Deutsche Tageszeitung - Macron wirbt in Japan für "Vorhersehbarkeit" Europas

Macron wirbt in Japan für "Vorhersehbarkeit" Europas


Macron wirbt in Japan für "Vorhersehbarkeit" Europas
Macron wirbt in Japan für "Vorhersehbarkeit" Europas / Foto: © AFP

Angesichts des unberechenbaren US-Vorgehens im Iran-Krieg hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei seinem Japan-Besuch die "Vorhersehbarkeit" europäischer Politik angepriesen. "Wir haben in den vergangenen Jahren und auch in den vergangenen Wochen unter Beweis gestellt: Wir stehen da, wo wir gesagt haben, dass wir sein werden", sagte er am Mittwoch in Tokio vor japanischen Geschäftsleuten und Investoren. "Vorhersehbarkeit hat ihren Wert", betonte er.

Textgröße ändern:

Dies sei vor allem in der aktuellen Lage wichtig, erklärte er in Anspielung auf US-Präsident Donald Trump, ohne diesen jedoch namentlich zu nennen. Macron kritisierte Länder, die "viel schneller" sein wollten, als ihre Verbündeten. "Aber dann weiß niemand, ob sie nicht Entscheidungen treffen, die negative Folgen haben, ohne dass sie zuvor darüber informieren", sagte Macron.

Damit kritisierte der französische Präsident indirekt die USA dafür, den Iran-Krieg begonnen zu haben, ohne die Alliierten zuvor informiert zu haben. Er spielte zudem auf die faktische Sperrung der Meerenge von Hormus an, die eine Folge der Angriffe war und große Teile der Weltwirtschaft trifft. Auch Japan ist zu 95 Prozent seiner Rohölimporte von der Golfregion abhängig und leidet derzeit unter der weitreichenden Blockade.

Mit derselben Beständigkeit stehe Frankreich auch "auf der Seite des Völkerrechts", sagte Macron. Er setze auf die "Rückkehr zur Diplomatie" und eine "Verhandlungslösung", fügte er hinzu. Macron traf bei seiner Visite am Mittwoch mit der neuen japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi zusammen. Am Donnerstag werden Macron und seine Ehefrau Brigitte zu einem Essen bei dem japanischen Kaiser Naruhito erwartet. Anschließend reist Macron nach Südkorea weiter.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Prien: Interessen jüngerer Menschen stärker berücksichtigen

Nach den "GenZ"-Protesten vom Wochenende hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazu aufgerufen, die Interessen jüngerer Menschen stärker zu berücksichtigen. "Das sind genau die Debatten, die wir jetzt führen müssen, die auch die jungen Menschen sehr zurecht einfordern", sagte Prien am Montag im Sender RBB. Sie wies darauf hin, dass dafür auch ältere Generationen etwas abgeben müssten.

Trump zeigt sich von Sieg seiner Republikaner bei US-Kongresswahlen überzeugt

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat sich US-Präsident Donald Trump überzeugt von einem Sieg seiner Republikaner gezeigt. "Wir werden gewinnen", sagte er am Sonntag (Ortszeit). Die Demokraten seien "extreme und gefährliche Radikale", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Sie würden den Wohlstand der Bürger "stehlen" und Migranten ins Land lassen, die dann "plündern, vergewaltigen und brandschatzen" würden.

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Textgröße ändern: