Volkswagen-Beschäftigte werfen Vorstand "desaströse Kommunikation" vor
Vor einer Reihe von Betriebsversammlungen haben die Volkswagen-Beschäftigten dem Konzernvorstand des Autobauers "desaströse Kommunikation nach außen" vorgeworfen. Die Mitarbeitenden und ihre Familien seien aufgrund dieses Vorgehens "verunsichert und verängstigt", heißt es in einem Texts des Gesamtbetriebsrats im Intranet, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Der Vorwurf stammt aus einer Online-Erhebung, bei der die Beschäftigten unter anderem ihre Fragen an den Konzernvorstand formulieren konnten.
Im Juli hatten Medien tagelang über mögliche Stellenstreichungen berichtet. Konzernchef Oliver Blume äußerte sich danach in einem im Intranet des Konzerns veröffentlichten Interview: Dabei sprach er von weltweit etwa 50.000 abzubauenden Stellen, um die Gemeinkosten auf ein "wettbewerbsfähiges Niveau" zu bringen.
In einem weiteren internen Interview aus der vergangenen Woche sagte der Konzernchef, ein Abbau von rund 50.000 Stellen weltweit bis 2030 sei "keine fixe Zielgröße". Die Zahl errechne sich "aus unserem Kostenziel im Vergleich zum Wettbewerb und gibt eine Orientierung, wie groß unser Handlungsbedarf ist".
Die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm stehen zudem auf der Kippe. Blume wiederholte in dem jüngsten Intranet-Interview, in den genannten Werken "können wir heute keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre darstellen". Eine konkrete Entscheidung zu Werksschließungen sei noch nicht getroffen, fuhr er fort.
In dieser Woche findet eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen statt. Am Dienstag in Wolfsburg sowie am Mittwoch in Emden und Zwickau will Blume persönlich daran teilnehmen.
(M.Travkina--DTZ)