Deutsche Tageszeitung - Gutachten: Verbraucher können Pauschalreisen bis Ende August kostenlos stornieren

Gutachten: Verbraucher können Pauschalreisen bis Ende August kostenlos stornieren


Gutachten: Verbraucher können Pauschalreisen bis Ende August kostenlos stornieren
Gutachten: Verbraucher können Pauschalreisen bis Ende August kostenlos stornieren / Foto: ©

Zur Frage, ob Verbraucher ihre Pauschalreisen ins Ausland bis zum Ende des Sommers kostenlos stornieren können, ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) veröffentlichte am Montag ein Gutachten des Reiserechtlers Klaus Tonner, wonach Verbraucher ihre Reisen ins Ausland, die bis Ende August stattfinden sollen, kostenlos absagen können. Der Deutsche Reiseverband legte ein Gutachten von Reiserechtler Hans-Josef Vogel vor, wonach das nicht möglich ist.

Textgröße ändern:

Das zentrale Argument im Gutachten für den vzbv ist laut den Verbraucherschützern: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Umstände der Covid-19-Pandemie zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Reise führen. Das legten bisherige Pressemeldungen und Äußerungen ranghoher Politiker nahe. Mit einer Änderung dieser Umstände sei bis Ende August nicht zu rechnen.

Daher könne der Kunde kostenlos stornieren. Damit sei auch keine Restzahlung mehr zu leisten. Der Reiseveranstalter muss die Anzahlung zurückerstatten. Kunden müssten demnach auch nicht darauf warten, dass der Reiseanbieter die Reise absagt.

Das Gegenteil sei der Fall, erklärte der Reiseverband umgehend und berief sich auf das von ihm beauftragte Gutachten: Stornierten Verbraucher Reisen mit Abreisedatum nach dem 14. Juni – bis zu diesem Datum gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amts – schon jetzt, müssten sie damit rechnen, die Stornierungskosten im Nachhinein übernehmen zu müssen. Denn eine Prognoseentscheidung darüber, ob Reisen nach dem 14. Juni – wohin auch immer – möglich oder nur mit erheblichen Einschränkungen möglich seien, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgegeben werden, erklärte der Branchenverband.

"Wir geben den Sommerurlaub nach wie vor nicht verloren", versicherte Verbandspräsident Norbert Fiebig. "Sobald es die Entwicklung der Corona-Pandemie erlaubt, werden sukzessive auch wieder Reisen in und außerhalb Deutschlands möglich sein." Maßstab müsse die Entwicklung von Covid-19 sein. "Warum sollte es nicht möglich sein, in Länder zu reisen, die mit Deutschland vergleichbare oder bessere Bedingungen haben?". Fiebig forderte "unbedingt wieder differenzierte Reisehinweise".

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Nach Mega-IT-Panne normalisiert sich die Lage vielerorts allmählich

Nach einer folgenschweren IT-Panne mit Auswirkungen auf Fluggesellschaften, Krankenhäuser und Fernsehsender weltweit hat sich die Lage am Wochenende vielerorts allmählich beruhigt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erklärte am Samstag, nach den Ausfällen "normalisiert sich die Lage in vielen Bereichen wieder". Mehrere Fluggesellschaften in den USA sowie in Asien erklärten, dass sie ihren Betrieb wieder aufgenommen hätten. Auch am Berliner Flughafen verliefen die Abfertigungen wieder "reibungslos", wie ein BER-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

Brauerei ruft alkoholfreies Bier zurück - weil es Alkohol enthalten könnte

Eine Brauerei in Baden-Württemberg hat als alkoholfrei gekennzeichnete Sixpacks zurückgerufen - weil das darin enthaltene Bier Alkohol enthalten könnte. Grund dafür ist ein Fehler bei der Etikettierung, wie die Hirsch-Brauerei Honer in Wurmlingen am Samstag mitteilte. Demnach sind in den Sixpacks mit der Kartonagen-Aufschrift "Hirsch Alkoholfrei Weisse" teils auch Flaschen mit alkoholhaltigem Weißbier verpackt.

Ausschreitungen bei Demo gegen Wasserreservoirs in Westfrankreich

In Westfrankreich ist es beim Protest gegen den Bau großer Bewässerungsreservoirs für die Landwirtschaft zu kurzzeitigen Zusammenstößen radikaler Protestteilnehmer mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Hafenstadt La Rochelle wurden am Samstag bis zum frühen Nachmittag sechs Menschen in Polizeigewahrsam genommen. Demnach wurde ein Polizist durch Verbrennungen verletzt, auch fünf Demonstrierende erlitten leichte Verletzungen. Überdies seien mehrere Geschäfte beschädigt oder geplündert sowie Bushaltestellen und Werbetafeln zerstört worden.

Nach Mega-IT-Panne: Weltweiter Flugbetrieb wieder aufgenommen

Nach einer folgenschweren IT-Panne mit Auswirkungen auf Fluggesellschaften, Krankenhäuser und Fernsehsender weltweit normalisiert sich die Lage in vielen Ländern allmählich. Mehrere Fluggesellschaften in den USA sowie in Asien erklärten, dass sie ihren Betrieb wieder aufgenommen hätten. Auch am Berliner Flughafen verliefen die Abfertigungen wieder "reibungslos", wie ein BER-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP am Samstag auf Anfrage mitteilte.

Textgröße ändern: