Deutsche Tageszeitung - "Bezos, raus aus der Lagune": Protest gegen Hochzeit von US-Milliardär in Venedig

"Bezos, raus aus der Lagune": Protest gegen Hochzeit von US-Milliardär in Venedig


"Bezos, raus aus der Lagune": Protest gegen Hochzeit von US-Milliardär in Venedig
"Bezos, raus aus der Lagune": Protest gegen Hochzeit von US-Milliardär in Venedig / Foto: © AFP

In Venedig haben am Samstag mindestens 500 Menschen gegen die Hochzeit von US-Milliardär Jeff Bezos und der früheren Fernsehmoderatorin Lauren Sánchez protestiert. "Bezos, raus aus der Lagune", riefen die Demonstrantinnen und Demonstranten, als sie durch das historische Stadtzentrum zogen. Auf der berühmten Rialtobrücke über dem Canal Grande zündeten sie Rauchbomben und entrollten ein großes Banner mit der Aufschrift "No Space for Bezos"("Kein Platz für Bezos").

Textgröße ändern:

Organisiert wurde die Demonstration vom gleichnamigen Protestbündnis, das seit mehreren Tagen gegen die Promi-Hochzeit in der notorisch unter Übertourismus leidenden Stadt in Norditalien protestiert. Am Donnerstagabend war mit grünem Licht die Protestbotschaft "No Kings, No Bezos" ("Keine Könige, kein Bezos") auf den Glockenturm des Markusdoms projiziert worden. Bei der Demonstration am Samstag wurden Schilder mit der Aufschrift "Eat the Rich" ("Fresst die Reichen") hochgehalten. Viel Kritik richtete sich auch gegen den "korrupten" Bürgermeister Venedigs.

Der 61-jährige Bezos, einer der reichsten Männer der Welt, und die 55-jährige Sánchez hatten sich am Freitag in Venedig das Ja-Wort gegeben. An den Feierlichkeiten nahmen Promis aus der Modewelt, dem Showbusiness und der Tech-Industrie teil, darunter Reality-Star Kim Kardashian, US-Präsidententochter Ivanka Trump, Star-Moderatorin Oprah Winfrey, US-Sänger Usher, Schauspieler wie Orlando Bloom und Leonardo DiCaprio, Microsoft-Gründer Bill Gates sowie Mitglieder des jordanischen Königshauses.

Für sich und seine Gäste hat das Paar gleich mehrere Luxushotels gebucht. Bezos und Sánchez logieren im Hotel "Aman", einem Palazzo aus dem 16. Jahrhundert am Canale Grande. Am Samstag kamen Bezos und Sánchez winkend aus ihrem Hotel, warfen Schaulustigen Kusshände zu und erfreuten die wartenden Fotografen mit einem Kuss.

Die Trauung fand italienischen Medienberichten zufolge am Freitag, streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit, in einem offenen Amphitheater auf der Insel San Giorgio Maggiore in der Lagune statt. Zum Abschluss der dreitägigen Feier sollte den Berichten zufolge am Samstagabend eine große Hochzeitsparty im historischen Werften-Viertel Arsenale steigen, bei der Popstar Lady Gaga auftreten sollte.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

"Star Trek"- und "X-Men"-Star Patrick Stewart mit 86 Jahren gestorben

Er brillierte in Shakespeare-Dramen und gelangte mit "Star Trek" und "X-Men" zu Weltruhm - nun ist der Schauspieler Patrick Stewart im Alter von 86 Jahren gestorben. Stewart starb am Mittwoch in seinem Haus in Los Angeles nach einer "kurzen und heftigen" Erkrankung an Alzheimer und Lewy-Body-Demenz, wie es in einer am Donnerstag auf seinen Online-Accounts verbreiteten Erklärung hieß.

Social-Media-Verbot: EU-Kommission bremst nationale Alleingänge aus

Die EU-Kommission pocht beim Social-Media-Verbot für Kinder auf eine EU-weit einheitliche Altersgrenze und hat nationale Alleingänge deshalb ausgebremst. Österreich und weitere Staaten dürften für ein Jahr keine eigenen Verbote einführen, bevor das geplante EU-Gesetz in Kraft trete, sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag in Brüssel. Das betrifft womöglich auch die Pläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU).

Autoattacke in Neustadt am Rübenberge: Tatverdächtiger Fahrer festgenommen

Nach einer Autoattacke mit fünf Verletzten im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge haben Ermittler den tatverdächtigen mutmaßlichen Fahrer gefasst. Ihm werde unter anderem versuchter Totschlag in fünf Fällen vorgeworfen, teilte die Polizei in Hannover am Mittwoch mit. Der Mann wurde demnach bereits am Dienstag in Neustadt am Rübenberge festgenommen.

Cousin von Albert II. von Monaco tot - fahrlässige Tötung vermutet

Nach dem Tod eines Mitglieds der Fürstenfamilie von Monaco ist ein Mann der fahrlässigen Tötung und der unterlassenen Hilfeleistung angeklagt worden. Der Verdächtige ukrainischer Herkunft befinde sich in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch in Monaco mit. Ein Untersuchungsrichter habe die Ermittlungen übernommen. Die Todesursache sei vermutlich ein Sturz aus 13 Meter Höhe von einem Boulevard in den Hinterhof eines Gebäudes.

Textgröße ändern: