Deutsche Tageszeitung - Macron wirft Trump das "Aushöhlen" der Nato vor

Macron wirft Trump das "Aushöhlen" der Nato vor


Macron wirft Trump das "Aushöhlen" der Nato vor
Macron wirft Trump das "Aushöhlen" der Nato vor / Foto: © POOL/AFP

Nach der jüngsten Attacke von US-Präsident Donald Trump gegen die Nato hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seinem Amtskollegen das "Aushöhlen" der Allianz vorgeworfen. Der Wert der Nato basiere auf dem Vertrauen der Mitgliedstaaten, sagte Macron bei einem Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. "Wenn man jeden Tag Zweifel an seinem Engagement nährt, dann höhlt man die Substanz aus", betonte Macron. Er reagierte damit auf Trumps jüngste Aussagen gegenüber der britischen Zeitung "The Telegraph", der die Nato erneut als einen "Papiertiger" kritisiert und zudem angedeutet hatte, dass er einen Austritt der USA aus dem Militärbündnis ernsthaft prüfe.

Textgröße ändern:

Wer ein Bündnis eingehe, müsse seinen Verpflichtungen gerecht werden, sagte nun Macron. "Man kommentiert das nicht jeden Morgen, weder um zu sagen, dass man sie erfüllen wird, noch dass man sie nicht erfüllen wird", fügte er hinzu. "Man kann nicht jeden Tag das Gegenteil dessen sagen, was man am Vortag gesagt hat", mahnte er. Es wäre sinnvoller, weniger zu reden und sich stattdessen für einen gerechten Frieden einzusetzen.

Der Iran-Krieg sei nicht das geeignete Mittel, um die Frage des iranischen Atomprogramms dauerhaft zu lösen, meinte Macron. "Wenn es keinen diplomatischen und technischen Verhandlungsrahmen gibt, kann sich die Lage innerhalb weniger Monate oder Jahre wieder verschlechtern", betonte er. Nur ein ausgehandeltes Abkommen ermögliche eine langfristige Kontrolle und Stabilität für alle.

Eine Befreiung der Straße von Hormus durch Waffengewalt bezeichnete Macron als "unrealistisch". "Es würde unendlich lange dauern und alle, die die Meerenge durchqueren, großen Risiken aussetzen", sagte Macron. Frankreich bestehe darauf, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet werden müsse, "aber das kann nur im Einvernehmen mit dem Iran geschehen", sagte er.

Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases durch die Straße von Hormus transportiert. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge aber weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Blockade durch die iranischen Revolutionsgarden hat zu einem dramatischen Anstieg der Erdölpreise geführt

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Seltene Einigkeit: US-Kongress verabschiedet Gesetz für erschwinglichen Wohnraum

In einer äußerst seltenen Zusammenarbeit von Republikanern und Demokraten hat der US-Kongress ein Gesetz verabschiedet, mit dem Wohnraum erschwinglicher gemacht werden soll. Nach dem Senat stimmte am Dienstag auch das Repräsentantenhaus für die Vorlage, mit der das Wohnungsangebot vergrößert, Bauvorschriften gelockert und der Kauf von Wohneigentum erleichtert werden sollen. Das Votum der beiden Kongresskammern erfolgte angesichts zunehmenden Unmuts in der Bevölkerung über hohe Lebenshaltungskosten.

"Spiegel": Pistorius plant Ausstieg aus Rüstungsprojekt Fregatte F126

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plant laut einem "Spiegel"-Bericht den Ausstieg aus dem größten Rüstungsprojekt in der Geschichte der Marine. Das von vielen Problemen begleitete Projekt zum Bau von F126-Fregatten solle nicht weiter fortgesetzt werden, berichtete das Magazin am Dienstagabend. Pistorius wolle stattdessen insgesamt acht Fregatten des Typs Meko-200 vom deutschen Hersteller TKMS kaufen.

450 Jahre Haft für "Antifa-Terroristen" in Texas

Drakonisches Urteil nach teils gewaltsamen Protesten gegen ein US-Abschiebezentrum in Texas: Ein Gericht in dem südlichen Bundesstaat hat am Dienstag Haftstrafen von insgesamt 450 Jahren gegen acht Demonstrantinnen und Demonstranten verhängt, wie das US-Justizministerium mitteilte. Die Anklage warf den angeblichen Antifa-Mitgliedern einen "terroristischen Angriff" auf die Einrichtung der Einwanderungsbehörde ICE nahe Dallas vor.

US-Senat stimmt gegen Trumps Vorgehen im Iran

Erneute Niederlage für US-Präsident Donald Trump im Kongress: Rund drei Wochen nach dem Repräsentantenhaus hat am Dienstag auch der Senat in Washington für ein Ende des Iran-Kriegs gestimmt. Das Votum gilt als symbolisch, da es keine Gesetzeskraft hat.

Textgröße ändern: