Deutsche Tageszeitung - Pulitzer-Preise: Berichterstattung über Trump-Regierung gewürdigt

Pulitzer-Preise: Berichterstattung über Trump-Regierung gewürdigt


Pulitzer-Preise: Berichterstattung über Trump-Regierung gewürdigt
Pulitzer-Preise: Berichterstattung über Trump-Regierung gewürdigt / Foto: © AFP/Archiv

Bei der diesjährigen Verleihung der renommierten Pulitzer-Preise ist besonders Berichterstattung über die US-Regierung von Präsident Donald Trump gewürdigt worden. Der Preis in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" ging am Montagabend an die "Washington Post" für ihre Berichterstattung über Trumps Bemühungen, die Bundesbehörden umzugestalten. Weitere Preise gab es für Berichterstattung über das rigorose Vorgehen der US-Regierung in der Einwanderungspolitik und Bereicherungen in Trumps Umfeld.

Textgröße ändern:

Die Pulitzer-Verwalterin Marjorie Miller prangerte vor der Bekanntgabe der Preisträger den zunehmenden Druck auf Journalisten in den USA an. "Wir stehen für zivilen Diskurs und gegen Zensur", sagte sie. "Leider muss das heute wiederholt werden, in einer Zeit, in der der Zugang von Medien zum Weißen Haus und zum Pentagon eingeschränkt wird, die Meinungsfreiheit auf den Straßen in Frage gestellt wird und der US-Präsident Klagen in Milliardenhöhe wegen Verleumdung und Böswilligkeit gegen zahlreiche Print- und Rundfunkmedien eingereicht hat."

Der Preis in der Kategorie "Investigativer Journalismus" ging an die "New York Times". Die Zeitung habe aufgedeckt, wie Trump seine Macht ausgenutzt habe, um Geld zu verdienen und seine Familie und Verbündeten zu bereichern, hieß es in der Begründung. Die Recherchen zeigten auf, wie Trumps Verbündete und Familienmitglieder von Verbindungen zu wohlhabenden Golfmonarchien und von ihren Investitionen im Bereich der Kryptowährungen profitierten.

In der Kategorie "Lokale Berichterstattung" wurde die "Chicago Tribune" ausgezeichnet. Sie habe aufgezeigt, wie US-Einwanderungsbehörden die Stadt im US-Bundesstaat Illinois im Rahmen von Trumps Vorgehen gegen undokumentierte Migranten einer "belagerungsähnlichen Invasion" ausgesetzt hatten.

Eine besondere Auszeichnung erhielt zudem die Journalistin Julie K. Brown vom "Miami Herald" für ihre Berichterstattung in den Jahren 2017 und 2018 über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. "Ihre Serie 'Perversion of Justice', die vor fast einem Jahrzehnt veröffentlicht wurde, zeigte auf, wie Staatsanwälte Epstein vor bundesweiten Anklagen wegen Sexhandels schützten, als ihm erstmals vorgeworfen wurde, junge Frauen missbraucht zu haben", sagte Pulitzer-Verwalterin Miller bei der Verkündung des Preises.

In der Kategorie "Berichterstattung im Inland" ging der Preis an die Nachrichtenagentur Reuters für ihre Berichte über Trumps Einsatz der Macht seines Amtes, um "Rache an seinen Gegnern zu nehmen". Die Nachrichtenagentur Associated Press wurde in der Kategorie "Auslandsberichterstattung" ausgezeichnet für ihre Reportagen darüber, wie Washington US-Unternehmen erlaubte, Überwachungstechnologie an China zu verkaufen.

In weiteren Kategorien wurden Fotos aus dem Gazastreifen sowie Berichte über einen Schusswaffenangriff an einer Schule im US-Bundesstaat Minnesota und über KI-Manipulation bei der Facebook-Mutter Meta geehrt. Die Auszeichnungen werden von der renommierten New Yorker Columbia University verliehen.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Trump: Putin will Nato nicht angreifen - Gesandte mit Ukraine-Plan unterwegs

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnen-Anschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf Nato-Gebiet plant. "Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein Nato-Gebiet angreifen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus auf die Frage eines AFP-Reporters.

Vor Abschied bei der UNO: Baerbock fordert erneut UN-Generalsekretärin

Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich wenige Tage vor ihrem Ausscheiden als Präsidentin der UN-Generalversammlung noch einmal für eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen stark gemacht. Dies sei ein "Testfall für die Glaubwürdigkeit der Organisation", erklärte Baerbock am Freitag in New York. Bislang waren ausschließlich Männer UN-Generalsekretär.

Meloni feiert Amtszeit-Rekord und stimmt auf Wahlkampf 2027 ein

Mit einer Kundgebung in der Hafenstadt Bari hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Amtszeit-Rekord ihrer Regierung gefeiert und zugleich den Blick auf die Parlamentswahl 2027 gerichtet. "Stabilität ist kein Rekord, den man zur Schau stellt, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine Nation planen, entscheiden, ihre Verpflichtungen einhalten und respektiert werden kann", erklärte die 49-jährige Vorsitzende der ultrarechten Fratelli d'Italia (FdI) im Onlinedienst X.

Angriff am helllichten Tag: Russische Drohne trifft Geheimdienst-Zentrale in Kiew

Am helllichten Tag ist der Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew von einer russischen Drohne getroffen worden. Der Angriff am Freitag habe "direkt" auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Nach Behördenangaben wurden zwölf Menschen verletzt. Der Angriff erfolgte kurz vor einem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew.

Textgröße ändern: