Chinas gefährliche Schieflage
Russlands Energie am Limit
Neoms teurer Wüstentraum
Schwedens stille Wende
USA greifen dreizehnte Nacht in Folge Ziele im Iran an
US-Regierung verkündet neue Zölle gegen rund 60 Handelspartner
Spanien ruft wegen Waldbränden in zwei Regionen "Notstand nationaler Tragweite" aus
Justizministerium macht im Streit um Bericht über Trumps Luxusflieger Rückzieher
Politik
Anwälte: Gesundheitszustand von tunesischem Oppositionsführer Ghannouchi "kritisch"
Der Gesundheitszustand des inhaftierten tunesischen Oppositionsführers Rached Ghannouchi ist nach Angaben seiner Anwälte "kritisch". Ghannouchis Anwälte brachten am Donnerstag in einer Stellungnahme ihre "große Besorgnis über die schwere Verschlechterung seines Gesundheitszustands" zum Ausdruck. Trotz Ghannouchis Zustands verweigern die tunesischen Behörden demnach jeden Besuch durch seine Anwälte oder Familienangehörigen.
Politik
US-Regierung kündigt neue Zölle gegen rund 60 Handelspartner an
Die US-Regierung hat am Donnerstag neue Zölle gegen rund 60 internationale Handelspartner angekündigt. Die Aufschläge von zehn bis 12,5 Prozent treten dem Weißen Haus zufolge in der Nacht zum Freitag (0.01 Uhr Ortszeit, 6.01 Uhr MESZ) in Kraft. Gleichzeitig läuft ein bisher geltender weltweiter Sonderzoll von zehn Prozent auf US-Importe aus.
Letzte Nachrichten
Kreml-Kritiker Nawalny nach Russland zurückgekehrt
Nach seiner Behandlung in Deutschland wegen eines Giftanschlags ist der prominente Kreml-Kritiker Alexej Nawalny am Sonntag nach Russland zurückgekehrt. Ein Flugzeug mit Nawalny an Bord landete am Abend in Moskau, wie AFP-Journalisten berichteten. Die Maschine war kurzfristig umgeleitet worden und steuerte schließlich den Flughafen Scheremetjewo im Nordwesten Moskaus an. In Moskau droht dem 44-Jährigen die sofortige Festnahme. Mehrere seiner Unterstützer wurden am Flughafen Wnukowo bereits festgenommen.
Kreml-Kritiker Nawalny auf dem Weg nach Moskau
Fünf Monate nach dem Giftanschlag auf ihn ist der prominente russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny auf dem Rückweg nach Russland. Ein Flugzeug mit Nawalny an Bord hob am Sonntagnachmittag vom Berliner Flughafen BER in Richtung Moskau ab, wie mitreisende AFP-Reporter berichteten. In Moskau droht dem 44-Jährigen nach seiner Landung laut der russischen Strafverfolgungsbehörde die sofortige Festnahme. Vor Ort wartete bereits ein großes Polizeiaufgebot.
Kontroverse über künftige Maßnahmen vor Bund-Länder-Treffen
Vor den Bund-Länder-Beratungen über weitere Corona-Restriktionen am Dienstag ist eine Kontroverse über die künftigen Maßnahmen entbrannt. Während der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) die Möglichkeit von Ausgangssperren ins Gespräch brachte, lehnte es die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, Christiane Woopen, ab, sich alleine auf Einschränkungen zu reduzieren. Die Stiftung Patientenschutz forderte mehr Schutz in den Altenheimen.
Dutzende Festnahmen nach nächtlichen Ausschreitungen in Tunesien
Nach zweitägigen nächtlichen Ausschreitungen in mehreren Städten Tunesiens hat die Polizei nach eigenen Angaben Dutzende Jugendliche festgenommen. Der Höhepunkt der Randale sei in der Nacht zum Sonntag erreicht worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Khaled Hayouni, der Nachrichtenagentur. In Tunis und anderen Städten zogen demnach vorwiegend junge Menschen trotz einer nächtlichen Corona-Ausgangssperre durch die Straßen, zündeten Reifen an, warfen Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und schleuderten Steine auf Polizisten.
Paris lehnt Debatte über EU-Impfpass derzeit ab
Die französische Regierung lehnt eine Debatte über einen EU-Impfpass derzeit ab. "Wir sind da sehr zurückhaltend", sagte Europaminister Clément Beaune am Sonntag dem Sender France Info. Wenn über ein "Dokument" gesprochen werde, mit dem in Zeiten der Corona-Krise Reisen in Europa ermöglicht werden sollten, so sei dieser Vorschlag "sehr verfrüht".
Ugandas Oppositionsführer Wine nach Angaben seiner Partei unter Hausarrest
Der ugandische Oppositionsführer Bobi Wine steht nach Angaben seiner Partei seit der Präsidentschaftswahl unter Hausarrest. Niemand könne Wine besuchen, sagte der Sprecher der Plattform der Nationalen Einheit (NUP), Joel Ssenyonyi, am Sonntag vor Journalisten in Kampala. Die Opposition bezeichnete die am Samstag verkündete Wiederwahl von Präsident Yoweri Museveni als "Maskerade".
Familiennachwuchs bei Tobias Hans
Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans ist erneut Vater geworden. "Heute erblickte Hannah Judith das Licht der Welt", gab der 42-jährige CDU-Politiker die Geburt der gemeinsamen Tochter mit seiner Frau Tanja am Sonntag im Internetdienst Twitter bekannt.
Österreich verlängert Corona-Einschränkungen um mindestens drei Wochen
Angesichts der Ausbreitung der zuerst in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante verlängert Österreich den Lockdown um mindestens drei Wochen. Die derzeitigen Einschränkungen bleiben bis mindestens 7. Februar bestehen, wie der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz am Sonntag sagte. Ziel sei es, ab dem 8. Januar erste Öffnungsschritte im Einzelhandel, Dienstleistungsbereich und den Museen einzuleiten. Ursprünglich hätte der Lockdown am kommenden Sonntag enden sollen.
Lesser auf Rang acht - Tarjei Bö gewinnt
Biathlet Erik Lesser hat beim Heim-Weltcup in Oberhof im Massenstart über 15 km mit einem Fehler beim letzten Schießen einen Podestplatz vergeben. Der 32-Jährige belegte als bester Deutscher aber einen guten achten Platz (+31,4 Sekunden). Arnd Peiffer, der den ersten Massenstart des Winters in Hochfilzen gewonnen hatte, kam nach drei Schießfehlern (+37,3) auf Rang elf.
Lesser auf Rang acht - Tarje Bö gewinnt
Biathlet Erik Lesser hat beim Heim-Weltcup in Oberhof im Massenstart über 15 km mit einem Fehler beim letzten Schießen einen Podestplatz vergeben. Der 32-Jährige belegte als bester Deutscher aber einen guten achten Platz (+31,4 Sekunden). Arnd Peiffer, der den ersten Massenstart des Winters in Hochfilzen gewonnen hatte, kam nach drei Schießfehlern (+37,3) auf Rang elf.
Geisenberger meldet sich mit Jubiläums-Sieg zurück
Zwei Wochen vor der Heim-WM ist der Knoten bei Natalie Geisenberger (Miesbach) mit einem lauten Knall geplatzt. Nach acht zweiten Plätzen in acht Saisonrennen feierte die einstige Dominatorin in Oberhof ihren ersten Sieg nach der Rückkehr aus der Babypause, den ersten seit 694 Tagen - und ganz nebenbei ihren 50. im Weltcup.
Polizeiaufgebot vor Rückkehr Nawalnys am Moskauer Flughafen Wnukowo
Schon Stunden vor der erwarteten Rückkehr des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny nach Russland am Sonntagabend hat sich die Polizei am Moskauer Flughafen Wnukowo postiert. Auf Videos in den Online-Netzwerken waren vor dem Flughafen parkende Polizeifahrzeuge zu sehen. Die Behörden warnten davor, an einer nicht genehmigten "öffentlichen Veranstaltung" am Flughafen teilzunehmen. Journalisten wurde der Zugang verwehrt. Zur Begründung verwies die Flughafenverwaltung auf die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie.
Deutsche Bahn wird in der Corona-Zeit pünktlicher
Die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn sind so pünktlich wie seit 15 Jahren nicht mehr. Im Jahr 2020 seien 81,8 Prozent aller ICE- und IC/EC-Züge pünktlich unterwegs gewesen, teilte das Unternehmen am Sonntag in Berlin mit. Dies sei eine Steigerung von 5,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr, als 75,9 Prozent der Fernzüge pünktlich gewesen seien.
Opel nun Teil von neuem Auto-Konzern Stellantis
Die deutsche Automarke Opel gehört nun zum viertgrößten Automobilhersteller der Welt. Am Samstag wurde die Fusion der französischen Opel-Mutter PSA und dem US-italienischen Konzern Fiat Chrysler (FCA) wirksam. Das neue Unternehmen namens Stellantis will an diesem Montag an die Börse gehen. Die IG Metall warnte mit Blick auf Opel vor einem möglichen Abbau von Arbeitsplätzen.
Deutsches WM-Vorrundenspiel gegen Kap Verde abgesagt - DHB-Team in Hauptrunde
Das für Sonntagabend angesetzte WM-Vorrundenspiel der deutschen Handballer gegen Kap Verde ist abgesagt worden. Diese Entscheidung traf das Competition-Management des Weltverbands IHF am Sonntagvormittag aufgrund der neuen Coronafälle beim Turnieraußenseiter. Das Spiel wird mit 10:0 Toren und 2:0 Punkten für Deutschland gewertet, die DHB-Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason steht in Ägypten somit vorzeitig in der Hauptrunde.
Bericht: Nach Erstürmung von Reichstagstreppe 34 Verfahren gegen 40 Verdächtige
Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Sturms von Anhängern von Verschwörungstheorien und Rechtsextremisten auf die Reichstagstreppe im August mittlerweile in 34 Verfahren gegen 40 Tatverdächtige. Das sagte ein Sprecher der Berliner Polizei dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstagsausgaben). Es sei möglich, "dass noch weitere Ermittlungsverfahren gegen bisher unbekannte Tatverdächtige hinzukommen".
Slalom in Flachau: Straßer scheidet aus, Premierensieg für Foss-Solevaag
Skirennläufer Linus Straßer hat beim zweiten Weltcup-Slalom im österreichischen Flachau seine hervorragenden Leistungen der vergangenen Rennen nicht bestätigen können. Der Münchner, der am Vortag beim ersten Sieg des Österreichers Manuel Feller einen sehr guten fünften Rang belegt hatte, fädelte bereits im ersten Lauf an einer Torstange ein. "Das ist ärgerlich, aber das ist Teil des Spiels", sagte Straßer in der ARD.
Slalom in Flachau: Straßer scheidet aus, Foss-Solevaag führt
Skirennläufer Linus Straßer ist beim zweiten Weltcup-Slalom im österreichischen Flachau bereits im ersten Lauf ausgeschieden. Nach etwa 32 Fahrsekunden fädelte der Münchner, der am Vortag beim ersten Sieg des Österreichers Manuel Feller einen sehr guten fünften Rang belegt hatte, an einer Torstange ein. "Das ist ärgerlich, aber das ist Teil des Spiels", sagte er in der ARD. Straßers nächstes Rennen ist der Slalom am 26. Januar in Schladming.
Fußball-EM: Gesundheitsexperte Lauterbach rechnet mit Absage
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet nicht damit, dass die für den Sommer (11. Juni bis 11. Juli) geplante paneuropäische Fußball-EM stattfindet. "Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute", sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal t-online.
UN-Soldaten erobern in Zentralafrika von Aufständischen besetzte Stadt zurück
UN-Blauhelmsoldaten haben in der Zentralafrikanischen Republik eine von Aufständischen besetzte Stadt zurückerobert. Die Stadt Bangassou, 750 Kilometer östlich der Hauptstadt Bangui, sei wieder vollständig unter der Kontrolle der UN-Friedenstruppe Minusca, teilte deren Sprecher Vladimir Monteiro am Samstagabend mit. Bangassou wurde seit Anfang Januar von den Aufständischen kontrolliert.
Bahn prüft offenbar Einführung von FFP2-Maskenpflicht
Die Deutsche Bahn prüft offenbar intern die Einführung einer FFP2-Maskenpflicht in Regional- und Fernzügen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtete, hat die Bahn deswegen bis April bereits vorsorglich 10 Millionen Masken bestellt. Bislang gilt in den Zügen der Deutschen Bahn nur die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.
Grüne wollen nach Wahl Laschets zum CDU-Chef um das Kanzleramt ringen
Die Grünen wollen nach der Wahl von Armin Laschet zum neuen CDU-Chef mit der Union um das Kanzleramt bei der Bundestagswahl kämpfen. "Wir fordern die Union heraus, sie ist in diesem Jahr unser Hauptwettbewerber“" sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe). "Wir kämpfen um die Führung in diesem Land." Die Partei wolle die Klimakrise bekämpfen, die soziale Ungleichheit verringern für ein starkes Europa eintreten.
Indien startet ehrgeizige Impfkampagne
Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern hat eine ehrgeizige Impfkampagne gegen das Coronavirus gestartet. Bereits am ersten Tag erhielten mehr als 190.000 Menschen ihre erste Dosis, wie Gesundheitsminister Harsh Vardhan am Samstagabend mitteilte. Insgesamt sollen bis Juli 300 Millionen Menschen Schutz gegen eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus erhalten.
190.000 Menschen am ersten Tag der Impfkampagne in Indien gegen Corona geimpft
Indiens Mega-Impfkampagne gegen das Coronavirus ist nach Angaben der Behörden vielversprechend gestartet. Mehr als 190.000 Menschen hätten ihre erste Spritze erhalten, sagte Gesundheitsminister Harsh Vardhan am Samstagabend. Dass es nicht, wie ursprünglich geplant, 300.000 waren, erklärte er mit einem Fehler in der Corona-App. Dadurch seien nicht alle potenziellen Teilnehmer rechtzeitig erreicht worden. Vardhan bezeichnete die Impfungen als "Lebensretter".
Panne bei Triebwerkstest für Mondprogramm der Nasa
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa muss einen Misserfolg bei ihrem Mondprogramm Artemis verbuchen: Die Triebwerke der neuen Trägerrakete Space Launch System (SLS) funktionierten bei einem Test am Samstag im Stennis Space Center im Bundesstaat Mississippi nicht wie erwartet, wie die Nasa mitteilte. Die Testzündung sollte gut acht Minuten dauern, brach aber nach etwa einer Minute ab. Nasa-Experten versuchen nun, den Grund für die vorzeitige Abschaltung herauszufinden.
RKI: knapp 14.000 Corona-Neuinfektionen und knapp 445 neue Todesfälle
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) knapp 14.000 Corona-Neuinfektionen und 445 weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 13.882 auf 2.033.518 Fälle. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt nun 46.419 Fälle.
Chiefs, Packers und Bills im NFL-Halbfinale
Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs hat Quarterback Patrick Mahomes verloren, ist aber nur noch einen Schritt von der Rückkehr ins Finale der Football-Profiliga NFL entfernt. Mahomes musste am Sonntag im Viertelfinale der Play-offs gegen die Cleveland Browns mit einer Gehirnerschütterung vom Feld, die Chiefs gewannen mit Ersatzmann Chad Henne 22:17.
NFL: Packers und Bills in den Conference-Endspielen
Die Green Bay Packers und die Buffalo Bills sind in der National Football League (NFL) nur noch einen Schritt vom Super Bowl entfernt. Die favorisierten Packers bezwangen in der Nacht zum Sonntag angeführt von ihrem stark aufspielenden Star-Quarterback Aaron Rodgers die Los Angeles Rams mit 32:18. Der deutsche Wide Receiver Equanimeous St. Brown fing auf dem Weg ins Conference-Finale der NFC einen 27-Yard-Pass.
Triple Double: Spektakuläres Harden-Debüt für die Nets
Basketball-Superstar James Harden hat sich bei den Brooklyn Nets in der nordamerikanischen Profiliga NBA spektakulär eingeführt. Bei seinem Debüt nach dem Blockbuster-Deal gelang "The Beard" beim 122:115 gegen Orlando Magic auf Anhieb ein Triple Double mit zweistelligen Werten in drei Kategorien.
Seifert fordert mehr Vertrauen in Hygienekonzepte
DFL-Chef Christian Seifert wünscht sich für den Fußball und andere Sparten der Veranstaltungsbranche mehr Vertrauen in bestehende Hygienekonzepte. "Sich weiter an einem pauschalen Inzidenzwert von 50 zu orientieren, könnte ein Weg ins Nirgendwo sein", sagte Seifert im Interview mit der FAZ am Sonntag: "Denn ich glaube nicht, dass dieser Wert in absehbarer Zeit und vor allem dauerhaft erreicht wird – obwohl etwa Theater, Bühnen, Musicals oder Kinos nun schon länger geschlossen sind und keine Zuschauer in Stadien oder Hallen dürfen."
Verantwortliche plädieren für Öffnung von Grundschulen
Der Verantwortliche für die internationalen Pisa-Studien, Andreas Schleicher, plädiert für die Öffnung von Grundschulen und Kindergärten. "Selbst in der gegenwärtigen Infektionslage habe ich wenig Verständnis dafür, dass Grundschulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen werden", sagte Schleicher nach Information von Deutsche Tageszeitung (DTZ), in einem aktuellen Interview. Schulschließungen hätten "langfristig schwerwiegende Folgen, vor allem in den ersten Schuljahren und vor allem für Kinder aus sozial benachteiligtem Umfeld". Auch Frankreich schränke das öffentliche Leben ein und habe die zweite Corona-Welle gebrochen, ohne die Schulen zu schließen, sagte Schleicher, der das Direktorat Bildung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) leitet hierzu. Er wandte sich auch gegen Vorschläge, an das Ende der Schulzeit ein Jahr anzuhängen. "Das hieße ja, wir setzen jetzt nicht alles daran, Lernverluste aufzuholen, sondern schreiben das Schuljahr einfach ab." Auch den Vorschlag, das Sitzenbleiben auszusetzen, lehnt Schleicher ab. "Entscheidend ist, dass Schulen Lerndefizite früh erkennen und gezielt ausgleichen. Dann erübrigt sich das Sitzenbleiben. Schüler mit Lerndefiziten einfach durchzuwinken, bringt ja erst mal gar nichts." Der Abiturstandard sollte nach Ansicht Schleichers ebenfalls nicht sinken. "Das diskreditiert das ganze System, und das können Sie nie wieder ausbügeln." Die Schulen forderte Schleicher dazu auf, gut funktionierende Lösungen für den Online-Unterricht miteinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Der bildungspolitische Sprecher der FDP, Thomas Sattelberger, forderte für den Online-Unterricht mehr Pragmatismus in Sachen Datenschutz. "Wenn die Hütte brennt, hilft es nicht, das Tafelsilber zu putzen", sagte er nach Information von Deutsche Tageszeitung, in einem aktuellen Interview. Wenn ein Software-Anbieter in einem Bundesland zugelassen sei, solle das den anderen Bundesländern genügen. Die Kultusministerkonferenz könne eine Liste dieser Anbieter anlegen, von denen Schulen bundesweit bestellen könnten, was sie benötigen. Die familienpolitische Sprecherin der Grünen, Ekin Deligöz, sprach sich dafür aus, Lehrkräften und anderem Schulpersonal FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen. In jedem Schulraum sollten zudem Luftfilteranlagen oder Luftreinigungsgeräte stehen, sagte sie der FAS. Die Mittel dafür könne der Bund "zügig bereitstellen". (A.Nikiforov--DTZ)
Biden plant Dekrete gegen Corona- und Klima-Krise
Inmitten der Anspannung wegen möglicher Ausschreitungen bei seiner Vereidigung am Mittwoch hat der neue US-Präsident Joe Biden den Blick auf die politischen Weichenstellungen unmittelbar nach seinem Amtsantritt gelenkt. Noch an seinem ersten Amtstag will Biden ein Dutzend Dekrete zum Kampf gegen die Corona-Krise, den Klimawandel und Diskriminierung unterzeichnen, wie sein designierter Stabschef Ron Klain am Samstag ankündigte. Nahe des Kapitols in Washington wurde derweil ein bewaffneter Mann festgenommen. Bei den "vier Krisen" Corona-Pandemie, Erderwärmung, kriselnde US-Wirtschaft und Ungleichbehandlung von Menschen bestehe "dringender Handlungsbedarf", schrieb Klain in einem Memo an hochrangige Mitarbeiter des Weißen Hauses. Daher werde Biden bereits an seinem ersten Amtstag mit rund einem Dutzend Dekreten Maßnahmen dagegen auf den Weg bringen. Biden will unter anderem den von seinem Vorgänger Donald Trump beschlossenen Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen rückgängig machen und den Einreisebann gegen Bürger aus mehrheitlich muslimischen Länder aufheben. Der neue Präsident wolle nicht nur die von der Trump-Regierung verursachten "gravierendsten Schäden" beseitigen, sondern auch das Land nach vorne bringen, sagte Klain. Sein Team für Außenpolitik komplettierte Biden am Samstag mit der 71-jährige Diplomatin Wendy Sherman, die neue Vize-Außenministerin werden soll. Sein oberster wissenschaftlichen Berater, der Biologe Eric Lander, soll Kabinettsrang erhalten - ein klares Signal für einen wissenschaftsbasierten Ansatz bei den Anti-Corona-Maßnahmen. Die USA sind mit 400.000 Todesopfern das zahlenmäßig am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Seit Beginn der Pandemie gingen rund zehn Millionen Jobs im Land verloren. Biden steht aber auch vor der Herausforderung, das Land zu einen. Trump und viele seiner Anhänger sprechen ohne Belege von einem gestohlenem Wahlsieg. Am 6. Januar eskalierte der Konflikt mit der Erstürmung des Kapitols, dem Sitz des US-Parlaments in Washington, durch Trump-Anhänger. Fünf Menschen starben, darunter ein Polizist. Laut US-Justizministerium gibt es entgegen früherer Darstellungen aber keine Hinweise darauf, dass Randalierer Abgeordnete gefangen nehmen und ermorden wollten. Für Bidens Amtseinführung als 46. US-Präsident wurden massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Neben tausenden Polizisten werden mehr als 20.000 Nationalgardisten im Einsatz sein. Die Gegend um das Kapitol wird weiträumig abgesperrt. Auch in allen 50 Bundesstaaten bereiten sich die Behörden auf mögliche Ausschreitungen vor. Am Samstag blieben die befürchteten Massenproteste in Washington aus. Nur wenige Trump-Anhänger hätten sich versammelt, berichteten US-Medien. Am Freitag (Ortszeit) wurde nahe des Kapitols ein Mann festgenommen, der eine geladene Handfeuerwaffe und 500 Schuss Munition in seinem Wagen hatte. Laut Polizeibericht hatte er versucht, sich mit einer gefälschten Akkreditierung Zugang zu der Sicherheitszone rund um den Kongresssitz zu verschaffen. Der Beschuldigte beteuerte nach seiner Freilassung gegen Kaution gegenüber der "Washington Post", es handele sich um einen "Irrtum". Er sei Wachmann und stamme vom Land, sagte der Mann. Daher habe er sich am Kapitol verfahren und dann die Akkreditierung vorgezeigt, die sein Arbeitgeber ihm gegeben habe. Für die Waffe habe er zumindest in seinem Heimatstaat Virginia eine Erlaubnis. Zudem wurde ein Mann festgenommen, der zu einer bewaffneten Reaktion auf zu erwartende Proteste vor dem Regierungssitz des Bundesstaates Florida aufgerufen hatte. Der Ex-Soldat hatte nach Behördenangaben Videos von sich mit zahlreichen Waffen veröffentlicht und aktiv Mitstreiter für das Vorgehen gegen Trump-Anhänger rekrutiert. In einer Geste des Entgegenkommens telefonierte der scheidende Vizepräsident Pence mit seiner Nachfolgerin Kamala Harris. Die "New York Times" berichtete, Pence habe Harris gratuliert und ihr Hilfe angeboten. Trump will als erster US-Präsident seit mehr als 150 Jahren nicht zur Vereidigung seines Nachfolgers kommen. (V.Sørensen--DTZ)