die Prognosen von Analysten.

Textgröße ändern: