Chinas Angriff auf ASML
Kiew setzt Moskau unter Druck
Irans Krieg trifft den Golf
Kiew wieder in Putins Visier
Mindestens eine Tote bei russischem Angriff auf Akademie der Wissenschaften in Kiew
Rückzug auf Raten: Spahn verzichtet nach Kritik auf Sitz im Haushaltsausschuss
Gestohlener Davidstern-Aufnäher in Chemnitz wieder aufgetaucht
Anschlagsgefahr: Fünf bei Luftwaffenstützpunkt in England festgenommene Männer sind Briten
Wissenswertes
SpaceX-Rakete Starship erreicht erstmals Erdumlaufbahn
Eine Starship-Rakete des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX ist erstmals in eine Erdumlaufbahn gestartet. Die Riesenrakete hob am Montag zu ihrem 14. Testflug vom Weltraumbahnhof Starbase in Texas ab und erreichte nach kurzer Zeit den Orbit. Bei den vorangegangenen Testflügen war die Riesenrakete nach Angaben des Unternehmens von Elon Musk stets in geringerem Abstand zur Erde geflogen.
Politik
Gericht: Polizeibewerber darf nicht wegen Harnsteins abgelehnt werden
Ein Polizeibewerber darf einer Gerichtsentscheidung zufolge wegen eines einmaligen Harnsteins nicht abgelehnt werden. Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster wies laut Mitteilung vom Montag die Beschwerde des Landes gegen eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Aachen zurück. Das Land habe kein konkretes Gesundheitsrisiko des Bewerbers aufgezeigt, das eine bestehende Verwendungseinschränkung aus Gründen der Fürsorgepflicht des Dienstherrn rechtfertigen würde, hieß es.
Letzte Nachrichten
CDU und SPD im Saarland küren Spitzenkandidaten für Landtagswahl
CDU und SPD im Saarland haben ihre Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden März gekürt. Der amtierende Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) wurde am Freitagabend auf einer Landesvertreterversammlung in Saarbrücken auf den ersten Platz der Landesliste gewählt, wie die Partei mitteilte. Damit tritt er zum ersten Mal als Spitzenkandidat an.
Russland plant Einführung von Corona-Pass
Angesichts der dramatischen Corona-Lage im Land plant die russische Regierung nun ebenfalls die Einführung eines Corona-Passes. Einem am Freitag im Parlament eingebrachten Gesetzentwurf zufolge müssen künftig alle, die Groß- oder Kulturveranstaltungen besuchen wollen, beim Shoppen oder in Bars und Restaurants nachweisen, dass sie vollständig geimpft oder genesen sind oder medizinische Gründe gegen ihre Impfung sprechen.
Niederlande verhängen wegen stark steigenden Corona-Zahlen Teil-Lockdown
Als erstes westeuropäisches Land haben die Niederlande für den Herbst einen Teil-Lockdown wegen der stark steigenden Corona-Zahlen verhängt. Regierungschef Mark Rutte kündigte am Freitagabend in Den Haag an, dass Gastronomie, Geschäfte und Sportaktivitäten davon betroffen seien. Überschattet wurde Ruttes Ankündigung von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rund 200 Gegnern der Maßnahmen und der Polizei.
Debakel nach Fehlstart: U21 geht gegen Polen unter
Die deutschen U21-Fußballer haben in der EM-Qualifikation unter ihrem neuen Trainer Antonio Di Salvo eine heftige Blamage erlebt. Nach einem katastrophalen Fehlstart musste sich die DFB-Auswahl gegen Polen trotz tapferer Leistung nach langer Unterzahl klar mit 0:4 (0:3) geschlagen geben. Zuvor hatte die U21 alle vier Spiele in der Gruppe B gewonnen.
Trumps früherer Stabschef Meadows verweigert Aussage vor U-Ausschuss
Mit dem früheren Stabschef im Weißen Haus, Mark Meadows, verweigert ein weiterer enger Mitarbeiter von Ex-Präsident Donald Trump die Aussage vor dem Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols. Meadows’ Anwalt George Terwilliger erklärte am Freitag, es gebe noch einen "scharfen rechtlichen Streit" mit dem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses.
Merkel dringt auf Abzug ausländischer Kämpfer aus Libyen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für einen baldigen Abzug der ausländischen Kräfte aus Libyen ausgesprochen. Dieser Abzug dürfe "nicht nur auf dem Papier" geschehen, sagte Merkel zum Abschluss der Internationalen Libyen-Konferenz in Paris am Freitag. Sie begrüße es, dass es mit dem Abzug von 300 Söldnern erste Schritte gebe und "dass die Nachbarländer eine Vorreiter-Rolle einnehmen".
Mit Spannung erwarteter Video-Gipfel von Biden und Xi am Montag
US-Präsident Joe Biden und Chinas Staatschef Xi Jinping werden am kommenden Montag ihr mit Spannung erwartetes virtuelles Gipfeltreffen abhalten. Bei der Videokonferenz werde es um einen "verantwortungsvollen" Umgang mit dem "Wettbewerb" zwischen beiden Ländern gehen, erklärte Biden-Sprecherin Jen Psaki am Freitag. Zugleich solle über Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei Themen von gegenseitigem Interesse gesprochen werden.
USA verhängen wegen Äthiopien-Konflikts Sanktionen gegen Eritrea
Die USA haben wegen des Äthiopien-Konflikts Sanktionen gegen das Nachbarland Eritrea verhängt. Das US-Finanzministerium gab am Freitag Strafmaßnahmen unter anderem gegen die eritreischen Streitkräfte und die Regierungspartei PFDJ von Präsident Isaias Afwerki bekannt. Die USA werfen Eritrea eine militärische Einmischung in den Konflikt im Norden Äthiopiens vor.
Internationale Gemeinschaft droht Störern der Wahl in Libyen mit Sanktionen
Die internationale Gemeinschaft hat möglichen Störern des Wahlprozesses in Libyen mit Sanktionen gedroht. Das gelte für alle Personen und Gruppen "außerhalb und innerhalb" Libyens, hieß es in der Erklärung, die am Freitag zum Abschluss der internationalen Libyen-Konferenz in Paris veröffentlicht wurde. Die Konferenzteilnehmer rufen Libyen außerdem dazu auf, die Wahlen wie geplant am 24. Dezember abzuhalten.
PSG-Spielerin Diallo bestreitet Attacke auf Klubkollegin
Frankreichs Fußball-Nationalspielerin Aminata Diallo bestreitet ihre Beteiligung am gewalttätigen Angriff auf ihre Teamkollegin Kheira Hamraoui bei Meister Paris St. Germain. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP nach einer entsprechenden Erklärung des Anwalts der 26-Jährigen. Diallo war am Mittwoch im Zusammenhang mit der Attacke festgesetzt und nach 24 Stunden wieder aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen worden.
Brüssel besorgt über Anfechtung von EuGH-Urteil durch Ungarns Regierung
Die EU-Kommission hat sich besorgt über Ungarns Anfechtung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gezeigt. "Es ist für uns inakzeptabel, dass eine EuGH-Entscheidung vor dem ungarischen Verfassungsgericht angefochten wird", sagte Justizkommissar Didier Reynders am Freitag zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs in Budapest. Wenn der Vorrang von EU-Recht infrage gestellt werde, müsse die EU-Kommission reagieren.
Nächster Motorwechsel: Hamilton in Sao Paulo fünf Startplätze nach hinten
Nächster Rückschlag im Formel-1-Titelkampf für Rekordweltmeister Lewis Hamilton: Der Mercedes-Star wird beim viertletzten Saisonrennen in Sao Paulo (Sonntag, 18.00 Uhr MEZ/Sky) um fünf Startplätze zurückversetzt. Bei Hamiltons Rennwagen wird der fünfte Verbrennungsmotor des Jahres eingesetzt, straffrei dürfen in dieser Saison nur drei solcher Aggregate genutzt werden.
Wolfgang Joop hält Merkels Kleidungsstil für "klugen Marketingcoup"
Der Modeschöpfer Wolfgang Joop hat der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen "klugen Marketingcoup" hinsichtlich ihres Kleidungsstils bescheinigt. Obwohl Merkels Blazer "schlecht geschnitten" seien, sei es richtig gewesen, dass die Kanzlerin an ihrem Outfit nichts verändert habe, sagte Joop dem "Spiegel" (Samstag). "Merkels Blazer signalisieren Stabilität."
Ab Samstag besteht wieder Anspruch auf kostenlose Corona-Schnelltests
Die Menschen in Deutschland haben ab Samstag wieder Anspruch auf mindestens einen kostenlosen Corona-Test pro Woche. Das regelt die neue Testverordnung, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach Angaben seines Ministeriums am Freitag unterzeichnet hat. Der Anspruch auf einen Antigen-Schnelltest besteht auch bei Menschen, die geimpft oder genesen sind.
US-Klimabeauftragter für Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe
Der US-Sonderbeauftragte für Klima, John Kerry, hat die Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe gefordert. In den vergangenen fünf oder sechs Jahren seien Billionen von Dollar an derartigen Subventionen geflossen, sagte Kerry am Freitag bei der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow. "Das ist der Inbegriff des Irrsinns."
DOSB-Vorstand Rücker tritt am 31. Dezember ab
Die Brief-Affäre im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und ihre Folgen ziehen immer weitere Kreise. Nach DOSB-Präsident Alfons Hörmann, dessen Nachfolge am 4. Dezember in Weimar bei der Mitgliederversammlung geklärt wird, wird die Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker (51) ihr Amt zum 31. Dezember niederlegen. Dies teilte der DOSB am Freitag mit.
Belarus verurteilt Stationierung polnischer Soldaten an gemeinsamer Grenze
Belarus hat die Stationierung polnischer Soldaten an der belarussisch-polnischen Grenze scharf verurteilt. Minsk werde auf jeden Angriff "mit Härte reagieren", warnte der belarussische Verteidigungsminister Viktor Chrenin am Freitag in einer Videoansprache. Es scheine, als wollten die "Nachbarn im Westen" - insbesondere Polen - "einen Konflikt beginnen, in den sie Europa hineinziehen wollen", sagte der Minister. Er bezeichnete die Kommunikation mit dem Westen, die aus "Ultimaten, Drohungen und Erpressungen" bestehe, als "inakzeptabel".
Abba stürmt nach Comeback deutsche Charts
Die schwedische Popband Abba hat mit ihrem Comeback im Sturm die deutschen Charts erobert. Das neue Album "Voyage" belegte als Neueinsteiger nicht nur sofort den ersten Platz der aktuellen Charts, sondern erreichte auch auf Anhieb die Spitze der Charts des gesamten Jahres, wie GfK Entertainment am Freitag in Baden-Baden mitteilte.
Umweltverbände kritisieren schwachen deutschen Auftritt in Glasgow
Umweltverbände und die Klimaschutz-Initiative Fridays for Future (FFF) haben Deutschland einen schwachen Auftritt auf der UN-Konferenz in Glasgow bescheinigt und die Ampel-Parteien zu mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung aufgefordert. Die FFF-Aktivistin Luisa Neubauer forderte besonders den voraussichtlich künftigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf, seiner im Wahlkampf angekündigten Rolle als "Klimakanzler" gerecht zu werden.
Feuerwehr im Bergischen Land befreit gefesselten Mann mit Eisensäge
In einer Gaststätte im nordrhein-westfälischen Engelskirchen hat eine Karnevalsfeier für einen 40-Jährigen in Handschellen geendet. Eine Frau habe sich aus Spaß von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts die Handschellen geliehen und dem Mann angelegt, erklärte die Polizei am Freitag. Allerdings fand anschließend niemand die Schlüssel.
Dänische Königin Margrethe II. von Söder in Münchner Residenz empfangen
Die dänische Königin Margrethe II. hat ihren Deutschlandbesuch am Freitag in München fortgesetzt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßte die Monarchin zusammen mit seiner Frau Karin Baumüller-Söder im Königsbauhof der Münchner Residenz. Dort brachte der Tölzer Knabenchor dem Ehrengast ein Ständchen, außerdem empfingen die bayerischen Gebirgsschützen und eine Abordnung der bayerischen Trachtenverbände Margrethe II. an einem roten Teppich.
EU-Behörde: Corona-Lage in zehn EU-Ländern "sehr besorgniserregend"
Die Corona-Lage ist nach Angaben der EU-Behörde ECDC in zehn Ländern der Europäischen Union "sehr besorgniserregend". In 13 weiteren EU-Staaten sei die Situation mit Blick auf die Pandemie "besorgniserregend", erklärte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Freitag in Stockholm. Zu den Ländern mit "sehr besorgniserregender" Lage gehören unter anderem Polen, die Niederlande, Belgien und Tschechien.
Französischer Atomkraftwerk-Betreiber EDF der "Vertuschung" bezichtigt
Ein leitender Mitarbeiter des Atomkraftwerks Tricastin in Südfrankreich hat dem Betreiber EDF das "Vertuschen" von Zwischenfällen vorgeworfen. Er reichte Klage gegen EDF wegen Regelverletzungen und wegen Mobbings ein, wie am Freitag aus Justizkreisen in Paris verlautete. In dem Fall gehe es um "gravierende Funktionsstörungen mit Blick auf die Sicherheit und den Umweltschutz", erklärten seine Anwälte. Ein EDF-Sprecher lehnte einen Kommentar ab und verwies darauf, dass EDF sämtliche Zwischenfälle melde.
Ehemaliger Deutsche-Bank-Chef Kopper gestorben
Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 86 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit, wie die Deutsche Bank am Freitag mitteilte. Kopper stand 48 Jahre und damit sein gesamtes Berufsleben im Dienst der größten Bank Deutschlands, Vorstandssprecher war er von 1989 bis 1997, anschließend dann Aufsichtsratsvorsitzer bis 2002.
Johnson & Johnson teilt sich in zwei Unternehmen auf
Der US-Pharmariese Johnson & Johnson folgt dem aktuellen Trend zur Aufspaltung: Der Konzern kündigte am Freitag an, die Pharmasparte und die Konsumartikelsparte sollten künftig als eigenständige Unternehmen wirtschaften. Damit würden "zwei Weltmarktführer geschaffen, die besser aufgestellt sind, um Patienten und Verbrauchern bessere Ergebnisse durch Innovationen zu liefern". Der Aktienkurs stieg im vorbörslichen Handel um mehr als 3,5 Prozent.
Spahn warnt vor weiterer Zuspitzung der Corona-Lage
Angesichts des ungebrochenen Anstiegs bei den Corona-Zahlen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor einer weiteren Zuspitzung der Lage gewarnt. Wenn nichts unternommen werde, könnten sich die Zahlen innerhalb von zwei Wochen verdoppeln, sagte Spahn am Freitag in Berlin. Er schlug strengere Regeln für den Besuch von Veranstaltungen vor. Dort sollte "2G-Plus" eingeführt werden. Österreich gilt ab Sonntag wieder als Hochrisikogebiet. "Wir müssen jetzt alles notwendige tun, um diese Dynamik zu brechen, sonst wird es für das ganze Land ein bitterer Dezember", sagte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister. Spahn schlug eine 2G-Plus-Regel vor. Sie würde bedeuten, dass nur noch Geimpfte und Genesene mit einem aktuellen Coronatest Einlass bekommen. Der Bundesgesundheitsminister kündigte außerdem an, noch am Freitag eine Verordnung für die Wiedereinführung kostenloser Bürgertests zu unterzeichnen. Er gehe davon aus, dass dann ab Montag diese Tests wieder angeboten werden könnten. Außerdem kündigte Spahn an, die Vergütung für Mediziner für Corona-Impfungen deutlich zu erhöhen. Pro Impfung würden künftig 28 Euro statt bislang 20 Euro bezahlt, hinzu kommt ein Wochenendzuschlag. Per Verordnung werde er außerdem sicherstellen, dass die Impfzentren der Länder bis Mitte April hälftig vom Bund finanziert seien. Die Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet bedeutet, dass Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, in Quarantäne müssen. Ein Freitesten ist erst nach fünf Tagen möglich. Fortschritte sieht Spahn beim Impfen. Hier gebe es "wieder mehr Tempo". Zudem seien allein in dieser Woche 4,3 Millionen Dosen ausgeliefert worden - eine Vervierfachung im Vergleich zu den vergangenen Wochen. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sprach von einer dramatischen Lage. "Es ist fünf nach zwölf", sagte Wieler. In vielen Landkreisen gebe es bereits so viele Neuinfektionen, dass die Krankenhäuser an die Grenzen ihrer Kapazitäten gerieten. Wieler regte an, Großveranstaltungen abzusagen oder die Besucherzahlen zu reduzieren. Er rief die Menschen außerdem dazu auf, ihre Kontakte wieder zu beschränken. Laut RKI stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 263,7 - und erreichte damit einen neuen Höchststand. Spahn rief Bund und Länder zu einem einheitlichen Vorgehen in der Pandemie auf und begrüßte das für kommende Woche geplante Gipfeltreffen. Die "Vielstimmigkeit" in der jüngsten Vergangenheit habe für "Verwirrung" gesorgt. Das habe dazu geführt, "dass zu viele die Corona-Auflagen nicht mehr ernst nehmen." Unterdessen berieten Vertreter der Ampel-Parteien bei einem Praxis-Panel mit Fachleuten darüber, wie das Tempo bei den Impfungen wieder erhöht werden kann. Vor Beginn der Veranstaltung beklagte die SPD-Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar, bei den Auffrisch-Impfungen gehe es viel zu langsam voran. Ende des Monats hätten bereits 20 Millionen Menschen einen Anspruch darauf. Die Auffrisch-Impfung soll sechs Monate nach Erreichen der Grundimmunisierung verabreicht werden. Anspruch haben alle Menschen ab zwölf Jahren. Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen plädierte für eine Impfpflicht bei bestimmte Berufsgruppen. Diese solle einrichtungsbezogen sein, sagte er. Nach Ansicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz müssen allerdings auch die Konsequenzen einer solchen Maßnahme berücksichtigt werden. "Vermutlich werden auch in Deutschland mehr als 100.000 Altenpflegekräfte trotz Impfpflicht eine Impfung verweigern", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch zu AFP. Wer also eine Impfpflicht für medizinisch-pflegerisches Personal umsetzen wolle, müsse dann auch Entlassungen verantworten. (I.Beryonev--DTZ)
Gericht billigt 2G-Regelung für private Veranstaltungen
Das Verwaltungsgericht Hannover hat eine 2G-Pflicht für private Veranstaltungen bestätigt. Nach Angaben vom Freitag wies es in einem Eilverfahren den Antrag eines Ungeimpften zurück, der seinen 30. Geburtstag mit 39 Teilnehmern entgegen behördlicher Coronaschutzregeln nach dem 3G-Modell feiern wollte. 2G sei wegen des höheren Infektionsschutzes in der aktuellen Coronalage angemessen und verhältnismäßig, betonten die Richter. Gegen den Beschluss ist aber noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht möglich. Das Verfahren richtete sich gegen eine erst seit Freitag geltende Allgemeinverfügung der Region Hannover, die Zusammenkünfte von mehr als 25 Menschen in geschlossenen Räumen nur noch nach dem 2G-Prinzip gestattet. Dies beschränkt die Teilnahme auf Geimpfte und Genese, die Vorlage eines Coronatests reicht nicht aus. Die Regelung ist regionalspezifisch. Entsprechende Vorschriften, die in Niedersachsen landesweit gelten würden, gibt es derzeit nicht. Die Richter billigten die Verfügung. Der Schwellenwert von 25 für 2G sei ein "geeigneter Ausgleich der betroffenen Interessen", weil er auch Ungeimpften weiterhin die Teilnahme an Zusammenkünften in kleinerem Rahmen erlaube. Mit wachsender Größe steige jedoch das Infektionsrisiko. Zugleich sei es die "freie Entscheidung" jedes Menschen, sich impfen zu lassen und dadurch einer 2G-Regelung zu entgehen. Genügend Impfstoff sei seit den Sommermonaten vorhanden. Die Angaben zum Impfstatus des Klägers beruhten nach Angaben des Gerichts auf dessen eigenen Ausführungen in dem Verfahren. Er gab demnach an, auch etwa fünf Gäste seien weder geimpft noch genesen. Er argumentierte demnach, eine 2G-Regelung trage nicht zu einem höheren Infektionsschutz bei. Dies wiesen die Richter zurück. Eine 2G-Regelung biete "erwiesenermaßen" mehr Schutz als eine 3G-Regel. (M.Dylatov--DTZ)
Siebenjähriger in Nordrhein-Westfalen von Gedenkkreuz aus Stein erschlagen
Im nordrhein-westfälischen Büren ist ein Siebenjähriger von einem abbrechenden Gedenkkreuz aus Stein erschlagen worden. Wie die Polizei am Freitag in Paderborn mitteilte, ereignete sich das Unglück am Donnerstagnachmittag, während der Junge mit einem etwa gleichaltrigen Begleiter an den Gedenkkreuz spielte. Wie genau es zum Unglück kam, war demnach noch unklar.
Österreich, Tschechien und Ungarn gelten ab Sonntag als Hochrisikogebiete
Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung mehrere europäische Länder neu als Hochrisikogebiete eingestuft. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte, gelten Österreich, Tschechien und Ungarn ab Sonntag wieder als Hochrisikogebiete. Reise-Rückkehrer aus diesen Ländern müssen sich in Deutschland in Quarantäne begeben, sofern sie nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen werden die USA.
USA gelten ab Sonntag nicht mehr als Hochrisikogebiet
Die USA gelten von Sonntag an nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiet. Die Bundesregierung streicht das Land von der Liste, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Durch die Entscheidung entfallen die Quarantäne-Vorschriften für aus den Vereinigten Staaten zurückkehrende Reisende. Die USA waren seit dem 15. August wieder als Hochrisikogebiet eingestuft gewesen.
Geschäftsmann muss nach Flugzeugabsturz von Fußballer Sala 18 Monate in Haft
Fast drei Jahre nach dem Flugzeugabsturz des argentinischen Fußballprofis Emiliano Sala ist ein 67-jähriger Geschäftsmann zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ein Gericht im walisischen Cardiff ordnete am Freitag anderthalb Jahre Haft für David Henderson an, der bereits im Oktober der Gefährdung der Flugsicherheit für schuldig befunden worden war.
Ermittlungen zu Vergewaltigungsvorwürfen im Élysée
Die französische Justiz hat Ermittlungen nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen einen Soldaten im Pariser Élysée-Palast aufgenommen. Der Mann wurde nicht formell als Beschuldigter, sondern vorerst als Zeuge mit Rechtsbeistand eingestuft, wie am Freitag aus Justizkreisen in Paris verlautete. Eine Soldatin wirft ihm demnach vor, sie im Juli am Ende einer Abschiedsparty im Élysée-Palast, dem Amtssitz von Präsident Emmanuel Macron, vergewaltigt zu haben.