Deutsche Tageszeitung - Russland greift Kiew am helllichten Tag an – landesweit insgesamt drei Tote

Russland greift Kiew am helllichten Tag an – landesweit insgesamt drei Tote


Russland greift Kiew am helllichten Tag an – landesweit insgesamt drei Tote
Russland greift Kiew am helllichten Tag an – landesweit insgesamt drei Tote / Foto: © AFP

Die russische Armee hat am Montag einen seltenen Angriff am helllichten Tag auf Kiew geflogen. Nach Angaben von Reportern der Nachrichtenagentur AFP waren Explosionen zu hören und stiegen Rauchwolken auf, während Einwohner Schutz suchten. Auch stürzten Drohnentrümmer auf den Maidan, den Platz der Unabhängigkeit im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt.

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Die ukrainische Luftwaffe beschrieb den Angriff zur Hauptverkehrszeit als "ungewöhnlich" - die russische Armee führt ihre Luftangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte meist nachts aus. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden in der Nacht zum Montag und dann tagsüber 194 von 211 abgefeuerten russischen Drohnen abgefangen.

AFP-Journalisten sahen verkohlte Drohnenreste und rußgeschwärzte Pflastersteine auf dem Maidan. Auf dem Platz hatten am 21. November 2013 die Massenproteste begonnen, die rund drei Monate später zum Sturz des Kreml-treuen Präsidenten Viktor Janukowitsch führten. Im Laufe der Demonstrationen wurden mehr als hundert Menschen getötet.

Kurz vor Aufhebung des Luftalarms teilte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko am Montag mit, dass Drohnentrümmer in zwei Gegenden "mitten im Zentrum der Hauptstadt" herabgefallen seien. Es lägen keine Angaben über Verletzte vor. Die ukrainische Luftwaffe hatte vor einem Objekt gewarnt, das mit hoher Geschwindigkeit aus dem an Russland grenzenden Norden des Landes auf Kiew zusteuere.

In anderen Landesteilen der Ukraine wurden nach Angaben der Behörden in der Nacht zum Montag mindestens drei Menschen getötet. Zwei Tote gab es demnach in der östlichen Region Dnipropetrowsk, ein Mensch wurde in der südlichen Region Saporischschja getötet.

Auch die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland wurde erneut attackiert. Behördenangaben zufolge wurden dabei drei Menschen verletzt. Die Verkehrsinfrastruktur sei beschädigt worden.

Die russischen Streitkräfte haben in den vergangenen Monaten ihre Angriffe mit Drohnen und Raketen auf Ziele in der Ukraine verstärkt. Diese richten sich oft gegen Energieanlagen.

Aber auch die russische Hauptstadt Moskau wurde nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin in den vergangenen Tagen angegriffen. Die russische Luftabwehr habe etwa 250 ukrainische Drohnen abgeschossen, "während sie sich Moskau näherten".

Die USA bemühen sich seit Monaten, die Ukraine und Russland zum Abschluss eines Waffenruhe-Abkommens zu bewegen. Eine geplante dritte Runde direkter Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Vertretern fand jedoch wegen des Beginns des Iran-Kriegs vorerst nicht statt.

(G.Khurtin--DTZ)

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