Deutsche Tageszeitung - Brüssel ermahnt Polen wegen Abholzung von Bialowieza-Urwald

Brüssel ermahnt Polen wegen Abholzung von Bialowieza-Urwald


Brüssel ermahnt Polen wegen Abholzung von Bialowieza-Urwald
Brüssel ermahnt Polen wegen Abholzung von Bialowieza-Urwald / Foto: ©

Die EU-Kommission hat Polen zur Achtung eines EuGH-Urteils zum Schutz des Bialowieza-Urwalds aufgefordert. Warschau habe den Richterspruch aus dem Jahr 2018 noch immer nicht vollständig umgesetzt, beklagte die Brüsseler Behörde am Donnerstag. Demnach habe die polnische Regierung die Verordnungen, welche die Abholzung des Waldes ermöglichen sollte, noch nicht zurückgenommen.

Textgröße ändern:

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hatte die geplante Abholzung als Verstoß gegen das EU-Naturschutzrecht gewertet. Der Urwald steht in Teilen unter dem Schutz der EU-Habitat-Richtlinie und ist wegen seltener Tierarten ein "Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung". Nach Auffassung der EU-Kommission handelt es sich um einen der am besten erhaltenen Naturwälder Europas.

Warschau hatte unter Verweis auf die Ausbreitung des Buchdruckers, einer Unterart des Borkenkäfers, ab 2016 begonnen, den Holzeinschlag in Teilen des Waldes deutlich zu erhöhen. Der EuGH stoppte dies zunächst auf Eilantrag der Kommission, der später per Urteil bekräftigt wurde. Bei einem Verstoß gegen das Urteil drohen Polen hohe Bußgelder.

Der Wald von Bialowieza erstreckt sich über 150.000 Hektar entlang der Grenze zwischen Polen und Belarus. Teils sind die Wälder Schutzgebiete und zählen zum Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der Unesco. Menschliche Eingriffe sind dort nur sehr eingeschränkt erlaubt, Besucher dürfen sich nur auf bestimmten Routen bewegen.

Im gesamten Wald sind 20.000 Spezies zu Hause, darunter 250 Vogel- und 62 Säugetierarten - wie zum Beispiel Europas größter Säuger, der Wisent. Auch Europas größte Bäume, 50 Meter hohe Tannen, stehen im Bialowieza-Urwald.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Hitzewelle in Deutschland: Mehr Mittel für Hitzeschutz und Klimaanpassung gefordert

Angesichts der erneuten Hitzewelle in Deutschland sind Forderungen nach mehr Mitteln für Hitzeschutz und Klimaanpassung laut geworden. Wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstag mitteilte, starben in diesem Sommer bereits fast 10.000 Menschen an den hohen Temperaturen. Betroffen waren zum Großteil Menschen über 75 Jahre. Bundesregierung und Länder müssten endlich Verantwortung übernehmen, mahnen Patientenschützer.

Iran-Krieg: US-Wirtschaft kühlt sich deutlicher ab als erwartet

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat sich die US-Wirtschaft zwischen April und Juni unerwartet deutlich abgekühlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im zweiten Quartal nur um 1,5 Prozent auf das Gesamtjahr hochgerechnet zu, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit robusteren Ergebnissen gerechnet.

Mecklenburg-Vorpommern: 19 Parteien mit Landeswahllisten zugelassen

Zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im September sind 19 Parteien mit ihren Landeswahllisten zugelassen worden. Das teilte der Landeswahlausschuss nach einer Sitzung unter Vorsitz von Landeswahlleiter Christian Boden am Donnerstag in Schwerin mit. Insgesamt bewerben sich 313 Kandidatinnen und Kandidaten um einen Sitz im Landesparlament.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in erster Grundschulklasse tritt in Kraft

Am Samstag tritt der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Kinder der ersten Grundschulklasse in Kraft. Das Bundesfamilienministerium wies aus diesem Anlass am Donnerstag darauf hin, dass der Anspruch in den Folgejahren schrittweise auf die Klassenstufen zwei bis vier ausgeweitet werde, so dass er ab dem Schuljahr 2029/30 für alle Kinder der Klassenstufen eins bis vier gilt.

Textgröße ändern: