Deutsche Tageszeitung - Kommunalwahlen in Frankreich: Rechtspopulisten erobern in erster Runde 24 Rathäuser

Kommunalwahlen in Frankreich: Rechtspopulisten erobern in erster Runde 24 Rathäuser


Kommunalwahlen in Frankreich: Rechtspopulisten erobern in erster Runde 24 Rathäuser
Kommunalwahlen in Frankreich: Rechtspopulisten erobern in erster Runde 24 Rathäuser / Foto: © AFP/Archiv

Die französischen Rechtspopulisten haben in der ersten Runde der Kommunalwahl mehr Gemeinden erobert als je zuvor: Kandidaten der Partei Rassemblement National (RN) hätten in 24 Orten bereits in der ersten Runde gewonnen, sagte Vize-Parteichef Sébastien Chenu am Montag dem Sender RTL. In 60 weiteren Kommunen lägen RN-Kandidaten an der Spitze, fügte er hinzu.

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Chenu rief die konservativen Kandidaten zu Wahlbündnissen auf. "Wir sind der beste Wall gegen die Linken und die Linksextremen", sagte er. Er schloss nicht aus, dass der RN "in Einzelfällen" selber Kandidaten zurückziehen könne, um konservative Kandidaten zu unterstützen. Parteichef Jordan Bardella hatte am Vorabend noch betont, dass die RN-Kandidaten, die für die zweite Runde qualifiziert sind , alle antreten sollten.

Die Kandidaten für die zweite Runde am kommenden Sonntag müssen sich bis Dienstagabend entscheiden. Wie groß der Erfolg des RN tatsächlich ist, lässt sich erst danach ablesen. Angesichts der 35.000 Kommunen ist die Zahl der RN-Bürgermeister sehr gering. Aber die Tatsache, dass sie in mehreren Großstädten an der Spitze oder weit vorn liegen, zeigt ihre zunehmende Verwurzelung in der Fläche.

Zu den am Sonntag im Amt bestätigten RN-Bürgermeistern zählte Louis Aliot im südfranzösischen Perpignan, der bislang größten Stadt mit einem RN-Bürgermeister. Aliot ist allerdings gemeinsam mit RN-Fraktionschefin Marine Le Pen in einem Veruntreuungsverfahren angeklagt und könnte im Fall einer erneuten Verurteilung durch das Berufungsgericht das Amt wieder verlieren.

Im Amt bestätigt sind auch die RN-Bürgermeister von Hénin-Beaumont und Fréjus. In der südfranzösischen Hafenstadt Toulon kam die RN-Abgeordnete Laure Lavalette auf 42 Prozent der Stimmen und damit auf zwölf Punkte mehr als die unabhängige Amtsinhaberin Josée Massi. In Toulon hatte die Vorgängerpartei Front National bereits von 1995 bis 2001 den Bürgermeister gestellt. Lavalette verzichtete im Wahlkampf allerdings auf das Logo ihrer Partei.

Im südfranzösischen Marseille kam RN-Kandidat Franck Allisio auf 35 Prozent, knapp zwei Punkte hinter dem sozialistischen Amtsinhaber Benoît Payan. Ein Sieg in der zweitgrößten Stadt Frankreichs hätte eine hohe Symbolkraft für die Partei. In Nîmes liegen die Kandidaten des RN und der Kommunisten gleichauf. In Nizza liegt der mit dem RN verbündete Eric Ciotti - ehemals Parteichef der Republikaner - weit vorn.

Der RN war in rund 650 Kommunen angetreten, 2020 waren es lediglich 410 gewesen. Die Vorgängerpartei FN hatte 1995 erstmals drei Gemeinden erobert. 2014 kam der RN auf sein bislang bestes Ergebnis mit Bürgermeistern in elf Städten. 2020 eroberte der RN Perpignan, seine bislang größte Stadt. Regional betrachtet sind die Rechtspopulisten vor allem in Südfrankreich stark.

(V.Sørensen--DTZ)

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