Deutsche Tageszeitung - EU und Ukraine einigen sich auf Handelsabkommen für Agrarprodukte

EU und Ukraine einigen sich auf Handelsabkommen für Agrarprodukte


EU und Ukraine einigen sich auf Handelsabkommen für Agrarprodukte
EU und Ukraine einigen sich auf Handelsabkommen für Agrarprodukte / Foto: © AFP

Die Europäische Union und die Ukraine haben sich auf ein Handelsabkommen für Agrarprodukte geeinigt. Es legt neue Obergrenzen für die zollfreie Einfuhr von Produkten wie Weizen, Geflügel, Mais und Honig fest, wie EU-Handelskommissar Maros Sefcovic am Montag in Brüssel mitteilte. Das Abkommen soll eine Übergangsvereinbarung ablösen, die seit Anfang Juni in Kraft ist. Details der Vereinbarung müssen noch ausgearbeitet werden.

Textgröße ändern:

Die EU hatte 2022 die Zölle auf Agrarprodukte aus der Ukraine grundsätzlich abgeschafft. Die europäischen Staaten wollten die Ukraine so im Krieg gegen Russland unterstützen. Nach Protesten aus der Landwirtschaft gegen die billigere Konkurrenz aus der Ukraine hatte die EU diese Zollfreiheit aber schrittweise wieder zurückgenommen.

Seit dem vergangenen Jahr galten zunächst Obergrenzen für die zollfreie Einfuhr einiger Produkte, darunter Geflügel, Eier, Zucker, Mais, Honig und Hafer. Diese Vereinbarung war Anfang Juni ausgelaufen. Seitdem gelten übergangsweise die Einfuhrquoten aus der Zeit vor dem russischen Angriffskrieg, von denen die ukrainischen Landwirte deutlich weniger profitieren.

Für eine Reihe von Produkten - darunter Weizen, Geflügel, Eier, Zucker, Mais und Honig - sollen die Obergrenzen nach Angaben der Kommission zwar steigen, aber unter den Einfuhrmengen der vergangenen Jahre bleiben. Genaue Zahlen veröffentlichte die Kommission nicht.

Für andere Waren sollen die Obergrenzen nach Aussage von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen "moderat" steigen. Für eine Reihe weiterer Produkte sollen alle Zölle wegfallen. Das soll etwa für Milchpulver, Pilze und Traubensaft gelten.

Die ukrainischen Einfuhren waren mit der Zollfreiheit stark angestiegen, etwa beim Zucker. Zahlen der Kommission zufolge importierte die EU in den Jahren 2023 und 2024 mehr als eine halbe Million Tonnen Zucker aus der Ukraine. In den zwei Jahren zuvor waren es nur 40.000 Tonnen gewesen.

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen hatte bereits im März angekündigt, die Ukraine werde künftig weniger Agrarprodukte zollfrei in die EU importieren dürfen. Landwirte in Ländern wie Frankreich und Polen hatten insbesondere Obergrenzen für Weizen gefordert. Die Ukraine hoffte ihrerseits auf einen möglichst unbegrenzten Zugang zum EU-Markt.

Juristen in Brüssel und Kiew müssen nun die Details des neuen Abkommens prüfen. Aufseiten der EU müssen im Anschluss der Rat der 27 EU-Länder und das Europaparlament zustimmen.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Merz verurteilt Huthi-Angriffe auf saudiarabische Öltanker

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz auf saudiarabische Öltanker im Roten Meer "aufs Schärfste" verurteilt. "Sie müssen unverzüglich eingestellt werden", erklärte Merz am Donnerstagabend in Bezug auf die Angriffe der jemenitischen Miliz. "Jede Form einer Seeblockade ist inakzeptabel", fügte der Bundeskanzler hinzu.

Weißes Haus erwartet Ankündigung zu neuen US-Zöllen

Das Weiße Haus erwartet in Kürze eine Ankündigung zu neuen US-Zöllen für internationale Handelspartner. Der Handelsbeauftragte Jamieson Greer wolle sich "sehr bald" äußern, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, in Washington. Nach ihren Angaben wollte Greer noch im Laufe des Donnerstags (Ortszeit) etwas bekanntgeben. Am Freitag läuft ein weltweiter Sonderzoll von zehn Prozent auf US-Importe aus.

ARD: Innenressort plant weitere Einschränkungen bei Informationsfreiheitsgesetz

Das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) plant laut einem ARD-Bericht noch weitergehende Einschränkungen des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) als bisher geplant. In einem internen Vermerk vom Februar werde vorgeschlagen, das Amt des Bundesbeauftragten für die Informationsfreiheit abzuschaffen, hieß es am Donnerstag im Portal tagesschau.de unter Berufung auf Recherchen des Senders MDR. Damit würde eine zentrale Kontrollinstanz für das IFG wegfallen, hieß es.

Trump knüpft Atomabkommen mit Saudi-Arabien an Normalisierung mit Israel

US-Präsident Donald Trump hat das mit Saudi-Arabien geschlossene Atomabkommen an die Normalisierung der Beziehungen des Golfstaats zu Israel geknüpft. Die Vereinbarung zum Aufbau eines zivilen Atomprogramms in dem Golfstaat hänge "vollständig davon ab, dass Saudi-Arabien den sehr angesehenen und erfolgreichen Abraham-Abkommen beitritt", schrieb Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Derweil befürchten Kritiker mitten im Iran-Krieg ein atomares Wettrüsten in der Region.

Textgröße ändern: