Deutsche Tageszeitung - Citroën zieht nach heftiger Kritik Werbespot in Ägypten zurück

Citroën zieht nach heftiger Kritik Werbespot in Ägypten zurück


Citroën zieht nach heftiger Kritik Werbespot in Ägypten zurück
Citroën zieht nach heftiger Kritik Werbespot in Ägypten zurück / Foto: ©

Der französische Autobauer Citroën hat einen umstrittenen Werbespot in Ägypten zurückgenommen, nachdem sich das Unternehmen mit Vorwürfen konfrontiert sah, damit sexuelle Belästigung von Frauen zu unterstützen. Die Werbung kursierte seit Anfang Dezember in den sozialen Netzwerken des Landes und zeigt den in der arabischen Welt populären Sänger Amr Diab, der in einem Citroën sitzt.

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In einer kurzen Sequenz ist zu sehen, wie er mit Hilfe einer am Rückspiegel installierten Kamera ein Foto einer Frau macht, die vor ihm die Straße überquert - ohne deren Wissen oder Einwilligung. Der 60-Jährige lächelt anschließend, als das Bild auf seinem Smartphone auftaucht.

Im weiteren Verlauf des Spots ist zu sehen, wie sich die beiden dann während einer gemeinsamen Spritztour kennenlernen und annähern. In den Netzwerken schlug Citroën harsche Kritik entgegen. In Ägypten geben 90 Prozent der Frauen zwischen 18 und 39 Jahren an, Erfahrungen mit Belästigung gemacht zu haben.

Es sei "gruselig", ein Foto von einer Frau ohne deren Einverständnis zu machen, schrieb etwa die Frauenrechtsaktivistin Reel Abdellatif im Internetdienst Twitter. "Sie ermutigen zu sexueller Belästigung", fügte sie an den französischen Autobauer gewandt hinzu. Ein anderer Nutzer fragte sich, wie ernsthaft jemand der Meinung habe sein können, dass solch eine Werbung eine gute Idee sei.

Citroën erklärte schließlich am Donnerstag, das Unternehmen sei darüber informiert worden, dass eine Szene des Werbespots "als unangebracht wahrgenommen" worden sei. Die entsprechende Version sei zurückgezogen worden. "Wir entschuldigen uns bei allen, die sich beleidigt fühlen."

Ihre Kritik richteten die Internetnutzer auch an den Popsänger Amr Diab. Er werde als Idol betrachtet und wisse sehr genau, dass Ägypterinnen einer permanenten Gefahr ausgesetzt seien, twitterte eine Nutzerin. "Es ist schockierend, dass er das Problem nicht erkannt hat."

(A.Stefanowych--DTZ)

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