Deutsche Tageszeitung - Wegen Chinas Dominanz: Trump verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen

Wegen Chinas Dominanz: Trump verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen


Wegen Chinas Dominanz: Trump verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen
Wegen Chinas Dominanz: Trump verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen / Foto: © AFP

Wegen der Dominanz Chinas auf dem Markt für unbemannte Luftfahrzeuge hat US-Präsident Donald Trump Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen und ihre Bestandteile verhängt. Er unterzeichnete am Donnerstag eine entsprechende Anordnung, mit der die Abhängigkeit von chinesischen Importen verringert werden soll. Das Weiße Haus verweist auf die nationale Sicherheit, denn spätestens seit dem Krieg in der Ukraine ist klar, dass auch kommerzielle und Hobby-Drohnen militärisch eingesetzt werden können.

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Der Anordnung zufolge wird der Zollsatz von 100 Prozent auf große Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 25 Kilogramm fällig und zudem für solche, die mit sicherheitsrelevanten Technologien wie Wärmebildkameras ausgestattet sind. Für kleinere Fluggeräte werden 25 Prozent Aufschlag erhoben. Die meisten der Zölle sollen den Angaben zufolge am 3. September in Kraft treten.

"Die Zölle zielen in erster Linie auf Industrie- und kommerzielle Drohnen ab und in geringerem Maße auf kleinere Drohnen, die von Hobbyfliegern genutzt werden", erklärte Clayton Swope, Senior Fellow am Center for Strategic and International Studies. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Zölle die heimische Produktion von Drohnen und deren Komponenten ankurbeln und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten verringern.

Die US-Telekommunikationsbehörde FCC hatte sich im vergangenen Dezember für eine Stärkung der heimischen Drohnenproduktion stark gemacht. Dies würde "das Risiko direkter Angriffe und Störungen durch unbemannte Luftfahrzeuge, unbefugter Überwachung, des Abflusses sensibler Daten sowie anderer Bedrohungen für die innere Sicherheit verringern". Drohnen seien "von Natur aus doppelt nutzbar: Sie sind sowohl kommerzielle Plattformen als auch potenziell militärische oder paramilitärische Sensoren und Waffen".

Übereinstimmenden Studien zufolge beherrscht das 2006 gegründete chinesische Unternehmen DJI rund zwei Drittel des weltweiten Drohnen-Marktes. Washington hat das Unternehmen seit Jahren im Visier, etwa warfen die Behörden DJI vor, Produkte für die Überwachung ethnischer Minderheiten in China, insbesondere der Uiguren, zu liefern. Seit 2022 steht DJI auf einer US-Liste chinesischer Unternehmen, die mit dem Militär des Landes in Verbindung stehen und daher Beschränkungen beim Zugang zu US-Technologie unterliegen.

In der vergangenen Woche hatte Peking Beschränkungen für den Export von Drohnen in die USA angekündigt und sechs Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt. Dies galt als Reaktion auf Handelssanktionen, die Washington mit Zwangsarbeit und Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit begründet hatte.

Ende Juli hatte die US-Regierung auch humanoide und vierbeinige Roboter auf eine schwarze Liste von Produkten und Unternehmen gesetzt, deren Einfuhr untersagt ist, und dies mit der nationalen Sicherheit begründet. Auch dieser Sektor wird von der chinesischen Industrie dominiert.

(W.Budayev--DTZ)

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