Deutsche Tageszeitung - CDU-Politiker warnen vor Streit mit USA wegen Venezuela - Wadephul fordert Auskünfte

CDU-Politiker warnen vor Streit mit USA wegen Venezuela - Wadephul fordert Auskünfte


CDU-Politiker warnen vor Streit mit USA wegen Venezuela - Wadephul fordert Auskünfte
CDU-Politiker warnen vor Streit mit USA wegen Venezuela - Wadephul fordert Auskünfte / Foto: © US President Donald Trump's TRUTH Social account/AFP

Mehrere CDU-Politiker haben vor einem Streit mit US-Präsident Donald Trump wegen dessen militärischen Vorgehens gegen Venezuela gewarnt. "Wir tun uns alle keinen Gefallen, wenn wir jetzt ein vorschnelles Urteil treffen und damit in Streit mit dem US-Präsidenten geraten, den wir ja gewinnen wollen", sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, am Montag dem Bayerischen Rundfunk. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verlangte unterdessen weitere Auskünfte von den USA.

Textgröße ändern:

"Wir müssen die Situation so nehmen, wie sie ist, und gucken, dass wir daraus etwas Gutes machen", empfahl Hardt. Er räumte allerdings ein, es gebe bei dem Vorgehen der USA "völkerrechtlich eine ganze Reihe von Fragezeichen". Weiter sagte Hardt: "Der US-Präsident hat eigenwillige bis verrückte Vorstellungen mit Blick auf Außen- und Sicherheitspolitik". Im Vordergrund müsse für Deutschland aber stehen, Einfluss zu nehmen auf die US-Politik in Fragen, "wo sie uns unmittelbar angeht". Dies sei in der Ukraine-Politik auch gelungen.

Zur Vorsicht bei Reaktionen auf den US-Angriff auf Venezuela riet auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Armin Laschet (CDU). "Außenpolitik ist kompliziert. Man muss den Realitäten in der Welt Rechnung tragen", mahnte er im Sender RBB. "Wäre es klug, wenn sich die Europäer jetzt zu einer einseitigen Anklage gegen US-Präsident Donald Trump entschließen würden?", fragte Laschet. Das Ergebnis wäre voraussichtlich ein Einflussverlust in der Ukraine-Politik.

Wadephul forderte von den USA mehr Transparenz hinsichtlich des Umgangs mit Venezuela. Die US-Regierung müsse vor der Weltöffentlichkeit präzise darlegen, auf welcher rechtlichen Grundlage der Einsatz erfolgt sei, verlangte er im Deutschlandfunk. Weiter sagte er, bei der rechtlichen Bewertung des Vorgangs müsse auch berücksichtigt werden, dass Venezuelas Präsident Nicolás Maduro ein Unrechtsregime angeführt habe und dass deswegen acht Millionen Menschen aus dem Land geflohen seien.

Die USA hatten Venezuela am Samstag militärisch angegriffen und Präsident Maduro sowie dessen Frau in die USA verschleppt. Ihm soll in den USA wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus" und der Einfuhr von Kokain der Prozess gemacht werden.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Kiew meldet hunderte russische Verstöße gegen Oster-Feuerpause

Bereits wenige Stunden nach Inkrafttreten einer Feuerpause zum orthodoxen Osterfest hat Russland nach ukrainischen Angaben hunderte Male dagegen verstoßen. "Seit 16.00 Uhr wurden 469 Verstöße gegen die Waffenruhe registriert", erklärte am Samstagabend der Generalstab der ukrainischen Armee. Es habe unter anderem 22 direkte Angriffe sowie 153 Bombenangriffe gegeben. Zudem seien fast 300 Drohnenangriffe gezählt worden.

Netanjahu: Wir haben Irans Atom- und Raketenprogramm zerstört

Israel hat nach Angaben von Regierungschef Benjamin Netanjahu bei seinen Angriffen auf den Iran das Atom- und Raketenprogramm des Landes zerstört. "Es ist uns gelungen, Irans Atomprogramm und sein Raketenprogramm zu zerschlagen", sagte Netanjahu am Samstagabend in einer Fernsehansprache. Die iranische Führung kämpfe "um ihr Überleben".

Iranische Medien: USA stellen bei Verhandlungen "inakzeptable Forderungen"

Bei den direkten Gesprächen zwischen Vertretern Washingtons und Teherans über ein Ende des Krieges haben die USA nach Angaben iranischer Medien "inakzeptable Forderungen" gestellt. "Die USA stellen exzessive Forderungen bezüglich der Straße von Hormus und haben auch in mehreren anderen Fragen inakzeptable Forderungen gestellt", berichtete am Samstagabend die Nachrichtenagentur Fars. Auch die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von "exzessiven Forderungen" der USA, vor allem zur Straße von Hormus.

Mehr als 90 Festnahmen bei pro-palästinensischer Demonstration in London

In London sind bei einer pro-palästinensischen Kundgebung mehr als 90 Menschen festgenommen worden. Die Polizei gab am Samstag im Onlinedienst X die Festnahme von "92 Menschen im Alter von 27 bis 82 Jahren" bekannt. Rund 300 bis 400 Menschen hatten sich auf dem Trafalger Square im Zentrum der britischen Hauptstadt zu einem stillen Protest versammelt, um die Aufhebung des Verbots der Gruppe "Palestine Action" zu fordern.

Textgröße ändern: