Deutsche Tageszeitung - Angehörige von politischen Gefangenen in Venezuela treten in den Hungerstreik

Angehörige von politischen Gefangenen in Venezuela treten in den Hungerstreik


Angehörige von politischen Gefangenen in Venezuela treten in den Hungerstreik
Angehörige von politischen Gefangenen in Venezuela treten in den Hungerstreik / Foto: © AFP

Angehörige von politischen Gefangenen in Venezuela sind in den Hungerstreik getreten, um die Freilassung der Inhaftierten zu erzwingen. Sie starteten ihre Aktion am Samstag vor einem Gefängnis in der Hauptstadt Caracas. Mit dem Hungerstreik wollen sie auch Druck auf das Parlament ausüben, wo sich die geplante Verabschiedung eines Amnestie-Gesetzes für politische Gefangene verzögert hat.

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An dem Protest beteiligten sich zunächst etwa zehn Frauen, die sich vor einem Polizeigefängnis niederließen. "Wir hoffen, hier bleiben zu können, bis alle freigelassen sind", sagte Evelin Quiaro, Mutter eines politischen Gefangenen, der Nachrichtenagentur AFP. Einige der Frauen schliefen derweil. "Schlaf lindert den Hunger", sagte eine andere Teilnehmerin.

Die Nationalversammlung in Caracas debattiert derzeit über ein historisches Amnestiegesetz, das der Unterdrückung von Dissidenten durch Gerichte ein Ende setzen soll. Bei Inkrafttreten soll es alle Vorwürfe abdecken, die in den vergangenen 27 Jahren gegen politische Gegner des von den USA gefangen genommenen Präsidenten Nicolás Maduro und seines Vorgängers Hugo Chavez vorgebracht worden waren.

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hatte die Amnestie angekündigt. Sie war nach der Entführung Maduros in die USA ins Amt gekommen. Eigentlich hätte das Amnestie-Gesetz am Donnerstag verabschiedet werden sollen, die entscheidende Sitzung dazu wurde wegen eines Streits zwischen Regierung und Opposition über Details der Umsetzung aber vertagt.

Tritt die Amnestie in Kraft, könnten hunderte politische Gefangene freikommen. Unabhängig von dem Gesetz waren in den vergangenen Tagen schon mehrmals politische Gefangene vereinzelt oder in kleinen Gruppen freigelassen worden.

Maduro war Anfang des Jahres bei einem US-Militäreinsatz in Venezuela festgenommen worden. Er wurde dann nach New York gebracht. Dort soll ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden.

(W.Budayev--DTZ)

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