Deutsche Tageszeitung - Palästinenser: Israelische Siedler greifen zwei Moscheen im Westjordanland an

Palästinenser: Israelische Siedler greifen zwei Moscheen im Westjordanland an


Palästinenser: Israelische Siedler greifen zwei Moscheen im Westjordanland an
Palästinenser: Israelische Siedler greifen zwei Moscheen im Westjordanland an / Foto: © AFP

Israelische Siedler haben im Westjordanland laut palästinensischen Angaben zwei Moscheen angegriffen und teilweise in Brand gesetzt. Der Bürgermeister des Dorfes Dschildschilija, Osama Abdullah, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, die Siedler hätten in der Nacht Feuer im Waschraum der Moschee gelegt, das Gotteshaus selbst beschädigt und feindliche Slogans auf die Wände geschmiert. Der palästinensische Zivilschutz konnte den Brand nach eigenen Angaben mit Hilfe von Dorfbewohnern löschen.

Textgröße ändern:

AFP-Journalisten sahen vor Ort Brandspuren und Spuren von Vandalismus. Außerdem waren auf Hebräisch Worte wie "Rache", "Die Nacht der Moscheen" und "Grüße von der Hügeljugend" auf die Wände geschrieben worden. Die Hügeljugend ist eine Bewegung extremistischer jüdischer Siedler.

Weniger als zehn Kilometer von Dschildschilija entfernt wurde in der Ortschaft Al-Masraa al-Nubani nach örtlichen Angaben ebenfalls ein Brandanschlag auf eine Moschee verübt. Siedler hätten einen Molotow-Cocktail auf die Moschee geworfen, die Flammen hätten aber nur einen Teil des Gebäudes getroffen, sagte Bürgermeister Saad Dagher der AFP.

Das palästinensische Ministerium für Religionsangelegenheiten verurteilte die "gefährlichen Angriffe" und rief die internationale Staatengemeinschaft zum Handeln auf. Die israelische Armee, die das Westjordanland seit dem Jahr 1967 besetzt hält, erklärte auf AFP-Anfrage, sich über die Vorfälle zu informieren.

Seit dem Beginn des Gazakriegs im Oktober 2023, der durch den Überfall der islamistischen Hamas auf Israel ausgelöst worden war, hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland deutlich zugenommen. Im Westjordanland leben - Ost-Jerusalem nicht eingerechnet - rund 500.000 Israelis in von der UNO als illegal eingestuften Siedlungen. Außerdem leben rund drei Millionen Palästinenser in dem Gebiet.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

USA und Iran setzen vor Unterzeichnung von Abkommen weiter auf Drohungen

Vor der offiziellen Unterzeichnung des Rahmenabkommens für ein Ende des Iran-Kriegs setzen Washington und Teheran weiter auf scharfe Rhetorik. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran am Mittwoch mit neuen Bombardements, sollte Teheran gegen die Vereinbarung verstoßen. Die iranische Armee hatte zuvor ihrerseits mit einer "harten Reaktion" auf israelische Angriffe im Libanon gedroht.

Britischer Premier Starmer bietet innerparteilichem Rivalen Burnham Kabinettsposten an

Einen Tag vor einer potenziell bedeutsamen Nachwahl in Nordwestengland ist der unter Druck stehende britische Premierminister Keir Starmer auf seinen innerparteilichen Rivalen Andy Burnham zugegangen. Sollte der derzeitige Bürgermeister von Greater Manchester erneut ins Parlament einziehen, sollte er "eine wichtige Rolle in der Regierung" spielen, sagte Starmer dem Sender Sky News am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian.

Anthropic-Sperre: Merz fordert Zugang zu neuen Technologien "für alle Länder"

Nach der Sperre von zwei KI-Modellen des US-Unternehmens Anthropic hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen freien Zugang zu neuen Technologien gefordert. "Das Potenzial dieser neuen Technologien sollte für alle Länder zugänglich sein", sagte Merz am Mittwoch am Rande des G7-Gipfeltreffens im französischen Evian. Dort stand am Mittag ein Arbeitsessen mit Vertretern der KI-Industrie auf dem Programm, an dem auch Anthropic-Chef Dario Amodei teilnehmen sollte.

26 Parteien zu Abgeordnetenhauswahl in Berlin zugelassen

26 Parteien sind zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am 20. September zugelassen. Das entschied der Landeswahlausschuss unter Vorsitz von Landeswahlleiter Stephan Bröchler in einer Sitzung am Mittwoch, wie das Landeswahlamt mitteilte. Darunter sind die fünf bereits im Landesparlament vertretenen Parteien CDU, SPD, Grüne, Linke und AfD. Auch BSW und FDP sind zugelassen.

Textgröße ändern: