Deutsche Tageszeitung - Verbraucherschützer: Reklamationen per Einschreiben geltend machen

Verbraucherschützer: Reklamationen per Einschreiben geltend machen


Verbraucherschützer: Reklamationen per Einschreiben geltend machen
Verbraucherschützer: Reklamationen per Einschreiben geltend machen / Foto: ©

Die Rechte von Verbrauchern gelten nach Einschätzung von Verbraucherschützern auch bei längeren Schließzeiten der Geschäfte. Reklamationen schadhafter Produkte etwa sind momentan zwar "auf Eis gelegt", doch haben Kunden dafür sechs Monate Zeit, wie Rechtsexperte Kay Görner von der Verbraucherzentrale Sachsen am Freitag erläuterte. Erst nach Ablauf dieser Zeit muss ein Kunde beweisen, dass der Mangel bereits beim Kauf bestand.

Textgröße ändern:

"Laufen diese sechs Monate nun in der Schließzeit ab, ist es ausreichend, den Mangel etwa per Foto zu zeigen und per Einschreiben beim Verkäufer geltend zu machen." Die Adresse vieler Geschäfte sei im Internet zu finden. "Wenn das gelingt, haben Kunden ab dem Zeitpunkt des Kaufs zwei Jahre Zeit, ihre Rechte einzufordern", erklärte Görner.

Einen Anspruch auf Umtausch haben Kunden im stationären Handel dagegen nicht - Umtausch oder Rücknahme bei Vorlage des Kassenbons sind freiwillige Angebote eines Händlers, wie Görner sagte. Ein gesetzliches Widerrufsrecht binnen 14 Tagen gebe es, anders als bei Bestellungen übers Internet nicht. Verbraucher können nach Einschätzung des Experten aber auf Entgegenkommen setzen; sie sollten die Schließtage des Geschäfts dokumentieren, so seine Empfehlung.

Wenig Probleme sieht Görner bei Gutscheinen: Sie sind grundsätzlich drei Jahre gültig, und bei Geldbeträgen - etwa bei einem Gutschein über 50 Euro für einen Elektromarkt - beginnt die Frist erst Ende des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde. "Wer etwa im März 2017 einen Gutschein bekommen hat, kann ihn noch bis 31. Dezember 2020 einlösen."

Bei befristeten Gutscheinen - etwa bei einem Gutschein über den Eintritt in ein Spaßbad - können Verbraucher nach Einschätzung Görners ebenfalls auf Kulanz der Anbieter zählen, denn: "In Zeiten wie diesen müssen wir alle zusammenrücken."

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Nach Mega-IT-Panne normalisiert sich die Lage vielerorts allmählich

Nach einer folgenschweren IT-Panne mit Auswirkungen auf Fluggesellschaften, Krankenhäuser und Fernsehsender weltweit hat sich die Lage am Wochenende vielerorts allmählich beruhigt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erklärte am Samstag, nach den Ausfällen "normalisiert sich die Lage in vielen Bereichen wieder". Mehrere Fluggesellschaften in den USA sowie in Asien erklärten, dass sie ihren Betrieb wieder aufgenommen hätten. Auch am Berliner Flughafen verliefen die Abfertigungen wieder "reibungslos", wie ein BER-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

Brauerei ruft alkoholfreies Bier zurück - weil es Alkohol enthalten könnte

Eine Brauerei in Baden-Württemberg hat als alkoholfrei gekennzeichnete Sixpacks zurückgerufen - weil das darin enthaltene Bier Alkohol enthalten könnte. Grund dafür ist ein Fehler bei der Etikettierung, wie die Hirsch-Brauerei Honer in Wurmlingen am Samstag mitteilte. Demnach sind in den Sixpacks mit der Kartonagen-Aufschrift "Hirsch Alkoholfrei Weisse" teils auch Flaschen mit alkoholhaltigem Weißbier verpackt.

Ausschreitungen bei Demo gegen Wasserreservoirs in Westfrankreich

In Westfrankreich ist es beim Protest gegen den Bau großer Bewässerungsreservoirs für die Landwirtschaft zu kurzzeitigen Zusammenstößen radikaler Protestteilnehmer mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Hafenstadt La Rochelle wurden am Samstag bis zum frühen Nachmittag sechs Menschen in Polizeigewahrsam genommen. Demnach wurde ein Polizist durch Verbrennungen verletzt, auch fünf Demonstrierende erlitten leichte Verletzungen. Überdies seien mehrere Geschäfte beschädigt oder geplündert sowie Bushaltestellen und Werbetafeln zerstört worden.

Nach Mega-IT-Panne: Weltweiter Flugbetrieb wieder aufgenommen

Nach einer folgenschweren IT-Panne mit Auswirkungen auf Fluggesellschaften, Krankenhäuser und Fernsehsender weltweit normalisiert sich die Lage in vielen Ländern allmählich. Mehrere Fluggesellschaften in den USA sowie in Asien erklärten, dass sie ihren Betrieb wieder aufgenommen hätten. Auch am Berliner Flughafen verliefen die Abfertigungen wieder "reibungslos", wie ein BER-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP am Samstag auf Anfrage mitteilte.

Textgröße ändern: