Deutsche Tageszeitung - Streit um FCAS-Kampfjet: Macron bekräftigt Festhalten am Projekt

Streit um FCAS-Kampfjet: Macron bekräftigt Festhalten am Projekt


Streit um FCAS-Kampfjet: Macron bekräftigt Festhalten am Projekt
Streit um FCAS-Kampfjet: Macron bekräftigt Festhalten am Projekt / Foto: © AFP/Archiv

Nach den von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erstmals so deutlich geäußerten Zweifeln an der Zukunft des deutsch-französischen Kampfjets FCAS hat die französische Regierung ihr Festhalten an dem Projekt deutlich gemacht. Der französische Präsident Emmanuel Macron ließ am Rande eines Indien-Besuchs erklären, er bleibe "dem Erfolg des Projekts verpflichtet". Der Elysée-Palast hob hervor: "Angesichts der strategischen Bedeutung für Europa wäre es unverständlich, wenn industrielle Differenzen nicht überwunden werden könnten."

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Der militärische Bedarf der beteiligten Staaten habe sich nicht verändert, "und dazu zählte von Anfang an auch Frankreichs nukleare Abschreckung", hieß es in der Erklärung der französischen Präsidentschaft weiter.

"Wir geben es nicht auf", hatte Frankreichs beigeordnete Verteidigungsministerin Alice Rufo erst am Montag noch auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit Blick auf FCAS gesagt. "Wir sind in einer Situation, in der es unsinnig wäre, unter Europäern nicht zusammenzuarbeiten", betonte sie. "Es ist kompliziert, aber wir werden es schaffen", fügte sie hinzu.

In Paris wurden unterdessen Zweifel an der deutschen Fähigkeit laut, den Bau eines Kampfflugzeugs ohne die französische Expertise zu stemmen. "Viel Erfolg, wenn sie das allein machen wollen. Wir wissen, wie man ein Kampfflugzeug baut", hieß es in französischen Regierungskreisen.

Merz hatte in einem Interview mit dem Podcast "Machtwechsel" erklärt, dass es "ein echtes Problem im Anforderungsprofil" gebe. "Wenn wir das nicht lösen können, dann können wir das Projekt nicht aufrechterhalten", fügte er hinzu. Konkret meinte er, dass Frankreich im Unterschied zu Deutschland ein Kampfflugzeug brauche, das Atomwaffen transportieren und auf einem Flugzeugträger landen könne. Diese Fragen seien bei der Planung des Kampfjets nicht ausreichend geklärt worden. Er stellte in Aussicht, dass Deutschland sich auch andere Partner suchen könne.

Das Luftkampfsystem FCAS (Future Combat Air System) sollte ab 2040 die Eurofighter- und Rafale-Kampfjets ersetzen. Es umfasst neben dem Kampfjet auch Drohnen und Kommunikationssysteme. Neben Deutschland und Frankreich ist auch Spanien an FCAS beteiligt.

(B.Izyumov--DTZ)

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