Deutsche Tageszeitung - Ukraine: Klitschko rechnet mit geringer Zahl junger Rückkehrer nach Kriegsende

Ukraine: Klitschko rechnet mit geringer Zahl junger Rückkehrer nach Kriegsende


Ukraine: Klitschko rechnet mit geringer Zahl junger Rückkehrer nach Kriegsende
Ukraine: Klitschko rechnet mit geringer Zahl junger Rückkehrer nach Kriegsende / Foto: © AFP

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko befürchtet, dass nach einem Ende des Ukraine-Kriegs viele junge Geflüchtete nicht zurückkehren. "Wir wären glücklich, wenn die Hälfte der jungen Menschen wieder zurückkommen", sagte er am Dienstag dem Sender Welt TV. Er begründete das damit, dass sich Jüngere in den Ländern, in die sie geflohen seien, "ziemlich schnell in die Gesellschaft integrieren und die Sprache lernen". Sie gründeten dann auch Familien.

Textgröße ändern:

Voraussetzung für eine Rückkehr in die alte Heimat seien zudem, dass es Frieden, Arbeitsplätze und eine mit Europa vergleichbare Lebensqualität in der Ukraine gebe. Die Ukraine stehe nach dem Krieg vor "riesigen Herausforderungen", sagte Klitschko dem Sender.

Vergangene Woche erst hatte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) mitgeteilt, dass mittlerweile rund die Hälfte der zwischen Februar und Mai 2022 vor dem Krieg nach Deutschland geflohenen Ukrainerinnen und Ukrainer im erwerbsfähigen Alter hierzulande arbeitet. Ukrainische Kinder und Jugendliche machten demnach in den ersten Jahren nach ihrer Ankunft außerdem große Fortschritte bei den Sprachkenntnissen.

Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt sprach sich unterdessen dafür aus, das Mobilisierungsalter von derzeit 25 Jahren auf 22 oder 23 Jahre abzusenken. "Wir haben riesige Probleme mit Soldaten, mit menschlichen Ressourcen", sagte er Welt TV. Sie spielten aber in einem Krieg eine wichtige Rolle. Russland hatte die Ukraine im Februar 2022 angegriffen.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Modschtaba Chamenei: Der Iran hat den Krieg "nicht gesucht"

Der oberste iranische Führer Modschtaba Chamenei hat in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft erklärt, der Iran wolle keinen Krieg gegen Israel und die USA. "Wir haben den Krieg nicht gesucht und wir wollen ihn nicht", hieß es in der am Donnerstag im iranischen Staatsfernsehen verlesenen Erklärung. "Aber wir werden in keinem Fall auf unsere legitimen Rechte verzichten", fügte Chamenei hinzu.

Kreise: Israel und Libanon wollen nächste Woche in Washington verhandeln

Israel und der Libanon wollen in der kommenden Woche in Washington Gespräche unter Vermittlung der USA führen. Ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums bestätigte am Donnerstag, dass es ein Treffen geben werde, "um die laufenden Waffenruheverhandlungen mit Israel und dem Libanon zu erörtern". Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte direkte Gespräche mit dem Libanon in Aussicht gestellt.

Selenskyj: Ukraine ist bereit für Oster-Feuerpause

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes für eine vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigte Feuerpause in der Ukraine für die orthodoxen Ostertage signalisiert. "Die Ukraine hat wiederholt deutlich gemacht, dass wir bereit sind, Gegenmaßnahmen zu ergreifen", erklärte Selenskyj am Donnerstag in Onlinediensten. Kiew habe eine solche Feuerpause für die Ostertage vorgeschlagen und werde "entsprechend handeln".

Ausnahmeregelung: Genehmigungspflicht für Auslandsreisen soll wegfallen

Keine Genehmigungspflicht mehr für Auslandsreisen: Das Bundesverteidigungsministerium hat am Donnerstagabend "klarstellende Regelungen" zu der im neuen Wehrdienst-Gesetz festgeschriebenen Regelung angekündigt. Damit werde "auch formal klar geregelt: Jeder Mann darf frei reisen", erklärte das Ministerium. Dies werde mittels Allgemeinverfügung im Bundesanzeiger und interner Verwaltungsvorschrift klargestellt.

Textgröße ändern: