Deutsche Tageszeitung - Zwei Jahre Haft auf Bewährung nach tödlicher S-Bahn-Kollision in Bayern

Zwei Jahre Haft auf Bewährung nach tödlicher S-Bahn-Kollision in Bayern


Zwei Jahre Haft auf Bewährung nach tödlicher S-Bahn-Kollision in Bayern
Zwei Jahre Haft auf Bewährung nach tödlicher S-Bahn-Kollision in Bayern / Foto: © AFP/Archiv

Gut zwei Jahre nach dem tödlichen Zusammenstoß zweier S-Bahnen nahe dem bayerischen Schäftlarn hat das Amtsgericht München am Donnerstag einen der Lokführer zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Mann wurde wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung in 51 Fällen und der vorsätzlichen Gefährdung des Bahnverkehrs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Textgröße ändern:

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft verlangte eine Haftstrafe für den Angeklagten, er sollte für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Die Verteidigung plädierte hingegen auf eine etwas mildere Bewährungsstrafe von einem Jahr neun Monaten.

Dem Urteil zufolge war der in Richtung München fahrende S-Bahnfahrer im Februar 2022 bei der Anfahrt in den Bahnhof Ebenhausen-Schäftlarn zu schnell unterwegs und wurde zwangsweise abgebremst. Er setzte sich aber wiederholt pflichtwidrig über Zwangsbremsungen hinweg.

Seine S-Bahn stieß danach mit einer entgegenkommenden S-Bahn zusammen. Diese war aufgrund des überfahrenen Haltesignals des verurteilten Fahrers zum Stillstand gebracht worden.

Dennoch kam es zur Kollision, bei der ein junger Mann starb und 51 Menschen verletzt wurden. Der entstandene Sachschaden betrug sieben Millionen Euro.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Vatikan: Papst Leo XIV. reist trotz Krebsoperation nach Südamerika

Der Vatikan hat die geplante Südamerika-Reise von Papst Leo XIV. knapp zwei Wochen nach dessen Lungenkrebsoperation offiziell bestätigt. Der 71-Jährige werde vom 6. bis zum 17. November wie geplant Uruguay, Argentinien und Peru besuchen, erklärte das vatikanische Presseamt am Montag. Die Genesung des katholischen Kirchenoberhaupts schreite weiter voran.

Macron sieht weiteren "riskanten" Protest-Samstag voraus

Nach den gewalttätigen Protesten in Frankreich sollen für den kommenden Samstag angekündigte neue Demonstrationen nach den Worten von Präsident Emmanuel Macron aus den Innenstädten herausgehalten werden. Der kommende Samstag sei erneut "riskant", sagte Macron am Montag bei einem Besuch in Marseille mit Blick auf die Proteste. Geschäfte sollten geschützt und die "Ruhe" aufrecht erhalten werden. Von den Gewerkschaften angekündigte Protestmärsche sollten daher außerhalb der Stadtzentren stattfinden.

Geplante Jugendproteste: Warnungen vor Gewalt - und Verständnis für Anliegen

Frankreich als abschreckendes Beispiel: Die geplanten bundesweiten Jugendproteste am kommenden Samstag nähren in Deutschland die Sorge vor einer Unterwanderung durch extremistische Kräfte. Innenpolitiker von Union und SPD verwiesen am Montag auf die Ausschreitungen in Frankreich und anderen europäischen Ländern. Verständnis für die Anliegen junger Menschen zeigten Politikerinnen von Grünen und Linken.

Nach Kollision in Bremerhaven: Ermittlungen gegen Kapitän von Kreuzfahrtschiff

Nach der Kollision eines Kreuzfahrtschiffes beim Auslaufen in Bremerhaven wird gegen den Kapitän ermittelt. Es sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden, bestätigte ein Polizeisprecher am Montag in Bremen. Geprüft werde, ob der Kapitän gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen habe. Zuerst hatte der Sender RTL berichtet.

Textgröße ändern: