Deutsche Tageszeitung - Migranten am Ärmelkanal: Zwei Tote, mehr als 100 gerettet

Migranten am Ärmelkanal: Zwei Tote, mehr als 100 gerettet


Migranten am Ärmelkanal: Zwei Tote, mehr als 100 gerettet
Migranten am Ärmelkanal: Zwei Tote, mehr als 100 gerettet / Foto: © AFP/Archiv

Bei versuchten Überfahrten von Migranten über den Ärmelkanal sind zwei Männer ums Leben gekommen. Insgesamt seien 111 Migranten aus Seenot gerettet worden, teilte die zuständige Meeres-Präfektur am Donnerstag mit. Bei den Toten handelt es sich demnach um einen Sudanesen und einen Afghanen. Es sind die ersten beiden bekannten Todesfälle des Jahres im Ärmelkanal. Im vergangenen Jahr waren mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen.

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Die beiden Männer kamen nach Angaben der Behörde beim Einsteigen in das Schlauchboot ums Leben, das sich bereits im Wasser befand. Die Schleuser sind in jüngerer Zeit dazu übergegangen, die Migranten im Wasser in das Boot klettern zu lassen, um den Sicherheitskräften am Ufer zu entgehen.

Ein Türke, der ebenfalls gerettet worden war, wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Er steht im Verdacht, an der Organisation der Überfahrt Richtung Großbritannien beteiligt gewesen zu sein.

Frankreich und Großbritannien haben ihr aktuelles Grenzschutzabkommen in dieser Woche um zwei Monate verlängert, da die Verhandlungen für eine Neuauflage nicht vorankommen. London beteiligt sich finanziell am Grenzschutz auf der französischen Seite, verlangt dafür aber im Gegenzug, dass mehr Migranten davon abgehalten werden, den Ärmelkanal zu überqueren.

Frankreich änderte deswegen im vergangenen Jahr seine Einsatzregeln, so dass ein Abfangen von Booten auf dem Meer unter bestimmten Umständen möglich ist. Das Grundprinzip für die Einsatzkräfte bleibe jedoch die "Hilfe für Menschen in Seenot", betonte der Meeres-Generalsekretär, Xavier Ducept, kürzlich bei einer Anhörung vor einer parlamentarischen Untersuchungskommission.

Nach britischen Angaben überquerten 2025 knapp 41.500 Migranten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien. Das ist die zweithöchste Zahl nach 2022, als rund 45.800 Menschen auf diese Weise nach Großbritannien kamen. Großbritannien hat seine Einwanderungs- und Asylpolitik unter Premierminister Keir Starmer erheblich verschärft.

(O.Tatarinov--DTZ)

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