Deutsche Tageszeitung - Behörde: Unerwartet hohe Wahlbeteiligung bei Parlamentswahl im Irak

Behörde: Unerwartet hohe Wahlbeteiligung bei Parlamentswahl im Irak


Behörde: Unerwartet hohe Wahlbeteiligung bei Parlamentswahl im Irak
Behörde: Unerwartet hohe Wahlbeteiligung bei Parlamentswahl im Irak / Foto: © AFP

Bei der Parlamentswahl im Irak haben den Behörden zufolge unerwartet viele Menschen ihre Stimme abgegeben - trotz des Boykottaufrufs des einflussreichen Schiitenführers Moktada Sadr. Die nationale Wahlbehörde meldete am Dienstag eine Wahlbeteiligung von mehr als 55 Prozent - ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Rekordtief von 41 Prozent bei der letzten Wahl vor vier Jahren.

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Die Zahl basiere auf den Ergebnissen der meisten Wahllokale, erklärte die Behörde. Demnach gaben von insgesamt mehr als 21 Millionen Wahlberechtigten mehr als zwölf Millionen ihre Stimme ab.

Bei der Wahl kandidieren mehr als 7740 Menschen für die 329 Sitze im Parlament. Sie findet zu einer Zeit statt, in der das Land nach Jahrzehnten von Krieg und Unterdrückung ungewöhnlich stabil ist.

Der Urnengang wird sowohl vom Nachbarland Iran als auch von den USA aufmerksam verfolgt. Erste Ergebnisse sollen innerhalb von 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale vorliegen. Es wird erwartet, dass Ministerpräsident Schia al-Sudani einen deutlichen Sieg einfährt.

Der einflussreiche Schiitenführer Sadr hatte zum Boykott der Wahl aufgerufen. Unter der schiitischen Bevölkerungsmehrheit verfügt er über Millionen treue Anhänger - außerdem übt er großen Einfluss auf die irakische Politik aus.

Seit die von den USA geführte Invasion im Irak den Machthaber Saddam Hussein - einen Sunniten - gestürzt hatte, dominiert die lange unterdrückte schiitische Mehrheit im Irak. Die meisten Parteien haben Verbindungen zum benachbarten Iran, der hofft, seinen Einfluss auf das Nachbarland zu behalten. Die USA wiederum haben Truppen im Irak stationiert.

Seit dem Sturz des Machthabers ist das mächtige Amt des Ministerpräsidenten einem schiitischen Muslim vorbehalten. Das Amt des Parlamentspräsidenten geht an einen Vertreter der sunnitischen Minderheit und das weitgehend zeremonielle Amt des Präsidenten an einen Kurden.

(O.Tatarinov--DTZ)

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